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Ernährung

Bauernmarkt wirbt für regionalen Einkauf

Erzeugnisse aus der Region waren Mittelpunkt des Marktes vor dem Landratsamt Regensburg. Jeder konnte selbst Hand anlegen.
Von David Santl

Wie wird eigentlich Apfelsaft hergestellt? Das gab es beim großen Bauernmarkt vor dem Landratsamt zu entdecken. Foto: David Santl
Wie wird eigentlich Apfelsaft hergestellt? Das gab es beim großen Bauernmarkt vor dem Landratsamt zu entdecken. Foto: David Santl

Regensburg.Emily vom Lappersdorfer Gymnasium rührt in einem großen Suppentopf. Darin befindet sich eine lecker aussehende grüne Flüssigkeit mit den unterschiedlichsten Gemüsestückchen. „Das ist alles Gemüse, das für den Verkauf zu hässlich war“, erzählt die Schülerin. „Daraus machen wir jetzt ein Curry.“

Niemand sieht mehr, dass das Gemüse vorher die eine oder andere Macke hatte. „Alle auf dem Markt durften das Gemüse schnippeln“, erzählt Emily. Nachhaltigkeit zum Anfassen also: Genau das war auch das große Thema beim Bauernmarkt, den der Landkreis und der Bayerische Bauernverband bei den Regionaltagen veranstalteten.

Appell für regionalen Einkauf

Neben dem Umweltschutz standen regionale Erzeugnisse im Mittelpunkt. Die Besucher sollten erkennen, wie vielfältig und hochwertig diese sein können. „Vielleicht geht von diesem Tag ein bisschen Schwung aus“, meinte Landrätin Tanja Schweiger bei der offiziellen Eröffnung. Sie freue sich, dass sich hier der Landkreis in seiner ganzen Vielfalt und Biodiversität präsentieren könne. „Mir ist wichtig, dass die Leute regional kaufen und keine Sachen, die um den halben Erdball gekommen sind“, erklärte Schweiger. Und für diese Botschaft gab es auch einen besonders praktischen Werbeträger: Eine Stofftasche mit dem Motto des Regionalmarktes: „Wer weiter denkt, kauft näher ein.“

Bei einer kurzen Andacht segneten Diözesanpräses Monsignore Thomas Schmid und der evangelische Pfarrer Klaus Weber die Erntegaben. „Uns wird immer wieder gezeigt, wie unverzichtbar unsere Lebensmittel aus der Region sind“, meinten sie. Foto: David Santl
Bei einer kurzen Andacht segneten Diözesanpräses Monsignore Thomas Schmid und der evangelische Pfarrer Klaus Weber die Erntegaben. „Uns wird immer wieder gezeigt, wie unverzichtbar unsere Lebensmittel aus der Region sind“, meinten sie. Foto: David Santl

Diesen Slogan griff auch der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Mayer, auf: „Das drückt aus, wie wir leben sollten: Wir müssen kleine Kreisläufe hinbekommen.“ Viele sehen seiner Meinung nach die Vielfalt und Schönheit in unserem Landkreis gar nicht. Jeder solle bei sich selbst anfangen und sich fragen, wie er die Natur entlasten könne.

Vor dem Rednerpult war ein liebevoll gestalteter Erntetisch mit den verschiedensten Obst-, Gemüse- und Getreidesorten aufgebaut. Beim Bauernmarkt wurde auch gleich das Erntedankfest gefeiert. Dazu gestalteten Monsignore Thomas Schmid und der evangelische Pfarrer Klaus Weber eine kurze Andacht. In seiner Predigt erweiterte Schmid den Slogan des Marktes: „Wer weiter denkt, wird dankbar sein.“ In Bayern gebe es eine besondere Art zu danken: Den Ausdruck „Vergelt’s Gott“.

Besucher tauschten sich über Produkte aus

Die Besucher konnten sich mit Lebensmitteln und liebevoll gestalteten Dekoartikeln für den Herbst eindecken. Egal ob Gartenschmuck, Korbwaren oder Willkommensschilder mit schönen Sprüchen – jeder, der sein Haus gemütlich dekorieren will, war hier richtig. Foto: David Santl
Die Besucher konnten sich mit Lebensmitteln und liebevoll gestalteten Dekoartikeln für den Herbst eindecken. Egal ob Gartenschmuck, Korbwaren oder Willkommensschilder mit schönen Sprüchen – jeder, der sein Haus gemütlich dekorieren will, war hier richtig. Foto: David Santl

Klaus Weber stellte anhand eines Bierglases die Frage, ob ein Glas halb voll oder halb leer sei: „Oft wird diese Fülle unter bedenklichen Umständen erreicht. Ohne Umdenken wird es daher nicht gehen“, meinte er. Nach der Andacht hatten die Besucher genug Zeit, um bei bestem Spätsommerwetter über den Markt zu flanieren und Kontakte zu knüpfen. Es gab keinen Stand, an dem nicht angeregte Gespräche über die Produkte zu hören waren.

Und oft durften die Gäste auch selbst Hand anlegen. Bei der bayerischen Forstverwaltung konnten Kinder zum Beispiel unter professioneller Anleitung eigenes Besteck aus Holz herstellen. Die Erwachsenen konnten sich in der Zwischenzeit über alle möglichen heimischen Wildtiere informieren. Gleich daneben waren die „Miniköche“ am Werk, die Kürbiskernpesto zubereiteten. „Das schmeckt echt gut“, meinte Minikoch Jan, nachdem er das Pesto gewürzt und fein abgeschmeckt hatte.

Schmankerl für Besucher

Beim Landesbund für Vogelschutz konnten die Besucher sogar Mikroskope testen. Unter anderem gab es dort interessante Blattproben von Bäumen zu bestaunen, auf denen sich Blattläuse tummelten. Bei solchen Aktionen erlebten die Besucher die Natur hautnah. Foto: David Santl
Beim Landesbund für Vogelschutz konnten die Besucher sogar Mikroskope testen. Unter anderem gab es dort interessante Blattproben von Bäumen zu bestaunen, auf denen sich Blattläuse tummelten. Bei solchen Aktionen erlebten die Besucher die Natur hautnah. Foto: David Santl

Aber auch anderswo halfen die Miniköche mit: An einem Stand konnten die Besucher nämlich selbst Apfelsaft pressen. Während auf einem langen Tisch die vielfältigsten Sorten präsentiert wurden, ließen sich daneben einige Interessenten erklären, wie aus dem Apfel leckerer Saft wird – eine leckere Kostprobe durfte natürlich auch nicht fehlen.

Beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten konnte sich jeder über Getreidesorten informieren und selbst Haferflocken quetschen. Der Familienbetrieb „Gemüsebau Graf“ verköstigte die Besucher mit Radieschenbroten. Auch die ersten Herbstfrüchte, wie Kürbisse, wurden präsentiert. In einem Anhänger war ein Riesen-Kürbis zu sehen. Gleich daneben boten Händler Wurst, köstliche Käsesorten und sogar duftenden Steckerlfisch an.

Wer es ein bisschen ruhiger haben wollte, war im Café der Landfrauen genau richtig. Dort gab es selbst gebackenen Kuchen. Neben Lebensmitteln waren aber auch viele hübsche Herbstdekorationen ausgestellt: geflochtene Kränze mit Sonnenblumen oder Gartenstäbe.

 Bei der Andacht zu Erntedank spielten Jagdhornbläser. „Zwischen dem Landkreis und euch gibt es viele Berührungspunkte, wenn es um die Natur geht“, freute sich Landrätin Tanja Schweiger. Auch danach gaben die Musiker dem Markt eine besondere Note. Foto: David Santl
Bei der Andacht zu Erntedank spielten Jagdhornbläser. „Zwischen dem Landkreis und euch gibt es viele Berührungspunkte, wenn es um die Natur geht“, freute sich Landrätin Tanja Schweiger. Auch danach gaben die Musiker dem Markt eine besondere Note. Foto: David Santl

Zudem konnten die Besucher einem echten Drechsler über die Schulter schauen. „Die verarbeiten das Holz, als wäre es Butter“, staunte ein kleiner Junge. Die Gruppe Proveg war vertreten, um über vegane Ernährung aufzuklären. Der Verein Buenavita informierte zudem über Projekte für ökologischen Landbau und eine bewusste Lebensführung. Denn das Letztere ist ja bekanntlich auch eines der Ziele der Regensburger Regionaltage.

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