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Kommentar

Bei dem Streit verlieren alle

Ein Kommentar von Kathrin Robinson

Um die Mangelware Erzieher ist in Regensburg ein unguter Streit entbrannt, an dessen Ende nur Verlierer stehen: die Träger, die Einrichtungen, das Personal, nicht zuletzt aber Kinder und deren Eltern.

Die kommunalen Betreuungseinrichtungen mögen durch den Lohnvorteil, den die Stadt ermöglicht, aktuelle Erzieherengpässe beheben können, bei Krippen und Kindergärten anderer Träger dagegen verschärft sich die Situation dadurch noch. Sie sehen sich im Zugzwang, können aber aus finanziellen, rechtlichen oder tariflichen Gründen nicht so einfach mitziehen. Zurecht fühlen sie sich von dem Vorgehen der Stadt vor den Kopf gestoßen, immerhin tragen sie in nicht unerheblichem Maße dazu bei, dass die Stadt ihren gesetzlichen Versorgungsauftrag bei der Kinderbetreuung erfüllen kann.

Das Grundproblem bleibt: Es gibt zu wenige Erzieher. Und der Druck auf die wenigen ist ohnehin groß genug. Die Ungleichheit bei der Bezahlung gießt nun noch einmal Öl ins Feuer. Erzieher, die bei nicht-städtischen Einrichtungen arbeiten und dasselbe leisten wie ihre Kollegen, fühlen sich ungerecht behandelt. Attraktiver macht dieser Konflikt den Erzieher-Beruf nicht.

Als Elternteil muss man den Hut ziehen, wenn man sieht, mit welchem Engagement die meisten Erzieher trotz geringer Bezahlung und fehlender Anerkennung ihrem Beruf nachgehen. Und doch wächst die Unsicherheit. Weil man sich, wenn man seine Kinder in die Obhut einer Einrichtung gibt, für diese bestenfalls Bezugspersonen wünscht, die sie langfristig begleiten und zu denen sie Vertrauen haben. Und weil man stattdessen, befeuert noch durch die Arbeitsmarktzulage, ständige Personalwechsel oder im schlimmsten Fall sogar die Schließung einer Gruppe aus Personalmangel befürchten muss.

Auch die Stadt gewinnt durch ihr Vorpreschen nicht: Sie erntet zurecht Kritik. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

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