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Musik

Brass Band probt für Jubiläums-Konzert

Internationale Top-Dirigenten feilen mit den Musikern Brass Band Regensburg am Programm für das Konzert in Neutraubling.
Von Sandra Adler

Die Solo-Kornette sitzen in der ersten Reihe. Fotos: Sandra Adler
Die Solo-Kornette sitzen in der ersten Reihe. Fotos: Sandra Adler

Regensburg.Aufgeregt wechseln die virtuosen Läufe durch die Register. Das Stück „Kingdom of Dragons“ klingt wie der Soundtrack zu einer Filmschlacht. Neben den hierzulande üblichen Blechbläsern wie Posaune, Tuba oder Bariton sitzen im Proberaum im Haus der Musik an diesem Mittwochabend im Oktober zu einem großen Teil Kornett- und Euphonium-Spieler. Mit einem weicheren Klang als Trompeten bzw. Tenorhörner sorgen sie zu einem großen Teil für den typischen Brass Band Sound. Dirigentin Christine Hartmann gibt mit dem Taktstock die rhythmischen Akzente vor.

„Das Stück ist noch nicht fertig, da stehen wir noch am Anfang“, verrät sie nach der Probe. An den Feinheiten wird niemand Geringeres als der Komponist selbst mit den 30 Musikern arbeiten. Philip Harper ist seit 2012 Dirigent der bekannten und erfolgreichen Cory Band aus Wales. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum hat sich die Band außerdem Erik Jannsen aus den Niederlanden sowie Dave Lea, Dirigent der Jaguar Land Rover Band aus England, eingeladen. Lea war seit 2012 immer wieder Gastdirigent bei den Regensburger Blechbläsern.

Fünf Probentage

Mit fünf Tagen intensiver Probenarbeit, aber eben vor allem mit Koryphäen der internationalen Brass Band Szene, belohnt sich die Brass Band Regensburg ab dem 29. Oktober selbst für ihr zehnjähriges Bestehen. Auch die Projektband Evolution Brass Regensburg mit Nachwuchsmusikern vorwiegend im Alter zwischen 13 und 17 Jahren wird dann beim Band Camp in der Musikakademie Alteglofsheim dabei sein. Dass mit Lea und Harper zwei Briten unter den Gastdirigenten sind, ist kein Zufall, liegt doch die Wiege der Brass Band Musik in Großbritannien.

Ein Video von den Proben sehen Sie hier:

Die Brass Band Regensburg probt mit Top-Dirigenten

Im 19. Jahrhundert gründeten sich dort die ersten Bands als Bergwerkskapellen. Für die Arbeiter diente das Musizieren als Freizeitbeschäftigung, die sie von der Flasche fernhalten und ihre vom Bergbau strapazierten Lungen trainieren sollte. Etwa 20 000 Brass Bands gibt es heute, laut Hartmann, in Großbritannien. Sie selbst kam während ihres Studiums im schwedischen Göteborg mit der Blasmusikform in Kontakt. In Schweden, Norwegen, aber auch den Benelux-Staaten und der Schweiz ist der Brass Band Sound ebenfalls sehr populär. In Deutschland beobachtet sie seit etwa 15 Jahren wachsende Begeisterung.

Christine Hartmann, beruflich Trompetenlehrerin an den Städtischen Sing- und Musikschulen in Regensburg und Neutraubling, gründete 2008 mit drei Mitstreitern die Brass Band Regensburg als Ableger der bayerischen Brass Band Akademie. „Wir wollten in Regensburg etwas aufbauen, wo Regensburger zusammen Brass Band spielen können“, erklärt sie die Motivation. 2013 übernahm sie den Dirigentenstab und ist begeistert von der Konstanz der Besetzung, der Begeisterung und Disziplin ihrer Truppe: „Jeder investiert wahnsinnig viel, und das macht diese Leidenschaft in einer Brass Band aus.“

„Ich vergleiche es gerne mit Sport. Wie in den besten Mannschaften: Alle für einen.“

Barnabas Lugosi, Band-Manager

Auch Barnabas Lugosi, Soprankornettist und seit vier Jahren organisatorischer Leiter, schätzt den Zusammenhalt: „In einer Brass Band sind alle, die mitspielen, exakt gleich wichtig. Wenn einer nicht da ist, fehlt die Stimme. Deswegen gibt es in der Brass Band diesen extremen Team-Gedanken.“

Der Sport-Vergleich, der im Gespräch mit den Musikern öfter zu hören ist, kommt vor allem bei den Wettbewerben zum Tragen. Einmal im Jahr misst sich die Brass Band Regensburg mit anderen Gruppen in ihrer Klasse. Im Mai diesen Jahres belegte sie den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in der Höchststufe.

Konzert in Neutraubling

Vor zwei Jahren qualifizierte sie sich mit dem Meistertitel in der Oberstufe für die Teilnahme an der Europäischen Meisterschaft 2017 in Ostend, Belgien. „Das war ein absolutes Highlight in den zehn Jahren“, schwärmt Lugosi über den Wettstreit, bei der die Brass Band auf dem dritten Platz landete. Die Wettbewerbe helfen der Band, ihr Niveau zu steigern, die Stücke würden Jahr für Jahr schwerer, erklärt Christine Hartmann.

Brass Band-Musiker mit Leib und Seele

  • Barnabas Lugosi (28):

    „Da hat es den Schalter umgelegt“, sagt er, als er das erste Mal eine Brass Band live hörte.

  • Christine Hartmann (53):

    „Es ist dieser Sound, der anders ist“, so die Dirigentin über das Besondere.

  • Konzertmeister Florian Nicklas (26):

    „Es ist wie Synchronschwimmen. Dann kommt dieser Glanz heraus.“

Aber es sei mehr wie ein Festival, bei dem man mit den anderen Bands der Szene zusammenkommt, sich vergleiche, aber auch über die Leistung der anderen freue. „Dieser Moment, wo die gegnerische Band im Publikum unterm Schlusston aufspringt und sich die Seele aus dem Leib plärrt, ist einfach geil“, ergänzt Lugosi. Am liebsten spiele die Band aber Konzerte vor ausverkauftem Haus. An vier bis sechs Terminen im Jahr gastiert sie in Regensburg oder anderen bayerischen Städten. Das Repertoire reicht dabei von Bearbeitungen klassischer Stücke und Operetten über Popsongs bis zu Eigenkompositionen.

Am 2. November, 19 Uhr, präsentieren die Brass Band Regensburg sowie das Nachwuchsprojekt Evolution Brass Regensburg das Ergebnis der Probenarbeit. Das Abschlusskonzert des Bandcamps in der Stadthalle Neutraubling steht unter dem Motto „Brasscination“. Karten im Vorverkauf für 16 €, erm. 10 € im Bücherwurm im Globus Neutraubling. Reservierung: tickets@brassband-regensburg.de.

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