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Bündnis

Aufkleber gegen Rassisten

Die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ startet neue Aktion – und kritisiert den Hotel- und Gaststättenverband.
Von Jürgen Scharf, MZ

Regensburg. Die Initiative „Keine Bedienung für Nazis!“ startet eine Aufkleberaktion. Ab sofort werden beteiligte Wirte einen Aufkleber mit der Aufschrift „Rassisten werden hier nicht bedient“ in ihrem Lokal anbringen. 92 Wirte haben bereits zugesagt.

Im Rahmen der Vorstellung der Aufkleberaktion kritisierten die Initiatoren den Hotel- und Gaststättenverband. Dieser sei bislang untätig und habe die Initiative trotz mehrerer Gespräche nicht unterstützt. Der Kreisvorsitzende des Verbands, Michael Scharff, kann dies nicht nachvollziehen. Er sagte der MZ, dass ganz im Gegenteil die Initiative sich nach mehreren Gesprächen nicht mehr bei ihm gemeldet habe. Überhaupt sei die Initiative laut Scharff „prinzipiell eine gute Idee, die Umsetzung ist aber leider etwas laienhaft“.

Markus Zaglmann, einer der Organisatoren der Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ nahm kein Blatt vor den Mund: Der Hotel- und Gaststättenverband, der ein wichtiger Partner sein könnte, verhalte sich gegenüber der Initiative „gelinde gesagt sehr passiv“. Man habe um eine kleine finanzielle Unterstützung für die Aufkleberaktion gebeten und auch sonst auf eine Kooperation gehofft: „Herausgekommen ist aber gar nichts.“ Scharff schiebt den schwarzen Peter zurück: „Wir haben nur darauf gewartet, dass man uns etwas konkretes sagt, dann hätten wir natürlich geholfen. Da ging es um 100 Euro, das wäre kein Problem gewesen.“ Der Verband habe aber nichts mehr gehört. Ohnehin sei seine Institution eine Arbeitgebervereinigung, sagt Scharff, die ihren Mitgliedern keine Vorgaben in irgendeine politische Richtung machen könne: „So sehr ich persönlich die Grundrichtung der Aktion auch befürworte, können wir als Verband hier uns nicht offiziell beteiligen.“

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