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Kritik

Brandlberg: Anwohner entladen ihren Zorn

Insbesondere die Verkehrsanbindung bewegt viele. Beim CSU-Bürgergespräch in Regensburg kam es zu hitzigen Diskussionen.
von Daniel Steffen

Laut einer Prognose sei im Jahr 2035 mit täglich 4900 Fahrzeugen zu rechnen, die den Kreuzungsbereich vom Brandlberg aus befahren. Ein Kreisverkehr komme an dieser Stelle nicht in Frage. Foto: Lex
Laut einer Prognose sei im Jahr 2035 mit täglich 4900 Fahrzeugen zu rechnen, die den Kreuzungsbereich vom Brandlberg aus befahren. Ein Kreisverkehr komme an dieser Stelle nicht in Frage. Foto: Lex

Regensburg.Den städtischen Untersuchungen wollten sie keinen Glauben schenken: Die Alt-Brandlberger und auch die künftigen Bewohner des Neubauviertels äußerten starke Zweifel daran, ob die geplante Verkehrslösung im Stadtteil wirklich tragbar ist. Weiterhin rückt die Stadt nicht von ihrem Vorhaben ab, es trotz der zu erwartenden 1400 Neueinwohner bei der bestehenden Kreuzung im Bereich der Grünthaler Straße zu belassen. Dies betonte Planungsreferentin Christine Schimpfermann mehrfach – und deshalb musste sie im proppenvollen Vereinsheim des BSC Regensburg auch massive Kritik einstecken. Zu dem Bürgergespräch eingeladen hatte die CSU-Stadtratsfraktion, die in Person von Erich Tahedl durch den Abend führte. Die Diskussionen wurden großenteils hitzig geführt.

Eine „abenteuerliche“ Zufahrt

Die Brandlberger hatten ihrer Ansicht nach mehrerlei Gründe, um die von der Stadt fokussierte Lösung anzuzweifeln. So staue sich der Verkehr in der Grünthaler Straße bereits jetzt – und das insbesondere in den Morgenstunden. „Kommen Sie mal um 7.15 Uhr hierhin“, forderte ein Anwohner Schimpfermann auf. Er sagte, dass er für den kurzen Abschnitt vom Brandlberg bis zur Pilsen-Allee acht Minuten brauche. Andere bemängelten, dass es im Neubaugebiet gerade einmal 50 Meter zwischen dem Kreuzungsbereich und den ersten Wohnbauten beziehungsweise dem geplanten Nahversorger seien – viel zu wenig, um einen normalen Verkehrsfluss zu gewährleisten. Die Diskussionsteilnehmer begrüßten es, dass vor Ort ein Nahversorger entstehe, befürchteten aber, dass dieser gemieden werde, wenn die Zufahrt dorthin ein „Abenteuer“ sei.

Dritte Spur ist „zu wenig“

Dass, wie von der Stadt angekündigt, der Verkehr an der Kreuzung auf künftig drei statt zwei Spuren abgewickelt werden soll, war für die Anwohner nicht einmal ein schwacher Trost. Aktuell kämen vom Brandlberg gerade einmal drei Autos durch eine Grünphase. Wie das klappen soll, wenn künftig morgens viele hundert Autofahrer vom Brandlberg losfahren, überstieg ihr Vorstellungsvermögen. Auch eine dritte Spur für Rechtsabbieger und eine angepasste Ampelschaltung ändere nicht viel an den Verhältnissen.

Das neue Vereinsheim des BSC Regensburg war zum Bersten voll. Foto: Steffen
Das neue Vereinsheim des BSC Regensburg war zum Bersten voll. Foto: Steffen

Laut einer Prognose, die Michael Köstlinger vom Stadtplanungsamt vorstellte, sei im Jahr 2035 mit täglich 4900 Fahrzeugen zu rechnen, die den Kreuzungsbereich vom Brandlberg aus befahren. In dieser Zahl seien die Kunden vom Nahversorger sowie die Nutzer der Sportanlagen des BSC Regensburg schon einberechnet. Ein künftiger Anwohner reagierte erbost: Wieso man denn vage Berechnungen für die ferne Zukunft mache, statt sich mit den kommenden Jahren zu beschäftigen, warf er ein.

Das Thema Kreisverkehr wurde ebenfalls diskutiert. Schimpfermann sagte, dass ein möglicher Kreisverkehr untersucht worden sei, der zur Verfügung stehende Raum aber nicht asureiche, um die Kreuzung durch einen Kreisverkehr zu ersetzen. Zudem, so habe eine Untersuchung gezeigt, würde der aus Grünthal kommende Verkehr zulasten der Brandlberger bei dieser Lösung begünstigt. Das Gutachten dazu sei beim Stadtplanungsamt einsehbar.

Kritik hagelte es auch bei der geplanten Feuerwehrzufahrt: Dass Polizei und Feuerwehr den 3,50 Meter breiten Radweg parallel zur Pilsen-Allee nutzen sollen, erschien den Anwohnern schleierhaft.

„Sollten weitere Felder bebaut werden, dann wird es auch ein neues Verkehrgutachten geben.“

Planungsreferentin Christine Schimpfermann

Dr. Thomas Rosenkranz, Vorstand des Investors Immobilienzentrum, relativierte die Befürchtung, dass bereits ein Baugebiet Brandlberg II auf dem Reißbrett entstehe. Momentan werde für dieses Gebiet am Brandlberg ein Umweltgutachten erstellt, sagte er. Dort gelte es, hohe Anforderungen an den Umweltschutz zu erfüllen. Ehe es nicht zu einem Ergebnis komme, werde das Unternehmen auch nicht in die Planung einsteigen. Schimpfermann indes betonte: „Sollten weitere Felder bebaut werden, dann wird es auch ein neues Verkehrgutachten geben“. Eine von den Brandlbergern vehement geforderte Anbindung an die Pilsen-Allee würde dann erneut geprüft.

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