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Politik

Challenge: Flop oder Erfolgsstory?

Die Veranstaltung ist das Geld der Stadt Regensburg nicht wert, sagt die CSU. Der Veranstalter verweist auf den Imagegewinn.
Von Julia Ried, MZ

Teilnehmer der Challenge 2017 auf dem Weg aus dem Wasser: Die CSU möchte, dass die Stadt die Veranstaltung nicht mehr fördert.Foto: altrofoto.de
Teilnehmer der Challenge 2017 auf dem Weg aus dem Wasser: Die CSU möchte, dass die Stadt die Veranstaltung nicht mehr fördert.Foto: altrofoto.de

Regensburg.Die CSU-Fraktion im Regensburger Stadtrat fordert ein Ende der Unterstützung für den Ultra-Triathlon Challenge durch die Stadt. Die Verwaltung solle prüfen, inwieweit es möglich sei, den Vertrag mit der Firma Purendure sofort zu beenden, und auf den Veranstalter einwirken, in den nächsten Jahren keinen Challenge mehr zu organisieren. Der Wettbewerb müsse als „Flop“ betrachtet werden. Veranstalter Tom Tajsich konterte auf seiner Facebook-Seite: Der Challenge sei eine „Erfolgsstory in kultureller und vielerlei anderer Hinsicht“. Tajsich war am Mittwoch für unser Medienhaus weder per E-Mail noch telefonisch persönlich zu erreichen.

Die CSU ist der Meinung: Die Veranstaltung habe 2016 und 2017 „die Erwartungen in keiner Hinsicht erfüllt“. Dieses Jahr spricht Renndirektor Tajsich von 1100 Teilnehmern. Die Zahl der Einzelstarter auf der Langdistanz mit 3,8 Kilometern Schwimm-, 180 Kilometern Rad- und 42 Kilometern Laufstrecke liegt Purendure zufolge bei etwa 380. Die CSU nennt diese Zahl „beschämend“. Auch die Zuschauerzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück und in sportlicher Hinsicht habe der Challenge nicht den Stellenwert, den der Veranstalter versprochen habe, heißt es von der CSU. Die Einschränkungen für die Bürger seien dagegen massiv.

Forderung: Mehr Geld für Vereine

Die Stadt müsse dafür sorgen, dass die Veranstaltung „keine weiteren Belastungen für den Haushalt der Stadt Regensburg mit sich bringt“, steht in dem CSU-Antrag. „Stattdessen sollen die örtlichen Breitensportvereine mit städtischer Unterstützung in die Lage versetzt werden, ihre langjährig etablierten Veranstaltungen von Regensburgern für Regensburger weiterhin erfolgreich durchführen zu können.“ Auf unsere Anfrage hin konkretisierte Fraktionschef Dr. Josef Zimmermann, die Stadt solle mit Purendure verhandeln. „Wenn man den Vertrag auflösen will, trifft man sich in der Regel in der Mitte.“

Die Stadt fördert den Challenge mit 75 000 Euro pro Jahr. Sie unterstützt ihn außerdem mit Sachleistungen im Wert von jährlich bis zu 200 000 Euro, etwa Wasserversorgung und Müllentsorgung. Zum Vergleich: Die Stadt bezuschusst den Arber-Radmarathon und den Regensburg-Marathon mit jeweils 6000 Euro. Die Förderung für den Tristar-Triathlon betrage 3000 Euro, teilte die Pressestelle mit. Es handle sich um „etablierte Sport-Events, die sich in der Regel selbst tragen“. An den Vertrag mit Purendure sei die Stadt bis 2020 gebunden, so kommentierte Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra die CSU-Forderung.

Das schrieb Thomas Tajsich auf Facebook:

Tajsich findet, andere große Sportveranstaltungen in der Stadt und der Challenge hätten „völlig unterschiedliche Zielsetzungen“, wie er auf Facebook schreibt. „Anders als bei Breitensportveranstaltungen wie zum Beispiel dem Regensburg-Marathon wird der Erfolg nicht nur an Teilnehmerzahlen gemessen, sondern vordergründig an medialer Reichweite und Imagegewinn für die Stadt Regensburg.“ Er wolle weiter für eine erfolgreiche Austragung des Challenge Regensburg kämpfen.

Die Konkurrenz ist groß

Regensburger Sportler bedauern, dass der Challenge nicht mehr Triathleten anzog. „Natürlich waren es sehr wenige Normal-Teilnehmer“, sagte Sebastian Neef, Zweitplatzierter bei der Challenge. Dass am selben Wochenende in Hamburg ein Ironman über die Bühne ging, bei dem sich Sportler für den Ultra-Triathlon in Hawaii qualifizieren konnten, sei „sehr unglücklich“ gewesen. Der Regensburger Wettbewerb müsse die Möglichkeit bekommen, zu wachsen, lautet Neefs Appell.

Tristar-Vorsitzender Markus Dolles sagte: „Wir würden uns schon erhoffen, dass es eine Veranstaltung mit Strahlkraft wird.“ Aus seiner Sicht ist das jedoch ein „schwieriges Unterfangen“. Die Konkurrenz sei groß, der etablierte Challenge in Roth nah. Generell hält er die Kluft zwischen der Förderung für den Challenge und der für andere Sportveranstaltungen für zu groß: „Wir als Verein würden uns wünschen, dass auch andere Großveranstaltungen die gleiche Unterstützung von der Stadt erhalten.“

Lesen Sie mehr: Der suspendierte OB verleiht beim Challenge Regensburg eine Medaille. Die Landesanwaltschaft geht der Sache nach.

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