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Berufsschulen: Weber über Regierung verärgert

Der Totalverlust der Bauberufe schmerzt Regensburg. Zimmerer, Bautechniker und Maurer müssen künftig nach Neumarkt.
Von Claudia Böken, MZ

Wer ein Bauhandwerk lernt, muss künftig nach Neumarkt in die Schule fahren.Archiv

Regensburg. Die Strukturreform der Berufsschulen ist auch an Regensburg nicht spurlos vorüber gegangen. „Wir haben für die Berufsschulen vieles erreicht, aber wir hätten noch mehr erreichen wollen“, erläuterte Bürgermeister Gerhard Weber dem Schulausschuss. Die Regierung habe das flache Land seiner Meinung nach deutlich bevorzugt. Am meisten ärgert ihn: „In monatelangen schwierigen Verhandlungen mit Bürgermeistern und Landräten wurde nach akzeptablen Lösungen gesucht und wir hatten hinter verschlossenen Türen schöne Ergebnisse erzielt. Die Regierung hat das bei ihren Entscheidungen nicht interessiert.“

Immerhin bleiben die die IT-und die Informatik-Kaufleute jetzt doch in Regensburg. „Es wäre Wahnsinn gewesen, die nach Wiesau zu schicken, schließlich ist das die wichtige Facharbeiter-Ebene für die Regensburger Technlogie-Betriebe“, so der Bürgermeister. Allerdings müssen die Automobilkaufleute nach Schwandorf; Weber bezweifelt stark, dass dort so viele benötigt werden, wie in Regensburg.

Am schmerzlichsten jedoch sei der Totalverlust der Bauberufe: Zimmerer, Bautechniker und Maurer müssen nach Neumarkt, Bauzeichner nach Weiden. Er hatte sich mit dem Landrat von Neumarkt auf eine andere Lösung geeinigt, wo Weber – vergeblich. Inzwischen machen sich auch die Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer (CSU) und Tanja Schweiger (Freie Wähler) gegen die Verlagerung der Bauklassen stark. Eine entsprechende Petition der Bauinnung wird am heutigen Donnerstag im Landtag behandelt.

„Unerhört, man macht auf dem Rücken der Schüler Strukturpolitik“, ärgerte sich auch Christa Meier (SPD). Allerdings wundere sie sich, dass außer Neumarkt alle Landräte und Bürgermeister zugestimmt hätten. Weber widersprach: „Wir haben nicht zugestimmt, die Regierung hat einfach eine Rechtsverordnung erlassen.“

„Vielleicht kann man das Beton-Prüflabor verkaufen“, antwortete der Leiter des Amts für Schulen, Gerhard Schnabl, auf die Frage, was mit den hoch modernen und teuren Lehrmitteln geschehen werde. Er erläuterte dem Ausschuss auch, dass die Änderungen für die Berufsschulen I und III kein Problem darstellten. Ganz anders sei es an der Berufsschule II. Dort müsse man wohl die Zahl der nebenamtlichen Lehrer zurückfahren. Und bei den Bau-Lehrern müsse man sehen, ob man die eventuell im städtischen Bauamt beschäftigen kann, erklärte Gerhard Schlabl.

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