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Preisverleihung

Benedikt Pirk ist „freier Geist“

Die Gedanken sind frei. Weil zum Querdenken dennoch Mut gehört, honoriert der Bund für Geistesfreiheit jedes Jahr in Regensburg den „Freien Geist“.
Von Flora Jädicke, Mz

Benedikt Pirk bedankt sich für den Preis und das Vertrauen. Foto: Jädicke

Regensburg. Benedikt Pirk ist „Freier Geist 2013“. Kaum war er in Regensburg angekommen, habe der Schwabe aus Weinstadt/Endersbach sich engagiert und die Piraten in Regensburg auf Vordermann gebracht. Armin Schmid vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hatte den Querkopfaus der Nähe von Stuttgart, für den „Freien Geist 2013“ vorgeschlagen. „Weil er mich mit seinem Engagement inspiriert hat“, lautet die Begründung. Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) ehrt freie Denker bereits im achten Jahr.

Benedikt Pirk ist einer von ihnen. Menschlich tritt er integrierend auf. Einer, der zusammenführt. Seit November teilt er sich mit einem weiteren Piraten den Posten des Vertrauenspiraten für Bayern. Zu ihm kommen also alle, die Ärger haben in der Partei. „Ich versuche dann zu schlichten“, sagt Pirk.

In der Sache tritt er häufig gegen gängige Denkmuster auf. Innerhalb von sechs Tagen hat er mit den Piraten Regensburg die „Acta Demonstration“ mit gut 1400 Demonstranten auf die Beine gestellt. Deutliche Worte fand er in einem Leserbrief zum Thema „Die Pille danach“, nachdem in Regensburg eine Frau bei den Barmherzigen Brüdern in einer Notsituation abgewiesen worden war. Auch das Klinikum der Universität hatte damals signalisiert, keine Pille danach ausgeben zu wollen. Begründet wurde dies jeweils mit der Nähe zum katholischen Glauben.

Für seine klare Stellungnahme gegen konfessionelle Glaubensbekenntnisse erhielt Pirk mehrere Drohbriefe und -anrufe im Piratenbüro. „Wären sie an meine private Anschrift gegangen, hätte ich die Polizei eingeschaltet“, sagt Pirk im Gespräch.

Tina Lorenz, Laudatorin und ebenfalls Piratin lobte Pirk als mutigen Zeitgenossen: weil er sich mit seinem Slogan „Religion ist Privatsache“ in einer Stadt hingestellt habe, in der das Katholische sakrosankt sei. „Freiheit heißt eben nicht nur die Freiheit zur Ausübung einer Religion“, fuhr Lorenz fort. „Sie bedeutet auch die Freiheit von religiöser Bevormundung.“ Lorenz nutzte ihre Laudatio auch, um auf Unterschiede bei der Bewertung von Feiertagen aufmerksam zu machen. Alle Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften verdienten dabei Beachtung.

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