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Jubiläum

Bei Donikkl brodelt die Halle

Der VKKK feierte sein 30-jähriges Bestehen. Zur Mitmach-Party strömten 400 Kinder und ihre Eltern ins Lappersdorfer Aurelium.
Von Martina Groh-Schad

Bei Donikkl durften alle Kinder Piraten sein – und natürlich auch er selbst. Foto: Martina Groh-Schad
Bei Donikkl durften alle Kinder Piraten sein – und natürlich auch er selbst. Foto: Martina Groh-Schad

Regensburg.Vor der Party wird Donikkl von einer Traube Kinder umringt. Alle wollen ein Autogramm von dem Künstler, der mit seinen Partys für Kinder Hallen zum Brodeln bringt und gute Laune versprüht. Der dreifache Gewinner des Deutschen Kindermusikpreises schreibt wieder und wieder seinen Namen, lächelt in Kameras und scherzt mit den Kindern und ihren Eltern. Für die Party zum 30-jährigen Bestehen des Vereins zur Förderung von krebskranken und köperbehinderten Kindern (VKKK) spielt der Künstler mit seinen Kollegen Minna von Starkstrom und Erich dem Koch ohne Gage und hofft als Botschafter für den Verein auf viele Spenden, um die Arbeit der Aktiven zu unterstützen, die sich der Förderung und Hilfe von krebskranken und körperbehinderten Kindern verschrieben haben.

Kaum einer weiß, dass Donikkl auch ganz ohne Publikum mehrmals im Jahr ins Krankenhaus geht, um Auge in Auge mit den jungen erkrankten Patienten Musik zu machen. „Es gibt nichts Schöneres als die Augen eines Kindes zum Funkeln zu bringen“, sagt der Musiker.

Spende des Donikkl-Fanclubs

Vor der Party konnten sich die Kinder ein Autogramm von Donikkl holen. Foto: Martina Groh-Schad
Vor der Party konnten sich die Kinder ein Autogramm von Donikkl holen. Foto: Martina Groh-Schad

Bevor es mit dem Programm auf der Bühne richtig los geht, sorgt der Donikkl-Fanclub schon einmal für strahlende Augen bei der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Irmgard Scherübl, und überreicht ihr einen Scheck über 1500 Euro. Mit den Spenden der Partygäste und den Geldern, die bei weiteren Veranstaltungen in diesem Jahr gesammelt werden konnten, plant der Verein derzeit ein neues Projekt. Im Bereich der Regensburger Kinderuniklinik soll ein Spielplatz entstehen. „Die Kinder, die zur Therapie kommen, sollen sich vorher austoben können, bevor sie die Behandlung durchstehen müssen“, sagt Scherübl. „Danach sollen sie sich darauf freuen können, wieder den Spielplatz zu besuchen.“ Aktuell werde nach einem passenden Standort gesucht.

Bei Zauber-Clown Emma standen die Kinder geduldig Schlange, um eine Luftballon-Figur zu ergattern. Foto: Martina Groh-Schad
Bei Zauber-Clown Emma standen die Kinder geduldig Schlange, um eine Luftballon-Figur zu ergattern. Foto: Martina Groh-Schad

Lange Schlangen warten derweil geduldig bei Zauberclown Emma, die im Laufe des Nachmittags mehrere Hundert Luftballon-Tiere und andere Figuren aufbläst und kunstvoll knotet. Auch sie ist ohne Gage bei der großen Mitmachparty dabei. „Es ist mir wichtig, dass ich so eine wichtige Sache, die der VKKK vertritt, unterstützen kann“, sagt sie. Donikkl hat sich Unterstützung mitgebracht. Wie es sich für einen großen Künstler gehört, tritt er mit einem Vorprogramm an und überlässt zu Beginn Frisbi Jones aus Nürnberg die Bühne. Der noch neue Kindermusik-Macher fällt durch seine Ukulele auf, der er gleich ein Lied widmet. „Mit Hawai im Herzen ist es nie zu spät“, trällert er und schon bald singen alle Kinder seine fröhlichen Ohrwürmer mit.

Temperatur steigt schnell an

Als Donikkl mit Minna von Starkstrohm und Erich dem Koch die Bühne stürmt, ist das Publikum schon warm. Donikkl begeistert seine Fans gleich mit seinen bekannten Stücken wie „Aram Sam Sam“ und „Der kleine Haifisch“ und so dauert es nicht lange, bis die Halle brodelt und alle mitsingen. Die Temperatur steigt im Aurelium merklich an, doch das stört Donikkl kein bisschen.

Selbst die Eltern sind gefragt, als die Kinder mit einem selbst gebastelten Bus eine Polonaise durch die Halle machen. Die Eltern stehen als Tunnel bereit und werden eingebunden. Den Bus aus einem Pappkarton hat Irmgard Scherübl gebastelt und dem Künstler überreicht, der gerade sein 18. Bühnenjahr feiert. „Was schenkt man jemanden zum 18. Geburtstag?“, fragt die zweite Vorsitzende des VKKK. „Natürlich ein Auto.“ Im Fall von Donikkl, der für viele Konzerte unterwegs sein muss und sein Team dabei hat, muss es gleich ein Bus sein.

Unsere Bildergalerie zeigt Eindrücke von der großen VKKK-Party:

VKKK feierte mit Donikkl

Eine Piratenbande im Aurelium

Großer Andrang vor der Bühne. Alle wollten hinauf zu Donikkl. Foto: Martina Groh-Schad
Großer Andrang vor der Bühne. Alle wollten hinauf zu Donikkl. Foto: Martina Groh-Schad

Wer Donikkl kennt, der weiß, dass er nie lange allein mit seinen Kollegen auf der Bühne bleibt, sondern auch die Kinder mit nach oben holt. Der Ansturm ist groß, aber die Mitarbeiter vom VKKK sorgen dafür, dass die Kinder nacheinander nach oben klettern. Beim Piratenlied verteilt der Künstler gleich noch passende Hüte und so scheint eine ganze Piratenbande nun das Aurelium eingenommen zu haben.

Auch die Eltern bekommen keine Pause. Erst holt Donikkl die Mütter und später auch die Väter auf die Bühne, so dass nach dieser Mitmachparty alle wissen, wie man schunkelt, um für Stimmung zu sorgen.

Am Ende gönnt Donikkl dann doch allen Kindern eine Pause und lässt sie auf dem Boden liegen. „Wir halten jetzt alle ganz still“, erklärt er. „Dann steht morgen in der Zeitung, dass bei Donikkl alle eingeschlafen sind.“ Wohl kaum. Den Künstler selbst hält es nur wenige Augenblicke auf den Boden und schon wieder hopst, springt, schunkelt und tanzt er über die Bühne. Beim Fliegerlied, das zu seinen erfolgreichsten Liedern zählt, hält es im Aurelium auch keinen Erwachsenen mehr auf seinem Stuhl. Alle tanzen und feiern mit dem VKKK eine ausgelassene Party – ganz so, wie es ich die Organisatoren gewünscht haben.

30 Jahre Unterstützung für kranke Kinder und ihre Familien

  • Anfänge:

    Der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK) wurde in Lappersdorf vom inzwischen verstorbenen Fritz Anetzeder gegründet. Ein an Krebs erkrankter Junge aus der Gemeinde gab den Anstoß. Anetzeder beschloss, dass er etwas tun müsse und begann durch Aktionen Unterstützer und Spenden zu sammeln, mit dabei die Mittelbayerische Zeitung und der Radiosender Charivari.

  • Projekte:

    Zu einer wichtigen Aufgabe des Vereins entwickelte sich der Aufbau eines Elternhauses, damit Eltern ihren kranken Kindern rund um die Uhr nahe sein können. Inzwischen hat der Verein ein neues Elternhaus neben der Kinder-Uniklinik Ostbayern eröffnet. Er finanziert die Spiel- und Musiktherapie auf der onkologischen Station und die Stellen einer Psychologin sowie des Dokumentations- und medizinisch-technischen Assistenten und vieles mehr.

  • Ausblick:

    Wichtigster Auftrag ist die persönliche Hilfe für betroffene Familien. Jedes Jahr benötigt der Verein 300 000 Euro, um all seine Aktivitäten zu finanzieren. Botschafter wie der Schauspieler Marcus Mittermeier und Donikkl spielen eine wichtige Rolle. Sie tragen die Belange des VKKK mit Veranstaltungen in die Öffentlichkeit. Weitere Informationen und Spendenkonten gibt es im Internet unter www.vkkk-ostbayern.de.

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