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Bürgermeister Huber schreibt Roman

Vier „glückliche Jahre“ hat Jürgen Huber an seinem Werk gearbeitet: „Hiobertus“ erzählt von Politik und einem Liebes-Aus.
Von Marion Koller, MZ

Jürgen Huber mit seinem Erstlingswerk „Hiobertus“
Jürgen Huber mit seinem Erstlingswerk „Hiobertus“ Foto: Lex

Regensburg.Jürgen Huber besitzt offenbar viele Talente. Bevor er im Mai 2014 Umweltbürgermeister wurde, hat er von der Malerei gelebt. Jetzt veröffentlicht er seinen Debütroman. „Hiobertus“ wird ab 1. März in den Regensburger Buchhandlungen ausliegen.

Weil er während der letzten Stadtratsperiode noch als freischaffender Künstler tätig war, hatte Huber Muße zum Schreiben. Der Bilderverkauf sei ganz gut gelaufen, sagt der 60-Jährige. Seine Ehefrau verdiene ihren Lebensunterhalt selbst, Kinder habe er leider nicht. Also muss er kein Vermögen verdienen – und konnte seine Romanidee zu Papier bringen. „Ein großes Privileg“, schwärmt Huber.

Der gelernte Buchdrucker hatte bis dahin Einführungen zu Ausstellungen des Kunstvereins Graz und Pressemitteilungen für seine Grünen-Fraktion verfasst. Er wollte ausprobieren, ob er überhaupt einen Roman mit mehreren Hundert Seiten bewältigen könne.

Vier Jahre lang fuhr er immer wieder nach Berlin, um dort zu schreiben. Er besaß in der Hauptstadt einen Zweitwohnsitz – „eine Art Studentenbude“, wie er sagt. Der erste Teil des Buches spielt denn auch in Berlin. Die Hauptfigur, Journalist Stefan Hiobertus, reist in die Metropole, um die Tochter einer RAF-Angehörigen zu interviewen.

Hin und wieder zog sich Jürgen Huber auch nach Schönsee im Bayerischen Wald zurück. Der Aufenthalt in der Natur half ihm, Landschaften beschreiben zu können. Huber empfand das Schreiben als beglückend. Die Figuren hätten Charakter entwickelt. Sie hätten ihm Sätze abgefordert, die eigentlich gar nicht seine seien.

Das Ergebnis, der 350-seitige, nachdenkliche Roman über Stefan Hiobertus, über politische Radikalität, über West- und Ostdeutschland, freut ihn. „Es ist, wie wenn man eine Aufgabe gelöst hat“, versucht Huber zu erklären. Beim Fototermin zeigt er stolz das Manuskript mit dem von Grafiker Holger John entworfenen Cover. Der mehrfarbige Titel „Hiobertus“ wirkt unscharf. „Eine tolle Anspielung auf den Inhalt“, meint der Verfasser. „Es werden viele Fragen gestellt, viele bleiben offen.“

Der Mittvierziger Stefan Hiobertus sei aber nicht sein Alter Ego, betont der Bürgermeister. Aber natürlich sind die eine oder andere Kindheitserinnerung und Lektüre eingeflossen. Neben dem politischen Aspekt besitzt das Buch eine emotionale Seite: Als Hiobertus in seine bayerische Heimatstadt zurückkehrt, hat ihn seine Frau verlassen. Er flieht überstürzt nach Kroatien, wo bald eine geheimnisvolle Unbekannte seine Gedanken beherrscht.

Huber ließ das Werk 2013 in der Schublade verschwinden. Nur einer befreundeten Schriftstellerin gab er es zum Lesen. Als sie es lobte, begann der Autor, über eine Veröffentlichung nachzudenken. Der Wahlkampf und die Einarbeitung im Rathaus kamen dazwischen, aber dann sandte Huber sein Manuskript an die Verlage. Die Großen lehnten ab, deshalb erscheint „Hiobertus“ im Selbstverlag.

Die Lesung

  • Bei einer Lesung am Freitag, 6. März, um 20 Uhr in der Buchhandlung Dombrowsky am Kassiansplatz wird der Autor sein Buch erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Der Eintritt für die Veranstaltung kostet acht Euro; Schüler und Studierende zahlen sechs Euro.

  • Dr. Guido Pollak, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik an der Universität Passau, wird den Abend bei Dombrowsky moderieren.

  • Ab 1. März ist der Debütroman „Hiobertus“ von Jürgen Huber in den Regensburger Buchhandlungen erhältlich.

  • Der vollständige Titel heißt „Hiobertus. Ein Roman. Zum Meer“. Es ist ein Taschenbuch mit 348 Seiten. Der Roman kostet 19,90 Euro und erscheint im Regensburger Giselaverlag, einem Selbstverlag (ISBN-10: 3000477756; ISBN-13: 978-3000477751) (ko)

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