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Benefizkonzert

Bands spielen für Clowns

Die Regensburger Bands The Flunkyballs, erdbeerblau und Mandula unterstützen mit ihrem Auftritt die KlinkClowns.
Von Seraphina Roos

Die Regensburger Band Mandula mit Mauro Ciccarelli, Moritz Drogosch, Daniel Zollner, Andreas Mayer und Stefan Lorenz (von links)Foto: Roos
Die Regensburger Band Mandula mit Mauro Ciccarelli, Moritz Drogosch, Daniel Zollner, Andreas Mayer und Stefan Lorenz (von links)Foto: Roos

Regensburg.Wenn authentische Musik und lustige Clowns aufeinandertreffen, dann sollte das eigentlich eine runde Sache ergeben. Wenn aber der Clown fehlt und die Musik zu wenige anlockt, um sie zu genießen, dann wird das Ganze schon schwieriger. Genügend Potenzial war jedenfalls da, als sich die Bands Mandula, erdbeerblau und The Flunkyballs mit dem Jugend- und Familienzentrum Kontrast zusammengeschlossen hatten, um ein Benefizkonzert zu verwirklichen.

Auf besonderer Visite

Der Erlös des Abends ging an den Verein Klinikclowns e. V., der nun schon seit über 20 Jahren ausrückt, um seinen „Zuschauern“ strahlende Augen zu bescheren. In ganz Bayern sind 60 „professionelle“ Clowns auf Visiten in Kinderkrankenhäusern, Palliativstationen, Hospizen, Seniorenzentren und Einrichtungen für schwerbehinderte junge Erwachsene unterwegs, um dem oftmals grauen Klinikalltag wieder Farbe einzuhauchen. Und wie ginge das besser, als mit roten Nasen und bunten Kostümen?

Die mentale Verfassung von Kranken spielt bei der Genesung eine nicht zu unterschätzende Rolle – genau an diesem Punkt setzen die Klinikclowns an. Sie stärken die psychische Verfassung der Kinder und mobilisieren neue Kräfte. Senioren mit Demenzkrankheiten beispielsweise können im Umgang mit den Clowns besser kommunizieren und auch Angehörige von kranken Menschen berichten von neuer Freude und Hoffnung, die oftmals durch die langjährige Begleitung der Klinikclowns entstanden sei.

Die Beweggründe

  • Kathi:

    „Wir haben hier gemeinsam eine Sache für ein Projekt mit gutem Zweck ins Leben gerufen. Was gibt es Besseres, als Menschen, denen es nicht gut geht, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern?“, sagt Kathi vom Singer-Songwriter-Trio erdbeerblau.

  • Dan:

    „Uns war es wichtig, ein Projekt nach dem Motto „von Regionalem für Regionales“ zu unterstützen. Die KlinikClowns leisten mit ihren wöchentlichen und monatlichen Visiten eine sehr wichtige Arbeit“, sagt Dan von der Regensburger Band Mandula.

  • Andy:

    „Wir hatten uns für die KlinikClowns entschieden, weil die einfach eine super Arbeit leisten. Mit so einem Benefizkonzert verbindet sich Spaß und guter Zweck. Für uns sind solche Auftritte unglaublich viel wert“, sagt Andy von der Band Flunkyball.

Die Initiative für das Konzert hatte vor einigen Monaten der Sänger und Liedermacher Daniel Zollner ergriffen, der für die Band Mandula lieber als Dan auf der Bühne steht. Nach langjähriger Suche sind die fünf Bandmitglieder nun vollzählig, um klangvolle und geistreiche Musik zu machen. Ihre Single „Pure Nature“ erscheint in Kürze, um die Regensburger Musikszene mit einer Mischung aus Blues, Indie Rock und Pop aufzumischen. „Es ist durchaus schade, dass niemand der Clowns zum Konzert erschienen ist. Nichtsdestotrotz freuen wir uns über die Gelegenheit, das erste Mal in dieser Konstellation als Mandula aufzutreten und den Verein mit unserer Arbeit zu unterstützen“, fasst Dan zusammen.

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Schon einige Male bot das Jugend- und Familienzentrum Kontrast eine Bühne für Konzerte – auch das Benefizkonzert soll nicht das Letzte bleiben. „Wir überlegen, in einem jährlichen Turnus solche Veranstaltungen zu organisieren. Vielleicht dann besser als Open-Air im Frühjahr oder Spätsommer, um hoffentlich mehr Leute anzulocken. An der Ausstattung fehlt es uns jedenfalls nicht“, versichert Vivian Kallmann, die als Sozialpädagogin in der Einrichtung arbeitet.

Strenge Auflagen

Das Zentrum Kontrast bietet in der Tat eine großzügige Aufmachung mit einem weitläufigen Außenbereich und vielen Gruppenräumen – unter anderem einen Bandproberaum. „Das ist etwas, das Regensburg fehlt, auch besonders seitdem es den Art Club nicht mehr gibt“, erzählt Andreas Mayer, der Bassist von Mandula.

Wenn es um einen Raum für Live-Bands geht, so sei Regensburg in den letzten Jahren in den Notstand geraten, was nicht allein mit der Schließung der beliebten Musikbar „Art Club“ im Jahr 2014 zu tun habe. Die strengen Auflagen des Ordnungsamtes führten dazu, vielen Auftritten von Live-Bands regelmäßig einen Strich durch die Rechnung zu machen. Einen neuen Raum für solche Gelegenheiten zu bieten, noch dazu gepaart mit einem gemeinnützigen Gedanken, dagegen ist im Sinne der Kulturszene und der Allgemeinheit in Zukunft ganz sicher nichts einzuwenden.

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