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Kirche

Benedikt XVI. hat Regensburg im Blick

Im Gespräch mit Hermann Goß zeigte sich der Papst em. sehr gut informiert – aus der Lektüre seiner Mittelbayerischen.
Von Helmut Wanner, MZ

Hermann Goß erlebte bei der Privataudienz am Sonntag einen hoch zufriedenen Papst em. Benedikt XVI, der auch noch zu Scherzen aufgelegt war: „Kümmern Sie sich um die Heiligsprechung von Bischof Sailer!“ Foto: Bischofshof

Regensburg.Daran hat sich nach seinem Rücktritt am 28. Februar 2013 nichts geändert: Aufmerksam liest der emeritierte Papst Benedikt XVI. in seinem Ruhesitz die Mittelbayerische Zeitung. Davon konnte sich jetzt auch der stellvertretende Vorsitzende des Welterbe Kulturfonds Regensburg, Brauereidirektor Hermann Goß, überzeugen, als er Benedikt an seinem Ruhesitz besuchte, den ihm der Vatikan in einem Teil des Klosters Mater Ecclesiae eingerichtet hat. „Ich habe ihm von unserem Sailer-Projekt berichtet und Unterlagen mitgebracht. Da stellte sich heraus, dass Benedikt schon davon wusste. Woher? Aus seiner täglichen Lektüre der MZ !“, äußerte sich Goß im MZ-Gespräch.

Benedikts Sekretär Erzbischof Georg Gänswein hatte Details des Treffens am Abend der Kardinalserhebung bei einem „Bruckmandl“ besprochen. „Es waren die letzten Biere, die wir auftreiben konnten“, stellt Goß in der Rückschau fest. 500 bis 1000 Gäste waren ins Palais der Glaubenskongregation gekommen, um mit dem neuen Kardinal Dr. Gerhard Ludwig Müller zu feiern. Dabei sind ein paar Mal die Sicherungen ausgefallen. An der spannungsgeladenen Anwesenheit von Bischof Tebartz van Elst soll es nicht gelegen haben. Hermann Goß: „Das römische Stromnetz war schuld.“

Am Sonntag, 23. Februar, um 17 Uhr, empfing der emeritierte Papst den Vertreter aus Regensburg, um sich über das Projekt „Restaurierung des Sailer-Denkmals“ informieren zu lassen. Goß sah einen 86-jährigen Pontifex, der in seiner neuen Position als Emeritus „einen total zufriedenen Eindruck machte“. Benedikt habe sich extrem gefreut, dass sich der Welterbeverein der Sache Sailers annimmt. Der Verein, so wusste er, hat sich zum Ziel gesetzt, das Denkmal zu sanieren und danach Ende Mai am ursprünglichen Standort, dem Emmeramsplatz, wieder aufzustellen.

„Auf den Emmeramsplatz, da gehört er auch hin“, meinte Benedikt, der bekanntlich ein Verehrer des berühmtesten bayerischen Bischofs des 19. Jahrhunderts und Erziehers von König Ludwig I. ist. Mit Freude schaute er sich alte Ansichtskarten an, die Sailer an seinem alten Standort zeigen. Am Ende des Gesprächs scherzte der emeritierte Papst: „Kümmern Sie sich um die Heiligsprechung!“. Goß lachte: „Dafür bin ich nicht zuständig.“

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