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Auszeichnung

Brückenpreis an Carolin Emcke verliehen

Die Journalistin wurde mit dem Brückenpreis der Stadt geehrt. Sie setzt sich für Menschen in den Krisengebieten der Welt ein.
Von Therese Wimmer

  • Die Preisträgerin Dr. Carolin Emcke (2. von rechts) mit Laudatorin Prof. Aleida Assmann (2. von links) eingerahmt von den Bürgermeistern Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Jürgen Huber. Foto: Wimmer

Regensburg.„Mit dem Brückenpreis ehrt die Stadt Regensburg Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um die Überbrückung politischer, nationaler, wissenschaftlicher, sozialer, kultureller oder religiöser Gegensätze verdient gemacht und Brücken für die Zukunft gebaut haben“, führte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrer Verleihungsansprache aus. Der Preis wird in unregelmäßigen Abständen vergeben. In diesem Jahr erhält ihn die Philosophin, Journalistin, Autorin und Moderatorin Dr. Carolin Emcke.

Auszeichnungen

Brückenpreis geht an Carolin Emcke

Die Stadt Regensburg kürt auch die Träger von Albertus-Magnus-Medaille, Matthäus-Runtinger-Medaille und Stadtschlüssel.

Geehrt wird Emcke für ihren publizistischen Einsatz zur Verteidigung der Rechte eines jeden Menschen, für ihre Stellungnahmen für Frieden, Freiheit, Zusammenarbeit und gegen Hass, Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung.

Diesmal keinen Politiker geehrt

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer erinnerte daran, dass der historische Reichssaal schon vor langer Zeit Ort des politischen Brückenschlags war, nämlich als von 1663 bis 1806 in Regensburg der immerwährende Reichstag zuhause war, ein früher Vorläufer des europäischen Parlamentarismus.

Auszeichnung

Brückenpreis geht an Michail Gorbatschow

Regensburg zeichnet den früheren sowjetischen Staatspräsidenten aus. Eine 14-köpfige Delegation reist zu ihm nach Moskau.

Bei der Verleihung des Brückenpreises an Emcke wich die Stadt von der bisherigen Praxis der Preisverleihung ab: Diesmal wurde kein Politiker ausgezeichnet, sondern eine Journalistin und Publizistin. Der Brückenpreis reiht sich ein in eine ganze Reihe von Auszeichnungen ein, die Emcke schon erhalten hat: den Theodor-Wolff-Preis, den Otto-Brenner-Preis, den Lessing-Preis. Im Jahr 2010 war sie Journalistin des Jahres und 2016 wurde sie mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Nach und neben ihren Einsätzen als Journalistin in verschiedenen Kriegsgebieten und Krisenregionen wie dem Kosovo, Afghanistan, Pakistan, Irak oder Gaza, hatte sie auch eine Tätigkeit als Visitor Lecturer an der renommierten Yale University in New Haven in den Vereinigten Staaten.

Die Auszeichnung

  • Symbol:

    Die Preisträger des Brückenpreises erhalten neben einer Urkunde den doppelten Nepomuk, eine Bronze-Nachbildung der Granitfigur in der Stadt Schönsee. Eine Hälfte neigt sich westwärts, eine nach Osten, als Symbol der nachbarschaftlichen Verständigung.

  • Eintrag:

    Als Preisträgerin durfte sich Carolin Emcke auch in das Gästebuch der Stadt eintragen.

Ihre Erlebnisse als Kriegsberichterstatterin verarbeitet sie in zahlreichen Reportagen und größeren Publikationen. Sie beschreibt die verzweifelten Versuche der Menschen, in zerstörerischer und zerstörter Umgebung zu überleben. Derzeit leitet Emcke als Moderatorin und Kuratorin die monatliche Diskussionsveranstaltung Streitraum in Berlin und die vierteljährliche Diskussionsreihe „ABC der Demokratie“ in Hannover.

Festakt

Gorbatschow gerührt über Brückenpreis

Der OB Joachim Wolbergs hat dem ehemaligen sowjetischen Staatspräsidenten die Regensburger Auszeichnung in Moskau verliehen.

Die Laudatio hielt Professorin Aleida Assmann, die ebenfalls – zusammen mit ihrem Mann Jan – Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels ist. Sie betonte, dass sich Emcke stets für die Selbstbestimmung und Würde der Menschen einsetze. Sie habe eine große Empathie für Menschen in Not. Wo andere nur das Trennende sehen, suche Emcke das Gemeinsame.

Für Kriegsopfer eingesetzt

Als Journalistin habe sie sich schlimmen Realitäten ausgesetzt, um Opfern von Krieg und Gewalt eine Stimme zu geben und ihr Schicksal einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, so Assmann. In ihrer Dankesrede ging Emcke auf die Bedeutung von Brücken ein. Brückenbauen ist das Herstellen von etwas Hilfreichem zum Überwinden von Hindernissen. Daran anknüpfend sieht sie ihre Arbeit als Beitrag zur Überwindung von Hass und Gewalt, als Beitrag dazu, Menschen eine Stimme zu geben, von deren Existenz und Not niemand Notiz nimmt.

Mit ihrem Schaffen möchte sie mitwirken, unsere Gesellschaft offener, liberaler, vielfältiger und solidarischer zu machen. Brücken bestünden aus vielen Elementen, auch solche, die man nicht gleich sieht. Sie sehe sich in der Rolle der nicht so augenfälligen Teile.

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