MyMz
Anzeige

Musik

Bob Dylan kommt nach Regensburg

Eine kleine Sensation: Folk-Ikone Bob Dylan gastiert noch in diesem Jahr in der Donau-Arena. Zuletzt war er vor 15 Jahren hier.

Bob Dylan gastiert am 11. November 2015 in der Regensburger Donau-Arena.
Bob Dylan gastiert am 11. November 2015 in der Regensburger Donau-Arena. Foto: Argo-Konzerte

Regensburg.Bob Dylan ist einer der wichtigsten Singer-Songwriter des 20. Jahrhunderts, gilt als Inkarnation einer Gegenkultur, als Ausnahmekünstler. Für die Popmusik sei er „das Gleiche wie Einstein für die Physik“, schrieb einmal das US-Nachrichtenmagazin Newsweek. Die zahlreichen Grammy-Auszeichnungen, auch für sein Lebenswerk, dokumentieren die globale Wirkung dieses genialen Singer/Songwriters. Der Wegbereiter der Folk- und Rockmusik, dessen Gesamtauflage mehr als 110 Millionen Tonträger beträgt, kommt im Herbst zu Live-Konzerten nach Deutschland. Am 11. November ab 20 Uhr steht er auf der Bühne der Regensburger Donau-Arena. Der Vorverkauf startet am Freitag, 24. Juli.

Alles andere als ein Singkasper

Zuletzt gab Dylan im Jahr 2000 in Regensburg ein Konzert. Manfred Stuber, der mittlerweile verstorbene MZ-Kulturredakteur, schrieb damals: „Bob Dylan ist derzeit sagenhaft gut drauf. (...)Beim zweistündigen Konzert in der Donau-Arena zeigt sich Dylan, man muss das bei dem launischen Faun schon immer extra feststellen, voll konzentriert. Der ältere Herr, der nun auch schon in die Zielgerade seines sechsten Lebensjahrzehnts einbiegt am Tag zuvor wurde er 59 kommt ausgeschlafen auf die Bühne und er wird mit dem fortschreitenden Abend keineswegs schlapper. Er wird besser, intensiver und entspannter zugleich.“ Dylan trug damals einen dunklen, leicht westernmäßig geschnittenen Anzug mit weißen Smokingstreifen auf der Hosennaht, sang „The Times They Are A-Changin“ und als eine seiner endlosen Zugaben auch die Edel-Schnulze „Blowing In The Wind“, stets ein wenig variiert, um, wie Stuber schrieb, „nicht als ein Singkasper seines eigenen Repertoires dazustehen“.

Ein klassischer Dichter

Bob Dylan hat sich immer wieder neu erfunden. Er wandelte sich, wechselte die Richtung, tauchte ab, um dann erneut kometenhaft aufzusteigen. Dylan ließ sich nicht vereinnahmen, er bestimmte Tempo, Rhythmus und Inhalt. Er definierte mit seinen Songs Ideale, Ängste, Stimmungen von Generationen. Die Poesie seiner Texte und die Lyrik seiner Lieder verlieh ihm literarische Qualität, seine scharfe Beobachtungsgabe und sein politisches Verständnis machten ihn zum natürlichen Sprachrohr der Jugend, deren Aufbruch er in den 60er Jahren mitinitiierte und begleitete.

Seine Songs sind nicht nur Klassiker, sondern zum Teil in die amerikanische Literatur eingegangen: „The Times They are A-Changin’ “, „Blowin’ in the Wind“, „Like a Rolling Stone“, „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“, „Chimes of Freedom“ und andere mehr.

Wie Jesus und Marx zusammen

„Blowin’ in the Wind“,von Dylan in den frühen 60er Jahren geschrieben, von unzähligen Künstlern wie Joan Baez oder Pete Seeger interpretiert, begründete seinen Mythos. Die New York Times bezeichnete ihn als „Shakespeare des 20. Jahrhunderts“. Bob Dylan, der eigentlich Robert Allan Zimmerman heißt, in dem Dorf Duluth (Minnesota) geboren wurde und in der nahegelegenen Grubenstadt Hibbing aufwuchs, erzielte eine Wirkung wie vor und nach ihm kein zweiter Protagonist der Popkultur. Seine Texte befreiten die Rockmusik von ihrer Banalität. „Erst nachdem ich Dylan intensiv gehört hatte, achtete ich peinlich genau auf Texte, auf Aussagen“, gestand sogar John Lennon.

Bob Dylan gilt als „das Gewissen seiner Zeit, die er mit archetypischen Song-Chiffren prägte“ (Time) und für die er 1980 seinen ersten Grammy erhielt. 1993 konnte er einen Ehren-Grammy für sein Lebenswerk entgegennehmen, hielt Einzug in die legendäre „Hall of Fame“, wurde mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet und führte Regie bei cineastischen Seitensprüngen. Dylans Tourneen „werden bejubelt, als sängen Jesus und Marx gemeinsam oder seien die Beatles auferstanden“, urteilte Newsweek. Kaum ein wichtiger Musiker, der ihm nicht in irgendeiner Form Tribut zollte. (mz/bo)

Karten für das Dylan-Konzert in Regensburg gibt es ab Freitag, 24. Juli, auf https://www.mittelbayerische.de/tickets/ und bei den bekannten Vorverkaufsstellen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht