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Caritas fordert Lockerung für Altenheime

Wegen Corona gelten auch in Regensburg weitreichende Besuchsverbote. Für die Bewohner ist die Situation teils unerträglich.

Mitarbeiter der Caritas Regensburg beobachten eine Vereinsamung ihrer Schützlinge. Foto: Britta Pedersen/dpa
Mitarbeiter der Caritas Regensburg beobachten eine Vereinsamung ihrer Schützlinge. Foto: Britta Pedersen/dpa

Regensburg.Die strengen Besucherregeln in Alten- und Pflegeheimen müssen gelockert werden, fordert der Caritasverband für die Diözese Regensburg. Spezielle Schutzmasken für Pflegende, Bewohner und Angehörige sind laut einer Pressemitteilung der Regensburger Caritas dringend erforderlich.

In Bayern gelten seit über einem Monat weitreichende Besuchsverbote in Pflegeeinrichtungen, auch in den Alten- und Pflegeheimen der Caritas in der Diözese Regensburg. Alte Menschen gehören zur Hochrisikogruppe für einen schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit – gerade sie müssen geschützt werden, heißt es in der Mitteilung. Die Caritas begrüße es, dass die Politik diesen Schutz ernst nehmen. Dennoch träfen die Verordnungen die Bewohner der Alten- und Pflegeheime hart.

„Wenn ich meine Tochter nicht mehr sehen darf, möchte ich nicht mehr leben“.

Bewohnerin des Pflegeheims St. Vinzenz in Wallersdorf

„Ich habe wirklich Verständnis für diese strengen Maßnahmen. Sie sollen uns ja schützen. Aber wenn ich meine Tochter nicht mehr sehen darf, möchte ich nicht mehr leben“, sagte kürzlich eine Bewohnerin des Caritas Alten- und Pflegeheims St. Vinzenz in Wallersdorf. Wie die Caritas in der Pressemitteilung schreibt, sei dies ein drastisches Beispiel. Doch die Gefühlslage, die dahinter steckt, sei der neue Allgemeinzustand, der derzeit in den Heimen herrsche.

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Die Mitarbeiter, schreibt die Caritas, beobachten eine nie dagewesene Vereinsamung ihrer Schützlinge. Sie erleben deren körperlichen und seelischen Abbau und berichten von „lebensmüden“ Bewohnerinnen und Bewohnern. Die alten Menschen erfahren derzeit hautnah, was wir alle intuitiv wissen: Alleinsein macht krank.

Nur wenige Senioren beherrschen Videoanrufe

Manche suchen daher kreative Wege, der Einsamkeit zu entkommen: Im Alten- und Pflegeheim Schloss Furth bei Landshut begegneten sich einige mit dem nötigen Abstand am Grundstückszaun, andernorts winkten Angehörige aus Nachbars Garten oder von der Straße aus ihrem Vater oder der Mutter im Pflegeheim zu, die am Fenster auf Begegnung warteten. Jene, die noch ausreichend gut hören, telefonieren; Videokonferenzen meistern die wenigsten.

Die Verantwortlichen in den Einrichtungen und im Caritasverband setzen laut der Mitteilung ebenfalls auf neue Ideen: Kinder des Kindergartens St. Anton schickten zu Ostern Bilder ins Regensburger Elisabethinum: blühende Wiesen, Osterhasen, bunte Eier. Die Social-Media-Aktion „Hoffnungsbrief“ gewann Leute, die Briefe an Menschen in sozialer Isolation schrieben.

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Die Bundes- und Landesregierungen, so die Caritas, hätten das Problem erkannt. Im Zuge der Lockerungen der Corona-Maßnahmen will der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder auch die Alten- und Pflegeheime berücksichtigen. Die strengen Besucherregeln abzumildern, sei für die Schützlinge in den Heimen ein Riesengewinn. Doch bislang sei die Frage ungeklärt, wie gleichzeitig Begegnungen zugelassen und das Ansteckungsrisiko gering gehalten werden kann.

Caritas fordert Schutzausrüstung

„Wir benötigen hochqualitative Schutzausrüstung. Wir müssen sicherstellen, dass sowohl die Pflegenden als auch die Heimbewohner und deren Angehörige mit speziellen Schutzmasken ausgestattet werden“, schreibt die Caritas in der Pressemitteilung. Natürlich müssten weiterhin die Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden – sie schützen vor Corona. Soziale Kontakte hingegen würden vor einem weiteren Gesundheitsrisiko schützen: der Einsamkeit.

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