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Schule

Chancen für Kinder gerechter gestalten

Heidi Hügel, erste Jugendsozialarbeiterin an der Realschule am Judenstein, unterstützt Schüler bei der Lösung ihrer Probleme.
Von Bianca Jobst, MZ

Bürgermeister Joachim Wolbergs, Sozialpädagogin Heidi Hügel und Konrektor Erich Bauer vor der Realschule am Judenstein (von links nach rechts) Foto: mbj

Regensburg.Von relativ banalen Problemen wie dem Tod des Goldhamsters, bis hin zu gravierenden Schwierigkeiten wie sexuellem Missbrauch und Gewalt in der Familie. Die Sparte der Leiden und Nöte junger Menschen reicht weit. Oft fehlt aber für das eine wie das andere ein Ansprechpartner.

Seit drei Wochen ist Heidi Hügel, langjährige Erzieherin und studierte Sozialpädagogin an der Realschule am Judenstein tätig. In dieser kurzen Zeit hat sich die Jugendsozialarbeiterin schon mit vier schwerwiegenderen Problemfällen befasst. Global gesehen sagt diese Zahl noch nicht viel aus. Sie bestätigt jedoch: Der Bedarf für eine Vollzeitpädagogin ist da.

Alle Kinder sollen möglichst die gleichen Ausgangschancen haben. Doch die Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen ist heute viel komplexer als früher. Alleinerziehende Eltern, Sprachbarrieren oder generell weniger Zeit für den Nachwuchs sind Faktoren, die tendenziell zu Problemen führen können. Laut Hügel ist es daher besonders wichtig, dass die Schüler wissen: „Da ist jetzt jemand, der mir hilft.“

Junge Menschen verbringen durch flächendeckende Ganztagskonzepte immer mehr Zeit in der Schule. Eine Filialstation des Amtes für Jugend und Familie vor Ort biete sich daher an, um am ehesten an die Probleme der jungen Menschen heranzukommen, erläutert Bürgermeister Joachim Wolbergs.

„Wir sind auch Pädagogen, aber die Fälle sind oft zu komplex um als Lehrer richtig darauf eingehen zu können“, erklärt Konrektor Erich Bauer und weiß die Arbeit der Sozialpädagogin zu schätzen. „Schüler haben es verdient, dass man sich mit ihren Problemen länger als 30 Sekunden auf dem Gang befasst“, findet Bauer.

Der Erfolg und die Nachhaltigkeit des Projektes zeigt sich bei den Fünft- und Sechstklässlern. Sie suchen die Jugendsozialarbeiterin ganz selbstverständlich auf, weil sie bereits in der Grundschule mit einem Sozialpädagogen als Ansprechpartner vertraut waren. „Für die 9. und 10. Klassen andererseits ist noch völlig unklar, was ich hier eigentlich mache“, meint Hügel, ist aber zuversichtlich, dass sich diese Situation mit der Zeit verändern wird.

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