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Fussball

Arena soll Wahrzeichen Ostbayerns werden

Der Jahn leistete vor 600 Gästen Überzeugungsarbeit: Die Conti-Arena werde Regensburg bereichern und großer Treff sein. Kommt zum Start der FC Bayern?
Von Heinz Klein, MZ

  • Das Hauptgebäude der Conti-Arena bietet neben Spielerräumen einem Business-Club auf tausend Quadratmetern Platz für wirtschaftliche Kontakte aller Art. Fotos: Klein
  • Der Tunnel: Wo ab Juli die Spieler aufs Spielfeld strömen werden, staunten nun die Baustellenbesucher vor der imposanten Kulisse.
  • Blick auf die Tribüne. Hier wird der Block der Jahn-Fans stehen, erklärte Jahn-Sprecher Tim Müller Foto: Klein
  • Rund 400 Gäste aus der Wirtschaft lauschten im großen Zelt den Reden der Jahn-Chefs. Foto. Klein
  • Etwa 600 Tonnen Stahl wiegt die Dachkonstruktion des neuen Stadions. Foto. Klein

Regensburg.Selten war ein Jahn-Sieg wichtiger als das 2:0 gegen Großaspach vom Samstag. Es war die Rückenstärkung für die Jahn-Offiziellen, die am Sonntag daran arbeiteten, dass aus rund 400 Vertretern der Wirtschaft im großen Zelt auch möglichst 400 Sponsoren werden. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs gab dazu den amtlichen Befehl: „Zur Eröffnung der Continental-Arena im Juli 2015 spielt der Jahn in der 3. Liga!“

Kritikern der 50-Millionen-Investition rechnete Wolbergs vor, dass auch das Theater jährlich zehn Millionen Zuschüsse koste. „Eine Oper ist oft trauriger als Jahnspiel“, flachste zu diesem Thema Kabarettist Hannes Ringlstetter und der OB machte klar: „Man darf Infrastrukturmaßnahmen nicht gegeneinander ausspielen“. Alles habe seine Berechtigung und Regensburg als Oberzentrum brauche ein Stadion – auch zum Nutzen für die Wirtschaft. „Hefen Sie mit, dass der Profifußball dauerhaft einen Platz hat in dieser Stadt“, appellierte der OB an die Wirtschaftsvertreter.

Jahn: Vom Bittsteller zum Partner

Sportlicher Erfolg hat viel mit Geld zu tun, das machte Jahn-Vorstandsvorsitzender Hans Rothammer klar. In der 2. Liga fließen pro Saison vier bis neun Millionen Euro Fernsehgelder in jede Vereinskasse, in der 3. Liga seien es lächerliche 725 000 Euro. Die Vermarktung einer neuen Arena aber bringt mehr Geld – auch zum Einkauf guter Spieler. „Die Conti-Arena soll zum Wahrzeichen Ostbayerns werden“, wünschte sich Rothammer, soll Treffpunkt für Jung und Alt und für Menschen alle soziale Schichten sein. Die Arena mache als weicher Standortfaktor Regensburg noch attraktiver und werde als Treffpunkt auch Netzwerkplattform für wirtschaftliche Kontakte aller möglichen Art sein. Der Jahn müsse vom Bittsteller wieder zum Geschäftspartner auf Augenhöhe werden, wünscht sich Rothammer.

Treff für Kontakte aller Art

Der SSV Jahn ist nicht nur in der Tabelle am letzten Platz, sondern auch Schlusslicht in der Etatliste der Vereine, bedauerte Jahn-Geschäftsführer Dr. Christian Keller. Für die Gehälter von 30 Mitarbeitern stehe eine knappe Million Euro brutto zur Verfügung. „Wir brauchen Geld um anständige Gehälter zahlen zu können“, sagte Keller. Die Hoffnung, mit wenig Geld guten Fußball zu spielen, ging nicht auf. Nun wurde der Etat vergrößert worden, Führungsspieler konnten geholt werden.

Sponsoring ist keine milde Spende sondern etwas, für das man eine Gegenleistung bekommt, machte Philipp Hausner klar. „Wir haben ein neues Pfund in der Tasche“, freute sich der Vermarktungs-Chef , mit Blick auf die Arena. Werbeflächen schenken Kunden Blickfang und bieten Geschäftsleuten im 1000 Quadratmeter großen Business-Club Treffpunkte für wirtschaftliche und sportliche Kontakte aller Art, lockte der Ansprechpartner für Geschäftskunden.

„Nur über solche Stadien kann man sein Image steigern“, versicherte auch Dr. Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußballverbandes, der mit dem Jahn viele gemeinsame Aktionen vorhat. „Die Conti-Arena ist in vielen Dingen anderen Stadien überlegen, das bringt neue Chancen“, ist sich Alexander Ruscheinsky“, Chef der Autobahnraststätten GmbH, sicher. Kabarettist Hannes Ringlstetter bat, auch über kulturelle Nutzungsmöglichkeiten nachzudenken. Das sei schon in Arbeit, versicherte Wolbergs. Nur sagen könne der OB dazu noch nichts.

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