MyMz
Anzeige

Cantemus Neo und Passero im Einklang

Eine Premiere fand im Thon-Dittmer-Palais statt. Erstmals standen die Chöre gemeinsam für ein Konzert auf der Bühne.
Von Martina Groh-Schad

Beim ersten gemeinsamen Auftritt der Chöre Cantemus Neo und Passero gelten Corona-Abstandsregeln.
Beim ersten gemeinsamen Auftritt der Chöre Cantemus Neo und Passero gelten Corona-Abstandsregeln. Foto: Martina Groh-Schad

Regensburg.Die Bestuhlung im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais ist übersichtlich. Es stehen immer zwei Stühle zusammen, mit großem Abstand zum nächsten Paar. Die 70 Besucher kommen mit Masken, die sie erst am Platz abnehmen dürfen: Chor-Konzert in Zeiten der Corona-Pandemie.

Auch auf der Bühne halten die 16 Sänger des Cantemus- und des Passero-Chors ungewöhnlich großen Abstand zueinander. Angelika Achter am Klavier trägt Maske, ebenso ihr Helfer beim Umblättern der Notenseiten. Ein kühler Wind bläst den Chören entgegen. Es hat 14 Grad und viele Besucher tragen dicke Jacken. Doch die Sänger trotzen allem. „Während des Konzerts ist der Knoten geplatzt“, sagt Leiter Matthias Schlier. „Die Chöre haben zueinandergefunden.“

In der Vergangenheit gab es gemeinsame Auftritte bei Gottesdiensten in St. Emmeram. Dass die Chöre Cantemus Neo und Passero gemeinsam für ein Konzert auf der Bühne stehen, ist für alle eine Premiere. Wegen Corona konnten die Chöre nur zwei Mal proben. „Es war ein schöner Anfang“, fasst Schlier nach dem Konzert zufrieden zusammen und deutet an, dass es künftig öfter gemeinsame Chor-Konzerte geben könnte.

Der erste Teil des Konzerts ist geprägt von ernsten Stücken mit ausdrucksstarken Melodien. „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Haßler macht den Anfang. Es folgen Stücke von Thomas Morley, John Dwoland und Orlando die Lasso. Danach stehen Lieder von Johannes Brahms und Robert Schumann im Mittelpunkt, die vom Männerchor Passero der ehemaligen Domspatzen und der Alt-Solistin Johanna Krödel sowie dem Bass Daniel Ochoa im Wechsel mit dem Damenchor von Cantemus Neo vorgetragen werden. Von „Wach auf meins Herzens Schöne“ über „Der Wassermann“ bis hin zu „Da unten im Tale“ bieten die Chöre eine breite Auswahl an Stücken.

Den zweiten Teil bestreiten die beiden Chöre gemeinsam. Mit dem Zigeunerleben von Robert Schumann und den Zigeunerliedern von Johannes Brahms versuchen die Sänger, das Temperament des fahrenden Volkes ins Publikum zu transportieren. Matthias Schlier als Chorleiter leitet die Sänger an. Fröhlich wird es bei „Esti Dal“, einem Volkslied aus Ungarn von Zoltan Kodaly.

Zum Ende hin wird die Musikauswahl wieder ruhiger. Die Chöre schließen ihren Auftritt mit dem Abendlied von Joseph Gabriel. „Das ist bei den Domspatzen ein Klassiker und das haben wir uns gegönnt“, erklärt Schlier.

Für eine Zugabe bleibt heute allerdings keine Zeit. Das Publikum dankt den Sängern mit großem Applaus und ist dann trotzdem schnell verschwunden, weil die Kälte die Stuhlreihen entlang kriecht und eisiger Wind die Stimmung trübt. Schlier ist trotzdem zufrieden: „Für die Chöre war es eine Erlösung, endlich wieder singen zu dürfen.“

Die Chöre

  • Passero:

    Das Vokalensemble ist ein Zusammenschluss ehemaliger Regensburger Domspatzen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht