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Verkehr

Autofreier Domplatz nach der Wahl?

Die Regensburger OB-Kandidaten haben Stellung zur Zukunft des Areals bezogen. Ihre Ansichten gehen weit auseinander.
Von Sarah Höger

Die Verkehrsberuhigung am Domplatz ist ein heißes Eisen. Foto: Hans-Christian Wagner
Die Verkehrsberuhigung am Domplatz ist ein heißes Eisen. Foto: Hans-Christian Wagner

Regensburg.Fast alle Domplätze der größeren Städte in Europa sind heute autofrei. Nicht so in Regensburg: Hier wurde der Domplatz zwar bereits in eine Wohnverkehrsstraße umgewandelt, trotzdem fahren täglich noch zahlreiche Autos in Richtung Donau direkt am Dom vorbei.

Geht es nach dem Aktionsbündnis Autofreier Domplatz, soll das so bald wie möglich ein Ende haben. In einem Schreiben bat das Bündnis die OB-Kandidaten, zu einem möglichen autofreien Domplatz Stellung zu beziehen. Alle bis auf Joachim Wolbergs haben geantwortet, Stadtheimatpfleger Dr. Werner Chrobak stellte die Antworten am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor.

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Stefan Christoph von den Grünen, Benedikt Suttner von der ÖDP, Gertrud Maltz-Schwarzfischer von der SPD, Irmgard Freihoffer von der Linken, Jakob Friedl von der Ribisl-Partie sowie Christian Janele von den CSB sprachen sich uneingeschränkt für einen autofreien Domplatz und die Schaffung einer Fußgängerzone aus.

Grüne und ÖDP fordern autofreie Innenstadt

Christoph betonte, dass seine Partei generell frei befahrbare Straßen in der Innenstadt verkehrsberuhigt machen wolle: „Wir wollen den Domplatz und den alten Kornmarkt zu autofreien Plätzen umgestalten“. Ähnliche Positionen vertritt Suttner in seiner Antwort: „Der Individualverkehr muss heraus aus der Innenstadt, um unser historisches Erbe zu schützen und um es seiner hohen Qualität erlebbar zu machen“.

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Anders als etwa die Grünen wolle Janele zwar auch eine Fußgängerzone für den Domplatz, aber die kostenlose Parkstunde in der Stadt generell erhalten: „Wir müssen andere Alternativen schaffen, damit die Geschäfte nicht schließen müssen“. Die Linke wolle einen autofreien Domplatz ohne Einschränkungen: „Jedes Auto weniger im Herzen der Altstadt ist ein Gewinn“, so Freihoffer. So sieht das auch Friedl: „Die gesamte Altstadt muss so schnell wie möglich vom Autoverkehr befreit werden“.

Meierhofer findet Wohnverkehrsstraße angemessen

Maltz-Schwarzfischer möchte ebenfalls einen autofreien Domplatz. Allerdings sei das nur mit einem Gesamtkonzept zur Verkehrsberuhigung der Altstadt umsetzbar, das ihre Partei anstrebt. Mit einem Ja, aber mit Einschränkungen antwortete Horst Meierhofer von der FDP: Er will zwar einen verkehrsberuhigten Domplatz, aber nur als Wohnverkehrsstraße. Meierhofer wolle nach der „deutlichen Verbesserung durch das Durchfahrverbot innerhalb von wenigen Wochen“ nicht gleich „die nächste Sau durchs Dorf“ jagen.

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Auch Artinger wollte keine Fußgängerzone. Wegen all der Ausnahmen, die man für Radler, Lieferverkehr und Anwohner machen müsste, würde am Ende null Mehrwert entstehen. Freudenstein plädierte für ein ganzheitliches Mobilitäts- und Parkraumkonzept und gab keine eindeutige Antwort darauf, ob der Domplatz konkret autofrei werden solle. Ingo Frank von Die Partei antwortete gewohnt ironisch: „Nein, wir setzen ganz klar auf die Mobilität der Zukunft, das Auto“.

Das Aktionsbündnis

  • Stimmung:

    Das Bündnis sei erfreut über die mehrheitliche Bejahung eines autofreien Domplatzes, sagt Chrobak: „Man sieht, dass das Anliegen ernst genommen wird“.

  • Vergleich:

    Chrobak kennt sich aus mit Domen. In der Vergangenheit habe er in zahlreichen Städten in Europa beobachtet, dass ein autofreier Domplatz auch in Großstädten machbar sei.

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