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Studie

Auswärtige Gäste vermissen fast nichts

Stadtvermarkter wollten wissen, wie es um die Attraktivität Regensburgs bestellt ist. Eine großangelegte Befragung im Umland gibt einige Antworten.
Von Norbert Lösch, MZ

Einkaufen, Bummeln und kulturelle Veranstaltungen besuchen: Die Altstadt lockt auswärtige Gäste – besonders wenn was los ist. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Kann Regensburg als attraktiver Einkaufsort und Kulturstadt auch bei seinen weiter entfernten Nachbarn punkten? Wo kann man ansetzen, um das Angebot weiter zu verbessern und die Domstadt in Sachen Beliebtheit zur unumstrittenen Nummer eins in Ostbayern zu machen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer großangelegten Befragung: 1681 Menschen aus Amberg, Weiden, Landshut, Straubing, Neumarkt und Ingolstadt sowie dem jeweils nach Regensburg orientierten Umland gaben Auskunft über ihre Beziehungen zur Ostbayern-Metropole, ihr Freizeit- und Konsumverhalten oder die Wahl der Verkehrsmittel.

Blutjunge Marktforscher

Die Ergebnisse der Erhebung präsentierten am Mittwoch Dennis Landsmann und Timo Müller-Tribbensee von der blutjungen Regensburger Marktforschungs-Agentur Cabnovum den Mitgliedern des Stadtmarketing und der Regensburg Tourismus GmbH. Zielsetzung seien aktuelle und repräsentative Antworten auf die Frage gewesen, wie Regensburg im Umland wahrgenommen wird, sagte Stadtmarketing-Geschäftsführer Michael Quast eingangs. Am Ende der Präsentation und einer kurzen Diskussion kündigte er an, auf der Grundlage der erhobenen Daten weiterzuarbeiten und noch heuer einen Marketing-Workshop zu starten.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Viele Handlungsfelder tun sich nicht auf. Denn mit Quoten um die 97 Prozent gaben die Befragten an, grundsätzlich weder touristische, kulturelle oder gastronomische Angebote in Regensburg zu vermissen. Das ist zwar beruhigend, bei näherer Betrachtung gibt es allerdings durchaus noch Verbesserungspotenzial – etwa bei der Aufenthaltsqualität in der Altstadt, bei Werbung und Information oder dem Angebot für die ältere Generation.

Zum Einkaufen und Bummeln

Regensburg-Besucher aus den umliegenden Regionen kommen zuallererst, um hier einzukaufen. Diesen Grund gab mehr als die Hälfte aller Befragten an. „Bummeln und Zeitvertreib“ nannten knapp 40 Prozent als ihr Motiv, „Freunde, Bekannte und Verwandte treffen“ rund 35 Prozent. Danach liegen Gastronomie, Veranstaltungen und Kultur fast gleichauf bei knapp 30 Prozent, und rund zehn Prozent kommen, weil sie in Regensburg ihren Arbeitsplatz haben. Die Bildungs-, Sport- und Dienstleistungsangebote rangieren am Ende der Skala. Auswärtige Kunden gehen zum Shoppen am liebsten in die Arcaden (33,8 Prozent) oder das DEZ (28,3 Prozent), nur 17,5 Prozent bevorzugen die Altstadt, die allerdings bei den Kriterien Atmosphäre, Freizeiterlebnis und Gastronomie ganz vorne liegt. Die großen Möbelhäuser im Stadtosten rangieren unter ferner liefen, sind aber beim Möbel- und Textilieneinkauf erste Wahl. Beim Besuchsgrund „Kultur“ nennt über ein Drittel der Befragten Sehenswürdigkeiten als Hauptmotiv, danach kommen Theater (21 Prozent), Museen (12 Prozent) und Veranstaltungen (11 Prozent).

Viele kommen am Samstag

Der beliebteste Wochentag für Regensburg-Besuche ist der Samstag, gefolgt von Freitag und Sonntag. Wenn Auswärtige sich auf den Weg machen, dann nicht nur für eine Stippvisite: Die Befragung hat eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von sechs bis sieben Stunden ergeben. „Scheinbar muss sich ein Besuch in Regensburg lohnen“, kommentierte Dennis Landsmann dieses Ergebnis. Außerdem gibt es offensichtlich viele „Wiederholungstäter“: Nach der Häufigkeit ihrer Regensburg-Visiten gefragt, gaben 17 Prozent an, ganz selten zu kommen, 20 Prozent bringen es auf ein bis zwei Besuche pro Jahr, 28 Prozent auf drei bis sechs und 18 Prozent gar auf sieben bis zwölf. Manche kommen aber auch täglich – eher unfreiwillig – zur Ausbildung oder zur Arbeit.

Den ÖPNV kennen viele nicht

Mehr als 60 Prozent der Besucher fahren mit dem Auto nach Regensburg, ein Drittel kommt mit der Bahn, und mit dem Bus reisen ganze vier Prozent an. Dass das Auto das beliebteste Verkehrsmittel ist, mag mit dem Umfang von Einkäufen zu tun haben, denn grundsätzlich wird die Erreichbarkeit der Innenstadt mit der Bahn am besten bewertet, und Bestnoten bekommt auch das Busangebot innerhalb von Regensburg. Auffällig ist, dass bis zu zwei Drittel der Befragten das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs gar nicht kannten. Geparkt wird am liebsten in den Parkhäusern der Altstadt – das Park-and-ride-Angebot wird dagegen kaum genutzt. Bei den Informationen über die Erreichbarkeit Regensburgs mit dem ÖPNV wollen die Stadtvermarkter nachbessern.

Vandalismus macht zu schaffen

Regensburg ist übrigens nicht nur am Abend ein beliebtes Ziel. Vor allem ältere Menschen und Ruheständler wünschen sich kulturelle Veranstaltungen schon am Nachmittag. Das jüngere Publikum hätte dagegen gerne längere Öffnungszeiten der Geschäfte am Abend, besonders in der Altstadt. Dort wird unter anderem auch die Möblierung im öffentlichen Raum und fehlendes Grün moniert. Das hat mitunter seinen Grund. Dietrich Felke, der in unmittelbarer Nähe zur Steinernen Brücke zwei Läden betreibt, sagte in der Diskussion: „Der Vandalismus in der Altstadt ist gigantisch.“

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