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Besuch

Autorin Sabine Jaggo mag es nicht blutig

Wenn die Autorin in ihre Heimat Regensburg kommt, ruht das Schreiben. Zuhause in Irland arbeitet sie an ihrem dritten Krimi.
Von Gabi Hueber-Lutz

Die gebürtige Regensburgerin Sabine Jaggo schreibt Krimis und ist immer wieder in ihrer Heimatstadt zu Besuch.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Die gebürtige Regensburgerin Sabine Jaggo schreibt Krimis und ist immer wieder in ihrer Heimatstadt zu Besuch. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Regensburg.Das Leben von Sabine Jaggo ist vielfältig. Es begann Mitte der 60er-Jahre ganz bodenständig im Sprengel der Regensburger Wolfgangsschule und hatte die Tendenz, so bodenständig zu bleiben. Denn nach Schule und Ausbildung war sie Beamtin im Fernmeldeamt. Doch dann kam die Liebe dazwischen. Sabine Jaggo gab ihren Beamtenstatus auf und ging mit ihrem Mann Damian McGrath und ihrem damals zweijährigen Sohn vor 25 Jahren in die Heimat ihres Mannes nach Irland.

Die Umsiedlung währte zwei Jahre, dann nahm ihr Mann ein berufliches Angebot in Landshut wahr. Der zweite Sohn wurde geboren, und zwei Jahre später ging die Familie wieder nach Irland zurück. Dublin war das Ziel. Mit mittlerweile drei Kindern – eine Tochter hatte die Familie noch vervollständigt – zogen sie nach einiger Zeit von Dublin nach Carlow, der Heimatstadt ihres Mannes.

„Vom Schreiben leben kann man nicht.“

Sabine Jaggo, Autorin

Auf die damalige Lebensphase blickt Sabine Jaggo mit so etwas wie verwundertem Respekt zurück. Sie machten sich beruflich selbstständig und bauten gleichzeitig ein Haus. Ihre Firma gründeten sie und ihr Mann wegen der persönlichen Erfahrung, dass irische Kitas alles andere als ansprechend ausgestattet waren. „Wir richten Kindergärten ein“, so der Plan. Er ging auf. Mit einem hochwertigen Möbelhersteller, Können und viel Glück. „Wir hatten gerade die Phase des irischen Wirtschaftswunders erwischt und konnten Fuß fassen“, erzählt Sabine Jaggo bei ihrem jüngsten Besuch in der alten Heimat.

Das Schreiben schlummerte damals in Gestalt von 100 Seiten eines angefangenen Krimis für viele Jahre in einer Schublade. Bis die Wirtschaft in Irland und weltweit 2008 vom Crash der Lehman Brothers erwischt wurde. Die Arbeit für die Jaggo Ltd mit Director Sabine McGrath wurde weniger.

Da nahm sie die 100 Seiten aus der Schublade und schrieb einfach weiter. „Ein irischer Todesfall“ und Pia O’Connell erblickten endlich das Licht der Welt. Unter diesem Pseudonym schreibt Sabine Jaggo ihre Krimis. Mittlerweile ist der Dritte in Arbeit. Was sie schreiben wollte, wusste die Autorin von Anfang an. „Ich lese alles, aber Krimis am liebsten“, sagt sie. Und sie wusste sehr genau, welche Art Krimi sie nicht schreiben wollte: „Ich will etwas ohne einen Tropfen Blut, mehr zum Rätseln.“ Sie nimmt an, dass sie wahrscheinlich nicht die Einzige ist, die auf Folterszenen in Krimis gut verzichten kann.

Irischer Todesfall

  • Hauptfigur:

    Sie trägt autobiografische Züge: Elli O’Shea, geborene Elisabeth Feuchtwanger, verlässt Regensburg, um ihrem Mann mit dem Sohn nach Irland zu folgen.

  • Entwicklung:

    Elli O’Shea ist mit wachen Sinnen ausgestattet, und die werden geweckt, als ein verstorbener Onkel exhumiert wird. In den späteren Büchern wird sich Elli Richtung Privatdetektivin entwickeln. (lhl)

Die Geschichte für ihren Krimi hatte Sabine Jaggo schon fertig im Kopf. Auch bei den beiden weiteren Krimis waren die Story und die Charaktere bereits definiert. Dieses Gerüst entsteht nicht am Computer. Die Wesenszüge, die Vorlieben, die Kleidung, das Aussehen und die Marotten ihrer Figuren hält die Autorin handschriftlich fest.

Um einen Verlag für ihr Werk zu finden, hat sich Sabine Jaggo an eine Agentin in München gewandt, denn die Wirtschaft zog wieder an und die Firma ließ ihr keine Zeit, auf Verlagssuche zu gehen. Die Agentin brachte sie mit dem Piper Verlag zusammen. Weil sie eine noch unbekannte Autorin war, erschien „Der irische Todesfall“ erst einmal digital. Mittlerweile gibt es ihn als Taschenbuch. Auch einige Regensburger Buchhandlungen haben ihn vorrätig.

Sabine Jaggos Sicht auf die Karriere als Autorin ist dabei durchaus realistisch „Vom Schreiben leben kann man nicht.“

Wenn sie in Regensburg ist, ruht das Schreiben. Dann will sie die Stadt genießen. Jedes Mal, wenn sie kommt, ist es für sie, als wäre sie nie weg gewesen. Die Tage sind auch angefüllt mit Besuchen. Da trifft sich dann zum Beispiel die künstlerische Fraktion der Familie, Schriftstellerin Sabine, ihr Bruder, der Musiker Thomas Jaggo – die Regensburger kennen ihn von der AC/DC Revival Band – und Onkel Günther Kempf, der bekannte Regensburger Maler. Eine vielfältige Familie.

Auch eine weitere Beziehung zwischen Irland und der Domstadt bahnt sich gerade an. Damian McGrath ist so fasziniert von der Spitalbrauerei und der Stiftung, dass er gerade anfängt, das Bier aus der Traditionsbrauerei auf die grüne Insel zu importieren.

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