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Musik

Blasbrothers für guten Zweck unterwegs

Jeder Kilometer ihres Blasmusik-Marathons soll vergoldet werden. Am Sonntag spielen sie auf der Regensburger Dult.
Von Gabi Hueber-Lutz

Blasmusikmarathon im RVV-Bus. Foto: Josef Dummer
Blasmusikmarathon im RVV-Bus. Foto: Josef Dummer

Regensburg.Wenn die Blasbrothers am Sonntag auf der Dult ins Hahn-Zelt einziehen, haben sie schon einen langen Weg hinter sich und eine formidable Begleitung an ihrer Seite. Sie waren dann in Brixen, Budavár und Pilsen, haben auf dieser Tour Musikerkolleginnen und -kollegen getroffen. Weil diese sie begleiten werden, wird der Klangkörper mit jeder Station umfangreicher, bis er dann am Sonntag auf der Dult seine volle Kraft und Schönheit erreicht haben wird.

Dass das auch zusammenpasst und ein musikalisches Erlebnis wird, daran hat Franz Rumstadt, der Kapellmeister der Blasbrothers, gar keine Zweifel. „Es gibt ein paar Schlager der Blasmusik“, verrät der junge Musiker. Diese „Schlager“ hat quasi jede Blaskapelle drauf, auch grenzübergreifend. Da gehört selbstverständlich das „Rehragout“ dazu, die „Vogelwiese“ oder „Dem Land Tirol die Treue“.

Keine gemeinsamen Proben geplant

Deshalb ist er guter Hoffnung, dass das Zusammenspiel auf Anhieb funktionieren wird. Gemeinsame Proben wird es eher nicht geben, aber in jedem Ort ist ein Konzert geplant. Dabei sind die Musiker durchaus spontan. Telefonisch ist alles einigermaßen abgesteckt, aber einen genauen Ablaufplan für ihren viertägigen Marathon durch vier Länder gibt es nicht.

Die Besetzung hat sich zum Teil geändert und erweitert, der Sound ist der Gleiche geblieben. Dazugekommen ist seit 2014 das soziale Engagement. Heuer hat sich dafür ein gemeinnütziger Verein gegründet mit Franz Rumstadt als Vorsitzendem. Foto: Aylin Weigert
Die Besetzung hat sich zum Teil geändert und erweitert, der Sound ist der Gleiche geblieben. Dazugekommen ist seit 2014 das soziale Engagement. Heuer hat sich dafür ein gemeinnütziger Verein gegründet mit Franz Rumstadt als Vorsitzendem. Foto: Aylin Weigert

Hinter der ganzen Aktion steht ein großer gemeinsamer Gedanke. Die Blasbrothers überraschen ja seit ein paar Jahren immer wieder mit ausgefallenen Aktionen, die viel Spaß bringen, an deren Ende aber jeweils auch eine konkrete Zahl steht, eine Summe in Euro, die dann einem sozialen Zweck zugute kommt.

Heuer hat sich die Formation einen musikalischen Marathon nach Südtirol, Ungarn und Tschechien vorgenommen, um dort Blaskapellen aus den Regensburger Partnerstädten Brixen, Budavár und Pilsen zu treffen. Die Kilometer, die sie dabei zurücklegen, lassen sie sich vergolden. Viele Sponsoren haben sie schon gefunden, die ihr Engagement Kilometer für Kilometer mit Euros belohnen.

Geld des ersten Marathons kam Bruckmandl zugute

Für die Blasbrothers ist es bereits der fünfte Marathon zugunsten eines sozialen Zwecks beziehungsweise einer sozialen Institution. Der erste gute Zweck war der, dem Regensburger Bruckmandl seinen Arm wieder zu geben. Da haben sie sich der Aktion angeschlossen, bei der für die Restaurierung des lädierten Wahrzeichens auf der Steinernen Brücke gesammelt wurde.

Die Formation ist aus einer Fünfergruppe entstanden, die sich vor zehn Jahren am Albertus-Magnus-Gymnasium gegründet hat. Sie spielte konzertante Blasmusik und Volksmusik der bayerisch-böhmischen Ausprägung. Foto: H. C. Wagner
Die Formation ist aus einer Fünfergruppe entstanden, die sich vor zehn Jahren am Albertus-Magnus-Gymnasium gegründet hat. Sie spielte konzertante Blasmusik und Volksmusik der bayerisch-böhmischen Ausprägung. Foto: H. C. Wagner

Von da an war klar, dass das soziale Engagement keine Eintagsfliege sein sollte. Im Jahr darauf absolvierten sie innerhalb von vier Tagen 16 Auftritte in elf Städten. Und wiederum ein Jahr später war die Idee des Marathons geboren, denn die Musiker spielten und marschieren 42 Kilometer lang. Im letzten Jahr fuhren sie spielender Weise 24 Stunden in einem Bus durch Regensburg. Der Erlös ging im letzten Jahr an die Lebenshilfe. Dabei bleibt es auch in diesem Jahr. Er kenne die Lebenshilfe als gebürtiger Hainsackerer schon lange, erzählt Rumstadt.

Aktion

Wenn eine Polka im Stadtbus erklingt

Die BlasBrothers aus Lappersdorf absolvierten einen Blasmusik-Marathon. Für den guten Zweck musizierten sie 24 Stunden lang.

Die Arbeit dort hat auch seine Bandmitglieder begeistert. „Da gibt es direkte Berührungspunkte, da sieht man, wo das Geld hinkommt“, schwärmt der Kapellmeister. Deshalb ist die Lebenshilfe auch in diesem Jahr wieder ihr Spendenziel. Am heutigen Donnerstag geht die Tour in deren Zentrum in Gebelkofen los. Neben den sieben Bandmitgliedern sind auch noch sieben Begleiter im Tour Bus mit dabei. Viel Schlaf werden sie während dieser Zeit nicht bekommen, vermutet Franz Rumstadt. Das hat die junge Truppe schon einkalkuliert. Die meisten von ihnen sind zwischen 20 und 25 Jahre alt. Sie spielen auf Festen oder Hochzeiten, machen aber auch „richtige Kirchenmusik“.

Blasbrothers machen Musik nur in der Freizeit

Das alles ist Hobby. Die Arbeit findet in ganz normalen Berufen oder im Studium statt. Der jährliche soziale Einsatz, den sie weiterhin Marathon nennen, ist für sie mittlerweile zum Highlight ihres musikalischen Daseins geworden. Und auf die Musikerkolleginnen und -kollegen aus den anderen europäischen Ländern freuen sie sich heuer ganz besonders.

Benefiz

Nach 42,195 Kilometern Zieleinlauf im Festzelt

Die „BlasBrothers“ ziehen am Samstag in einem Marathon erst durch die Stadt und dann auf die Dult.

Am Sonntag werden sie gegen 19.30 Uhr im Hahn-Zelt erwartet. Natürlich spukt auch eine vage Zahl in den Köpfen herum. Zwischen 4000 und 6000 Euro erhofft man sich schon. Es kann sich natürlich bis zum Sonntag im Hahn Zelt jeder anschließen, der auch finanziell noch mit dabei sein möchte. Die Abwicklung läuft über den Verein Blasmusik-Marathon. Paten für die Kilometer können sich unter (0151) 70 035 374 melden oder sich per Mail an bmm19@web.de wenden.

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