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Abenteuer

Auf der Vespa von Regensburg nach Indien

Drei Reiselustige waren mit einem himmelblauen Elefanten ein halbes Jahr unterwegs. Gefährlich wurde es dabei nur einmal.
Von Gabi Hueber-lutz

Wolfgang Pröhl ist wieder in Regensburg und zeigt seinen Film noch bis Mittwoch im Andreasstadl.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Wolfgang Pröhl ist wieder in Regensburg und zeigt seinen Film noch bis Mittwoch im Andreasstadl. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Regensburg.Im Sommer 2018 lag die große Abenteuerreise nach Indien mit zwei Vespas als Transportmittel noch vor Wolfgang Pröhl und seinen Reisebegleitern, im Winter 2020 ist er mit seinem Film über diese Reise unterwegs. Aktuell gerade in Regensburg. – und erinnert sich natürlich noch gerne an den Juli vor zwei Jahren, als er und seine Teamkollegen Claudia und Christian hier mit den Regensburger Vespafreunden in der Alten Linde Abschied gefeiert haben.

Abenteuer

Unterwegs mit der Vespa nach Indien

Wolfgang Pröhl und seine Begleiter machten einen Stopp in Regensburg. Im Gepäck haben sie einen blauen Elefanten.

Mit dabei der himmelblau Elefant aus lackiertem Fiberglas, der der Tour ihren Namen gab: Elephant to India. Dort ist der Elefant im Dezember 2018 auch angekommen. Und seine Funktion hatte er auf der ganzen Reise wirklich prächtig erfüllt. Er erregte Aufmerksamkeit und war der Türöffner für die vielen Begegnungen mit Menschen, die die kleine Crew sich gewünscht hatte. Mit den Menschen hängt auch die Quintessenz der Reise zusammen. Wolfgang Pröhl muss da nicht lange überlegen: „Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. Wir waren hin und weg, wie die Menschen auf uns reagiert haben.“ In Indien war das Interesse besonders groß. Da gab es oft einen regelrechten Volksauflauf, wenn sie irgendwo hielten.

Intensive Vorbereitung

Blauäugig sind Wolfgang Pröhl und seine Mitreisenden nicht an diese Unternehmung herangegangen. So haben sie sich die ersten tausend Kilometer von Berlin bis Wien als Testphase genommen. Mit dem Ergebnis, dass sie erst einmal radikal Gepäck abspeckten, denn die beiden Vespas samt Anhänger waren total überladen. Dieser Abspeckaktion fielen auch ihre Zelte zum Opfer, so dass klar war, dass das schmale Reisebudget von 40 Euro am Tag für drei Personen auch für die Unterkunft würde reichen müssen. „Das war knapp, aber es ist sich ausgegangen.“ Alle drei sind sie gesund geblieben auf ihrer Fahrt. Da muss man natürlich auf einiges achten. Ab der Türkei sei eine fortlaufende Kühlkette für Nahrungsmittel nicht mehr gewährleistet. Pröhl bevorzugt deshalb die kleinen Garküchen, wo man die Möglichkeit habe, im Zweifelsfall auch einmal an einem Stück Fleisch oder Fisch zu schnuppern.

Auf der Reise

  • Der Film:

    Start in Deutschland war vor drei Wochen. 18 000 Besucher haben ihn bereits gesehen. In Regensburg läuft er noch bis Mittwoch jeweils um 18 Uhr im Kino im Andreasstadl. Am Sonntag zusätzlich auch noch um 11.15 Uhr.

  • Die Strecke:

    Die Route führte über Ungarn, Serbien, Bulgarien, die Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, China, Tibet und Nepal nach Indien. (lhl)

Auf so einer Reise entwickelt man auch einen scharfen Blick für politische Verhältnisse. Für die permanente Kontrolle in China zum Beispiel. Sei es durch Kameras oder die Polizei. 83 Mal seien sie während ihrer ganzen Reise von der Polizei kontrolliert worden, 79 Mal davon war das in China. Als tatsächlich gefährlich hat Wolfgang Pröhl aber nur eine Situation in Tibet abgespeichert. Eigentlich wollten sie nie nachts unterwegs sein. Auf einem Pass in 5000 Meter Höhe gab es aber bei eisigen Temperaturen einen Stau, der daher kam, dass die Dieselleitungen der Lkws einfroren. Auch für die Vespas war kein Durchkommen.

Kurz vor dem Abgrund

Als der Stau sich allmählich aufgelöst hatte, mussten sie trotz Dunkelheit und Schneetreiben weiterfahren. Und genau in dieser Situation gab die Verstrebung des Anhängers den Geist auf, seine Vespa brach aus und Pöhl konnte sie erst knapp vor einem Abgrund wieder unter Kontrolle bringen. Ein freundlicher Lkw-Fahrer mit leerem Frachtraum lud die ganze Crew samt Ausrüstung dann auf seine Ladefläche und brachte sie zum nächsten Ort.

So eine Reise birgt natürlich auch noch andere Gefahren. Nicht zuletzt die, dass die Reisegefährten danach miteinander fertig sind. Bei Wolfgang, Claudia und Christian ist das nicht so. Sie planen schon die nächste Fahrt nach Indien, auf einer anderen Route und mit dem Unterschied, dass sie dann ein ganzes Jahr unterwegs sein wollen.

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