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Musik

Cantemus-Chor: Musical begeistert

Mit „Pünktchen und Anton“ landete der Cantemus-Chor Regensburg einen Knüller. Das Publikum klatschte bis zur Erschöpfung.
Von Angelika Lukesch

Pünktchen (rechts) und Anton freuen sich, dass am Ende alles gut wird. Alle Fotos: altrofoto.de
Pünktchen (rechts) und Anton freuen sich, dass am Ende alles gut wird. Alle Fotos: altrofoto.de

Regensburg.Als Erich Kästner (1899-1974) sein zweites Kinderbuch „Pünktchen und Anton“ im Jahr 1931 veröffentlichte, hatte er vielleicht darauf gehofft, dass sein Werk sein Leben überdauern möge. Doch sicherlich hat er nicht damit gerechnet, dass rund 82 Jahre später ein äußerst keckes Pünktchen (alias Clara Kneip) und ein verwegener Anton, im richtigen Leben Paul Neppl, wieder einmal Streichhölzer verkaufen und Einbrecher fangen würden.

Der Cantemus-Chor unter der Leitung von Matthias Schlier hat dies möglich gemacht. Natürlich legten der Komponist Marc Schubring und der Librettist Wolfgang Adenberg mit ihrem Musical „Pünktchen und Anton“ schon mal das richtige Rüstzeug bereit.

Pünktchen und Anton sind Freunde und ergänzen sich perfekt.
Pünktchen und Anton sind Freunde und ergänzen sich perfekt.

Doch die richtigen Darsteller mussten gefunden werden, um das Musical mit Leben zu füllen, und daran mangelt es dem Cantemus-Chor nicht – in diesem Fall dem Chor A, aus dessen Reihen die Hauptdarsteller Clara Kneip und Paul Neppl stammen.

Blick über die Dächer von Berlin

Doch ehe das Musical unter der Regie von Matthias Schlier seinen rasanten Lauf nehmen konnte, zeigten traditionsgemäß die Blockflöten- und Singklassen sowie die Percussiongruppe (Napoleonstein) aus dreizehn Regensburger Schulen ihre Künste und begeisterten das Publikum im voll besetzten Audimax. Einmal im Jahr können sich die Eltern der Kinder von den musikalischen Fortschritten ihrer Kinder überzeugen.

Die Blockflöten- und Singklassen aus dreizehn Regensburger Schulen zeigten ihre Künste und begeisterten das Publikum.
Die Blockflöten- und Singklassen aus dreizehn Regensburger Schulen zeigten ihre Künste und begeisterten das Publikum.

Schließlich ging es für das musikalisch „vorgeglühte“ Publikum weiter mit einem Musicalknaller „Pünktchen und Anton“. Allein schon das Bühnenbild war der Bewunderung wert, denn es zeigte die Dächer von Berlin und bot außerdem über die Weite der Bühne verteilt mehrere Aktionsflächen, also sozusagen mehrere Schauplätze.

Das Musical

  • Hauptakteure:

    Regie und Gesamtleitung liegen bei Matthias Schlier, Ausstattung bei Tanja Jackwerth, Choreografie bei Mike Lodderstedt.

  • Beteiligte:

    Choreografie-Assistenz: Emily Martin; Stimmbildung: Esther Baar; Regie-Assistenz: Esther Baar, Emily Martin; Bühnenaufbau: Michael Gansbiller; Maske: Vera Mai; Ton: Firma dams.fahrner; Licht: Helmut Schandl; Programmheft: Gerhard W.H. Schmidt (lla)

Da war die Straße, auf der die Kinder Streichhölzer verkauften, die Wohnung von Anton und seiner kranken Mutter, ein Kaffeehaus, in dem sich Fräulein Andacht und Robert der Teufel trafen, eine Küche, in der die Köchin Berta werkelte, die Dächer Berlins undundund.

Dazwischen wirbelte Clara Kneip als Pünktchen über die Bühne und das ist nicht übertrieben. Clara spielte das quirlige, kecke, freche und doch liebenswürdige Pünktchen mit großer schauspielerischer Klasse.

Die Mimik ist wandelbar

Ihre Mimik war extrem wandelbar von traurig zu verschmitzt, von ratlos zu einfallsreich, von verloren zu siegessicher, von freundlich zu wütend. Diese Bandbreite des nicht nur mimisch, sondern auch gestisch dargestellten Gefühlsreichtums verzauberte das Musical und machte es zu einem wahren Vergnügen für die Zuschauer.

Musical

Sie beleben Pünktchen und Anton neu

Am 30. Mai bringt der Cantemus-Chor den Klassiker nach Regensburg. Eine besondere Herausforderung wird das Audimax.

Doch Pünktchen alias Clara Kneip wäre nichts ohne Anton alias Paul. Der zwölfjährige Schauspieler bildete den perfekten Gegenpart zur gefühlsbetonten Pünktchen. Er war wortkarg, wo sie redete und redete, er war misstrauisch, wo ihre Pläne hochfahrend und riskant wurden, er war pessimistisch, wo sie optimistisch war und er war grummelig, wenn sie lieb war. Einzig in einem harmonierten die beiden: in ihrer treuen Freundschaft zueinander.

Gottfried Klepperbein und Flips Muskateller schmeicheln sich ein.
Gottfried Klepperbein und Flips Muskateller schmeicheln sich ein.

Zwischen 120 und 140 Kinder stehen bei dieser Produktion insgesamt auf der Bühne. Dabei füllte jeder einzelne Schauspieler aus der Kerntruppe, der neben den Hauptdarstellern auch noch auf der Bühne stand und die Geschichte um Pünktchen und Anton entwickelte, seine Rolle mit Leben aus.

Gottfried Klepperbein (Paul Rösel) und Flips Muskateller (Nick Reiter) gaben die halbstarken Straßenrowdys mit unglaublich viel Sinn für Komik. Ihre Körpersprache war umwerfend und der Sinn für Situationskomik sehr präsent. Stimmbildnerin Esther Baar spielte die Köchin Berta mit Leidenschaft und einem guten Stück Koketterie. Amina Poss als ihrem Verlobten höriges Fräulein Andacht sowie ihr Verlobter Robert der Teufel (Tim Hartung) harmonierten als Paar, das nur das Geld – sie gibt, er nimmt – zusammenhält. Herr und Frau Pogge (Andreas Hofmann und Anna Niebauer) waren vornehm, doch einsichtig und am Ende barmherzig, Levantes Dogan mimte den getreuen Polizisten. Überraschungsgast der Schauspielerriege war Matthias Fäth, der passenderweise den Lehrer Bremser darstellte.

Piu-Piu-Band spielt live

Viel Applaus verdiente sich Heiko Lodderstedt für die ganz außergewöhnliche Choreografie, die kongenial zum Thema passte. Tanja Jackwerth war für die Ausstattung zuständig, die keinerlei Wünsche an Fantasie und Originalität offenließ. Sie schaffte es mit viel Geschick, aus der offenen Bühne des Audimax einen Tummelplatz für die unterschiedlichsten Szenen zu erschaffen. Die Chorproduktionen des Chor A finden aus brandschutztechnischen Gründen immer im Audimax statt, da hieran besonders viele Kinder beteiligt sind. Einen wahren Ohrenschmaus bot die Piu-Piu-Band unter der Leitung von Ulli Forster, die wie immer live und sehr souverän aufspielte. Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag, 1. Juni, um 16 sowie um 18.30 Uhr im Audimax der Universität Regensburg.

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