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Kirche

Bürger treten für Wert des Lebens ein

Die Lichterprozession am 28. Dezember vom Emmeramsplatz zur Alten Kapelle steht unter dem Motto „Trotzdem Ja zum Leben sagen“
Von Angelika Lukesch, MZ

Die Lichterprozession am „Tag der unschuldigen Kinder“  am Sonntag, 28. Dezember, in Regensburg steht heuer unter dem Motto „Trotzdem Ja zum Leben sagen“. Foto: MZ-Archiv
Die Lichterprozession am „Tag der unschuldigen Kinder“ am Sonntag, 28. Dezember, in Regensburg steht heuer unter dem Motto „Trotzdem Ja zum Leben sagen“. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Seit nahezu 30 Jahren begehen die Christen in Regensburg den 28. Dezember mit einer Lichterprozession, die am Emmeramsplatz beginnt und zur Alten Kapelle führt. Dort wird dann am Sonntag ein Gottesdienst gefeiert.

Der 28. Dezember ist ein besonderer Tag in der Weihnachtsoktave (die acht Tage nach dem Weihnachtsfest). Es ist der „Tag der unschuldigen Kinder“, die nach biblischer Tradition König Herodes zum Opfer fielen, da er Angst vor dem neugeborenen König der Juden hatte.

Mit der Lichterprozession und dem anschließenden Gottesdienst soll auch heuer für den Wert des Lebens eingetreten werden und zwar von Anfang bis zuletzt. Dr. Christoph Seidl, Seelsorger für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in der Diözese Regensburg, und Stadtdekan Roman Gerl sehen dieses Thema differenziert. „Unsere Lebenswelt ist sehr ambivalent geworden: auf der einen Seite haben wir das Leben im Griff, wir können medizinisch und wirtschaftlich das Leben kontrollieren, ja gar beherrschen. Aber sobald etwas Unvorhergesehenes eintritt, dann verlieren wir die Kontrolle und bekommen Angst. Angst hat zur Folge, dass wir am liebsten davonlaufen. Und allzu schnell kommt das Thema „selbstbestimmtes Ende“ auf die Tagesordnung. Das gilt für schwierige Situationen am Lebensanfang ebenso wie am Lebensende“, sagt Dr. Seidl.

Er und Stadtdekan Gerl möchten an diesem Tag darauf hinweisen, dass aus der Kraft des Glaubens und mithilfe vereinter Kräfte grundsätzlich ein Ja zum Leben besser ist, als er notgedrungenes Nein, das in vielen Fällen auch nicht gründlich durchdacht werden kann.“ Entscheidend sei für alle Christen, betonen beide, „niemanden zu verurteilen, der in seiner persönlichen Not keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat als einen Schwangerschaftsabbruch oder auch einen Suizid in auswegloser Krankheit.

Vielmehr ist jedes so herbeigeführte Lebensende als ein Hilfeschrei zu verstehen und als ein Aufruf, Begleitungs-und Hilfsmöglichkeiten zu verstärken“, sagt Dr. Seidl. Er verweist auf den bekannten Wiener Arzt Viktor E. Frankl (1905-1997), der mit einem markanten Ausspruch in die Geschichte eingegangen sei: „Trotzdem Ja zum Leben sagen“. Wichtig sei für jenen gewesen, sagte Dr. Seidl, sich nie in Schuldzuschreibungen zu ergehen, sondern gewissenhaft nach der besten Sinnperspektive im Leben zu suchen. Dr. ’Seidl zur MZ: „Sein Bekenntnis zum Leben soll als Überschrift über die Lichterprozession 2014 stehen“.

Die Lichterprozession wird seit Mitte der Achtziger Jahre in Regensburg durchgeführt. Heuer startet sie um 18 Uhr am Emmeramsplatz und führt zur Alten Kapelle. Dort wird ein Gottesdienst gefeiert.

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