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Sicherheit

Bahnbrücke: Sperre für Fußgänger

Ab 20. Oktober wird der Donau-Übergang bei Sinzing saniert. Mittelfristig planen die Gemeinde und die Stadt eine neue Fuß-und Radwegbrücke.
Von Christof Seidl, MZ

  • Der schmale Fußgängerübergang der Bahnbrücke Kleinprüfening wird saniert. Dafür wird er ab 20. Oktober gesperrt. Foto: Seidl
  • Bürgermeister Patrick Grossmann bedankte sich bei der Betreiberfamilie der Fähre (im Bild Anna und Johannes Hofmeister) für die Bereitschaft, den Ersatzverkehr während der Sperre des Fußgängerübergangs zu übernehmen. Foto: Seidl
  • Ausgewechselt: Die Ersatzdielen aus Holz haben rutschhemmende Streifen. Foto: Seidl

Sinzing.Wer genau hinsieht, dem fällt der Unterschied sofort auf. Rund 20 der über 600 Betondielen des Fußgängerwegs der Eisenbahnbrücke Kleinprüfening sind bereits provisorisch durch Eichendielen ersetzt worden. Die Witterung hat etliche der über 40 Jahre alten Betonteile brüchig werden lassen. Ab 20. Oktober wird der auch bei Radfahrern beliebte Fußgängerübergang über die Donau für etwa drei Wochen gesperrt.

Die maroden Dielen sind inzwischen ein Sicherheitsrisiko geworden. Kurz vor Pfingsten löste sich nach Angaben von Sinzings Bürgermeister Patrick Grossmann eine Betondiele und fiel im Bereich der Zufahrt zum Sportboothafen an der Donau auf den Boden. Seitdem prüft die Gemeinde täglich den Zustand der Betondielen und wechselt Exemplare, die nicht in einwandfreiem Zustand sind, sofort aus.

Roste sind zu durchsichtig

Weil das keine dauerhafte Lösung ist, beauftragte die Gemeinde das Ingenieurbüro Siegmüller, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. Ende Juli entschied der Gemeinderat, erneut Betondielen verlegen zu lassen. Die Alternativen wären Metall- bzw. Kunststoffroste gewesen oder Holzdielen. Roste haben den großen Nachteil, dass sie kein gutes Laufgefühl vermitteln. Zudem sei die Blickdurchlässigkeit für Benutzer mit Höhenangst unangenehm, hieß es in der Bewertung des Ingenieurbüros. Gegen Holz sprachen die aufwendige Befestigung, die Rissbildung und die stärkere Verwitterung. Für Beton sprachen neben der Blickdichte die hohe Belastbarkeit, die geringen Wartungskosten und die hohe Lebensdauer. Immerhin hätten die jetzigen Betondielen rund 40 Jahre gehalten, betonte Grossmann.

Derzeit werden die 650 neuen Betondielen angeliefert. Für den Austausch der Schwellen muss ein Sicherheitsnetz aufgebaut werden. Danach werden die Dielen Stück für Stück ausgetauscht.

Während der Bauzeit gibt es einen Ersatzverkehr. Die Gemeinde hat die Betreiber der Prüfeninger Fähre beauftragt, Fußgänger und Radfahrer zu den Stoßzeiten (7 bis 8.30 Uhr, 13 bis 14 Uhr, 16.30 bis 18 Uhr) über die Donau zu befördern. Ansonsten bleibt nur der Umweg über die Mariaorter Eisenbahnbrücke.

Eine Brücke auch für Radfahrer

So notwendig die Sanierung aus Sicherheitsgründen ist, mittelfristig wird der schmale Fußgängerübergang nicht mehr benötigt. Denn seit Sommer 2012 planen Sinzing und die Stadt Regensburg eine neue Radwegbrücke über die Donau. Ihre Trasse ist vom jetzigen Übergang nur ein paar Meter entfernt: Die neue Brücke wird die freie Seite der Pfeiler der Eisenbahnbrücke nutzen. Möglich wurde dies, nachdem die DB Netz AG sich grundsätzlich bereit erklärt hat, die Pfeiler für den Bau einer Fuß- und Radwegbrücke zur Verfügung zu stellen. Wie Grossmann im Gespräch mit der MZ einräumte, ist der Nutzungszeitraum nicht unbeschränkt. Er geht vorerst bis zum Jahr 2035. Die DB Netz AG sichere sich damit die Möglichkeit, die Strecke bei Bedarf zweigleisig ausbauen zu können.

Die beiden Kommunen haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Ende Januar 2014 abgeschlossen worden ist. Ihr positives Ergebnis ist nun Grundlage für das weitere Vorgehen. Derzeit erarbeiten Sinzing und die Stadt Regensburg eine Planungsvereinbarung für die neue Brücke. Sie soll noch in diesem Jahr unterzeichnungsreif sein. Gleichzeitig läuft bereits eine vorgeschriebene artenschutztrechtliche Prüfung. Die nächsten Schritte – Geländevermessung, Bauwerkserkundung der Brücke und Baugrunduntersuchungen – sollen demnächst anlaufen, sagte Grossmann. Eine erste Kostenschätzung geht von drei Millionen Euro Baukosten aus. Nach Angaben der Stadt Regensburg ist derzeit noch offen, wann die Brücke realisiert wird. Man müsse von mehreren Jahren Bauzeit ausgehen,

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