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Kommentar

Catering-Fiasko

Ein Kommentar von Norbert Lösch, MZ

Es ist ein Treppenwitz: Der Jahn fühlt sich im neuen Stadion offenbar pudelwohl und schießt sich an die Tabellenspitze, während die Versorgung der Fans – für die der SSV gar nicht verantwortlich ist – jeder Beschreibung spottet. Das mag diejenigen nicht interessieren, die sich die halbe Spieldauer ohnehin an die VIP-Bars zurückziehen. Die Mehrzahl der Fußballfreunde aber schon, denn die wollen nicht bis zu 28 Euro für ein Viertligaspiel zahlen und dann entweder dürsten oder sich die Beine in den Bauch stehen.

Dadurch wird unnötig Kredit verspielt, und vermutlich ist bereits ein nachhaltiger Imageschaden entstanden. So jedenfalls bindet man Kunden – und nichts anderes sind zahlende Zuschauer – nicht an die neue Spielstätte. Dass es erst jetzt, nach dem dritten Heimspieltag, so etwas wie Krisengespräche gibt, ist unverständlich. Die unglücklichste Figur in diesem riskanten Spiel gibt allerdings der Caterer selbst ab. Den Reibach machen, aber sich nicht öffentlich äußern wollen, wenn es Proteste hagelt – das ist keine kluge Strategie.

Und noch etwas stößt auf wie Kohlensäure: Den meisten Unmut über das Catering-Fiasko bekommen die zu spüren, die am wenigsten dafür können – das Personal. Nicht wenige Mitarbeiter dürften mittlerweile darüber nachdenken, ob sie es wirklich nötig haben, sich für die paar Kröten auch noch permanent beschimpfen zu lassen.

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