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Wirtschaft

BMW Regensburg baut zwei Hybridmodelle

Aufbruchstimmung beim Autobauer: Der SUV X1 und das Coupé X2 rollen 2020 in Harting vom Band. Die 9000 Mitarbeiter bleiben.
Von Marion Koller

Diesen X1 Hybrid baut das Wek Regensburg ab dem Frühjahr. Foto: Julia Knorr/BMW
Diesen X1 Hybrid baut das Wek Regensburg ab dem Frühjahr. Foto: Julia Knorr/BMW

Regensburg.Ein mächtiger roter Kran zeigt, dass sich das BMW-Werk Regensburg wandelt. Er steht in der Montagehalle und durchstößt das Dach. Darüber soll in den nächsten Monaten ein höheres Dach errichtet werden. Dann steht genügend Platz zur Verfügung, denn der Einbau bestimmter Komponenten für den E-Antrieb verlangt höhenverstellbare Förderbänder. Jeder Mitarbeiter wird entscheiden, wie hoch das Auto hängen soll, das er montiert. Etwa 300 Millionen Euro investiert der Autobauer in den Werksumbau, die Mitarbeiterschulung und den Klimaschutz am Standort. Diese Summe steht für die Neuausrichtung. „Die Transformation des Werks hat begonnen“, sagt Standortleiter Frank Bachmann am Freitag bei der Jahrespressekonferenz.

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Der Manager steht auf dem Dach einer der vielen Hallen und blickt zufrieden auf den Kran. Der zeige die Kreativität der Mitarbeiter, die lange überlegt hätten, wie das neue Dach bei laufendem Betrieb am besten gebaut werden könne, sagt er den Journalisten.

Alle Antriebe von einem Band

Der Werksleiter, der erst im Juni vom englischen Oxford nach Regensburg gewechselt ist, gibt sich äußerst optimistisch. Auch in der Domstadt verfolgt BMW jetzt eine Elektrifizierungs-Strategie. Ab diesem Jahr werden hier die beiden Plug-in-Hybride X1 und X2 gebaut. Der kleine SUV X1 wird ab April in Harting vom Band rollen, das Coupé X2 im Juli – beide mit E-Antrieb und Verbrennungsmotor. „Es ist ein Aufbruch für die Region, dass wir im BMW-Werk jetzt E-Fahrzeuge bauen“, betont Bachmann.

Der neue BMW X1 Hybrid, der ab Mai in Regensburg gebaut wird. Foto: Wilfried Wulff/BMW
Der neue BMW X1 Hybrid, der ab Mai in Regensburg gebaut wird. Foto: Wilfried Wulff/BMW

Es gibt nach einem für die Automobil-Industrie durchwachsenen Jahr weitere gute Nachrichten von BMW Regensburg. Das Werk konzentriert sich auf die Kompaktklasse. Fahrzeuge mit unterschiedlichsten Antrieben werden auf einem Band produziert. „Wir stellen uns hochflexibel darauf ein, das Wunschmodell des Kunden mit genau dem Antrieb bauen zu können, den er haben möchte: Verbrenner, Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch“, betont der Werksleiter. „Die Vielfalt unseres Produktportfolios wird künftig mehr von den Antrieben als von den Karosserieformen geprägt.“

Optimistisch: Werksleiter Frank Bachmann Foto: BMW
Optimistisch: Werksleiter Frank Bachmann Foto: BMW

Reine E-Autos sind in Harting jedoch noch Zukunftsmusik. BMW betrachtet den X1 und X2 in Hybridform als Einstieg in die Regensburger Elektromobilität und kündigt weitere neue Modelle für die kommenden Jahre an. Die rund 9000 Beschäftigten müssen sich um ihre Arbeitsplätze keine Sorgen machen. Standortleiter Bachmann sagt: „Wir werden auch in Zukunft mit rund 9000 arbeiten.“ Doch hin und wieder könnten Mitarbeiter an einem anderen Standort eingesetzt werden.

Wirtschaft

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270 000 Fahrzeuge werden 2020 voraussichtlich im Werk gebaut. „Wir sind pickepackevoll mit Aufträgen bis Ende des Jahres“, stellt Bachmann fest. Der Standort sei also gut ausgelastet. Vor allem, wenn man bedenke, dass die Strukturmaßnahmen für die Zukunft 2020 in ihre heiße Phase gehen. In einer fünfwöchigen Sommerpause wird BMW Regensburg umbauen und modernisieren. Das ist bisher eine der längsten Produktionsunterbrechungen. Im Gegenzug müssen alle verfügbaren Produktionstage belegt werden, um das geplante Volumen zu schultern. Auch zwischen Weihnachten und Silvester 2020 soll gearbeitet werden.

Im Video sehen Sie die Zukunftspläne bei BMW

Das BMW-Werk rüstet sich für die Zukunft.

Regensburg muss laut Bachmann die Arbeitskosten reduzieren. Bekanntlich kürzt BMW auch vor Ort die Erfolgsbeteiligungen. Wenn Mitarbeiter in Rente gehen oder den Autobauer verlassen, werden diese Stellen nicht immer nachbesetzt.

Schon bei der Münchner BMW-Hauptversammlung im Mai hatten Aktionäre scharf kritisiert, dass der Autobauer zu zögerlich in die E-Mobilität einsteige. Das greifen am Freitag Journalisten auf. Bachmann widerspricht: „Ich glaube, wir haben rechtzeitig mit E-Antrieben angefangen.“ Nicht nur mit dem i3, der das meistverkaufte E-Auto deutscher Hersteller sei, sondern vorher schon mit den E-Minis. „Ich glaube, wir haben beim Thema E-Mobilität alles richtig gemacht.“

Geld für den Klimaschutz

E-Projektleiter Uwe Seitz aus München steuert einen weißen X1 xDrive25e ins BMW-Casino und erläutert das intelligente Fahrzeugkonzept. „Das Auto sagt Ihnen, mit welchem Antrieb sie am besten fahren.“ Fachzeitschriften bewerteten den kleinen SUV mit Bestnoten. Der Wagen eigne sich weniger für jemanden, der täglich 400 Kilometer zurücklege, sei aber ideal für Pendler, die 25 oder 30 Kilometer in die Arbeit fahren und dafür den E-Antrieb nutzen sowie für längere Strecken den Verbrenner. Der Löwenanteil der Arbeitnehmer lege kurze Pendelstrecken zurück. 45 250 Euro kostet der Plug-in-Hybrid. „Er ist 1500 Euro günstiger als der Verbrenner“, wirbt Seitz.

Im Video sehen Sie Werkleiter Frank Bachmann

Die ersten Hybrid-BMWs aus Regensburg kommen.

BMW steckt viel Geld in den Klimaschutz. Weil der größte Energiefresser in der Autofabrik die Lackiererei ist, wird diese für 100 Millionen Euro modernisiert. Vor den laufenden Robotern hinter Glaswänden, die Autos besprühen, erläutern Standortleiter Bachmann und Lackiererei-Chef Heinz Braun, wie die Anlage umweltfreundlicher gemacht wird. „Mit der neuen Technologie sparen wir alle halbe Stunde so viel Energie, wie ein Vier-Personen-Haushalt im ganzen Jahr verbraucht“, sagt Bachmann. Zwei von drei Lackierstraßen wurden in den beiden letzten Produktionsunterbrechungen bereits umgebaut. Die dritte Linie folgt heuer.

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Zum Klimaschutz trägt auch das betriebliche Ladenetz bei, das BMW installiert. In den nächsten Monaten werden Fachleute mehr als 200 neue Ladesäulen aufstellen – und das nicht nur innerhalb der Werktore, sondern auch auf Parkplätzen davor. Mitarbeiter und Öffentlichkeit profitieren. Projektleiter Christian Weber verspricht, dass 100 Ladepunkte mit Ökostrom an der Herbert-Quandt-Allee und an der B15, auf Höhe „Am Langwiesfeld“, ab Ende des Jahres nutzbar sein werden.

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Das BMW Group Werk Regensburg in Zahlen

  • Modelle:

    BMW 1er, BMW X1, BMW X2

  • BMW 4er Cabrio, BMW M4 Cabrio, BMW 2er GranTourer

  • Mitarbeiter:

    Rund 9000 (davon mehr als 300 Auszubildende)

  • Tagesproduktion:

    Rund 1100 Fahrzeuge, Jahresproduktion: 255 804 (2019),

  • Gesamtproduktion: mehr als 7,3 Millionen Fahrzeuge seit 1986

  • Gesamtinvestitionen:

    Rund 4,8 Milliarden Euro seit 1986

  • Plug-in Hybride:

    X1 xDrive25e und X2 xDrive25e verfügen jeweils über einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Der X1 lässt sich bis zu 57 km rein elektrisch fahren.

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