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Bildschirmmedien beeinflussen Kinder

Die Uni Regensburg hat untersucht, wie Smartphone und Co. auf Kinder wirken: Sie beeinträchtigen die Vorstellungskraft.

Kinder, die viel vor dem Bildschirm sitzen, entwickeln Vorstellungsfähigkeiten später. Dabei sind die wichtig für viele kognitive Funktionen. Foto: Florian Schuh/dpa
Kinder, die viel vor dem Bildschirm sitzen, entwickeln Vorstellungsfähigkeiten später. Dabei sind die wichtig für viele kognitive Funktionen. Foto: Florian Schuh/dpa

Regensburg.Stellen Sie sich eine Blumenwiese an einem sonnigen Tag vor: Sie leuchtet in unterschiedlichen Grüntönen, durchsetzt mit blauen, violetten, gelben, weißen und roten Farbtupfern – den bunten Blüten der Wiesenblumen. Schmetterlinge flattern umher, Vögel zwitschern und es steigt Ihnen der würzige Geruch der Wiesenkräuter in die Nase…

Dass wir bei einer solchen Aufgabe die Wiese vor unserem „inneren Auge“ sehen können, vielleicht sogar das Vogelzwitschern hören, liegt an der Vorstellungskraft. Diese Fähigkeit haben nun Pädagogen der Universität Regensburg, gefördert von der Software AG Stiftung, bei Kindern untersucht – und zwar im Zusammenhang mit dem häuslichen Bildschirmkonsum per Fernseher, Tablet oder Smartphone. Sie fanden heraus, dass eine häufigere Nutzung von Bildschirmmedien mit einer verzögerten Entwicklung von Vorstellungsfähigkeiten einhergehen kann.

Die Vorstellungskraft (Englisch mental imagery) wird nicht zuletzt beim Lesen deutlich. Wer etwa Goethes Italienische Reisen richtig liest, nimmt die beschriebenen Berge und Städte innerlich wahr. Die Fähigkeit, solche inneren Bilder zu erzeugen, geht wesentlich auf tatsächliche Erlebnissen und Erfahrungen mit den Vorstellungsobjekten zurück. Generell stellt die Vorstellungskraft bei Kindern und Erwachsenen einen wichtigen Baustein für kognitive Funktionen, wie etwa Denken, Problemlösen, Sprache und Fantasie dar.

Blicken wir aber auf einen Bildschirm, nimmt uns dieser hierbei viel Arbeit ab. Vor allem dann, wenn Bildschirmmedien genutzt werden, um Bilder oder Filme zu konsumieren. Die über den Bildschirm vermittelten Reize werden dem Zuschauer schon „vollständig“ präsentiert. Die eigenständige Erzeugung oder Ergänzung von Bildern, wie dies beim Hören oder Lesen einer Sprache erforderlich ist, entfällt.

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An der Regensburger Studie nahmen 266 Kindergartenkinder und Grundschüler zwischen drei und neun Jahren teil. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die Vorstellungskraft im Beobachtungszeitraum umso langsamer entwickelte, desto länger die tägliche Nutzung von Bildschirmmedien andauerte. Das galt für passive Bildschirmnutzung, etwa am Fernseher, genauso, wie für die sogenannten aktiven Medien, wie Smartphone, Tablet oder PC. Die Wissenschaftler raten daher zu einer besonneneren Bildschirmnutzung und mehr kompensatorischer Aktivität.

Rat der Pädagogen

  • Hilfe:

    Eltern sollten die Bildschirmzeit überwachen und auf interaktive Apps setzen, die die aktive Bilderzeugung anregen. Ausgleich können etwa die gesprochene Sprache, Vorlesen und (kreative) Aktivitäten „draußen“ schaffen.

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