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Bischof lädt Gläubige in die Kirchen ein

Rudolf Voderholzer betont in seiner Osterpredigt: Für Besuche Einzelner stehen die Gotteshäuser nach wie vor offen.

Bischof Rudolf Voderholzer während der Feier der Osternacht Foto: Isabel Kirchner/Bistum Regensburg
Bischof Rudolf Voderholzer während der Feier der Osternacht Foto: Isabel Kirchner/Bistum Regensburg

Regensburg.In äußerst schlichtem Rahmen hat Bischof Rudolf Voderholzer die diesjährige Osternacht gefeiert: Es gab kein Osterfeuer, keinen Gesang der Regensburger Domspatzen, kein volles Chorgestühl, keine vollen Bänke, nicht einmal ein Weihrauchfass – und dennoch sei es eine sehr österliche Feier gewesen, teilte die bischöfliche Pressestelle am Sonntag mit.

In der Predigt, die sehr persönlich gehalten war, sprach Bischof Rudolf den Schmerz an, sich in diesem Jahr nicht versammeln zu können, das Osterfest nicht in Gemeinschaft begehen zu können. „Es ist, als ob der Karfreitag und der Karsamstag noch irgendwie andauerten, als ob die Fastenzeit in eine Verlängerung geht bis auf immer noch unbestimmte Zeit.“ Auch die technischen Möglichkeiten, die eine Live-Übertragung der Gottesdienste für die Gläubigen erlaubten, seien nur ein notdürftiger Ersatz.

Osterfeier ist gerade jetzt wichtig

Umso wichtiger sei es aber, gerade in diesem Jahr Ostern zu feiern. Das Licht der Osterkerze sagt uns: „Gott ist uns nicht fern. Er hat in Jesus am Kreuz alle Krankheiten für und mit uns getragen. Er hat unsere finsteren Nächte mit uns durchlitten. Er lässt uns mit unseren Tränen nicht allein.“ Und er werde uns auch helfen, nachzudenken, welche Lehren wir als einzelne und als Gesellschaft aus dieser für uns alle so überraschenden, aber tiefgreifenden Krise ziehen, was wir für unseren Lebensstil, für unsere Lebenshaltung daraus lernen müssten.

Und außerdem ­– dies sei der Grund für den Osterjubel – sage uns das Licht der Osterkerze auch, dass das Leben stärker als der Tod ist: „Es gibt ein Morgen, und es gibt auch eine Auferstehung von dem Tod.“ Der Bischof forderte auf, diese gute Nachricht von Ostern weiterzusagen, über welches Mittel auch immer. „Alle sollen es erfahren, auch die, die in einem Alten- oder Pflegeheim schon lange keinen Besuch mehr bekommen durften.“ In diesem Sinne beendete Bischof Voderholzer seine Predigt mit dem Ausruf: „Das Leben siegt, und alles wird gut! Halleluja!“

Am Ende der Eucharistiefeier wünschte Bischof Voderholzer allen ein frohes und gesegnetes Osterfest und ermutigte: „Nehmen Sie das Licht in Ihre Häuser herein.“ Dann richtete der Bischof seinen Dank an alle, die zu der Feier beigetragen hatten, nicht zuletzt an die, die den Dom so besonders schön geschmückt hatten. Dies gelte nicht nur für den Dom: Auch überall im Bistum seien Kirchen jetzt österlich hergerichtet. „Es ist nicht verboten, in eine Kirche zu kommen“, betonte der Bischof und riet den Gläubigen, das Angebot der offenen Kirchen zu nutzen. Am Schluss fasste Bischof Voderholzer zusammen, was viele momentan bewegt: „Wir hoffen und beten inständig, dass der Herr uns bald auferstehen lasse aus dem Grab der Corona-Krise.“

Acht Mitwirkende im Dom

Bischofskaplan Michael Dreßel, Diakon Peter Nickl, Domkapellmeister Christian Heiß, die Chorleiterin der Domspatzen, Kathrin Giehl, Chorleiter Max Rädlinger, Hörgeschädigtenseelsorger Christian Burkhardt und Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber wirkten an der Feier der Osternacht mit. Da das Osterfeuer ausfallen musste, hatte Bischof Rudolf vor Beginn der Feier die Osterkerze in der Sakristei bezeichnet – mit dem Gebet, das gewöhnlich am Osterfeuer gesprochen wird: „Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.“ Anschließend steckte er die Nägel in das Wachs, ebenfalls mit dem entsprechenden Gebet, und zündete die Osterkerze an, die vom Diakon dann in die Kirche getragen wurde.

Kirche

Papst feiert in fast leerem Dom

Die Corona-Pandemie überschattet das christliche Osterfest. Papst Franziskus predigt heute im fast leeren Petersdom.

Die offizielle Lichtfeier begann mit einem einmaligen „Lumen Christi“, woraufhin das Licht der Osterkerze weitergegeben wurde: 33 Osterkerzen, die für die 33 Dekanate des Bistums Regensburg stehen, waren auf den Altarstufen verteilt. Sie wurden stellvertretend für die vielen Menschen im Bistum angezündet, die in diesem Jahr keiner Osternacht beiwohnen konnten. In seiner Predigt wies der Bischof daraufhin, dass die Zahl 33 auch für die 33 Lebensjahre Jesu stehen könne, „für sein ganzes Wirken, seine Worte, Zeichenhandlungen und Heilungen, für den ganzen Weg nach Jerusalem hin zum Kreuz, ein Weg, der durch das österliche Auferstehungslicht endgültig in seiner tiefen heilbringenden Bedeutung für die Menschheit erkannt wird.“

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