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Jubiläum

Christoph Regensburg: 25 Jahre Rettung

Die Hubschrauberstation am Uniklinikum feierte ihr 25-jähriges Bestehen. 2019 flog sie bereits über 1000 Einsätze.
Von Elisabeth Angenvoort

Tag und Nacht im Einsatz: der Rettungshubschrauber Christoph Regensburg. Foto: Angenvoort
Tag und Nacht im Einsatz: der Rettungshubschrauber Christoph Regensburg. Foto: Angenvoort

Regensburg.Seit einem Vierteljahrhundert ist der Rettungshubschrauber Christoph Regensburg (CR) im Einsatz, wenn Menschen schnellstmöglich Hilfe benötigen und Minuten über Gesundheit und Leben entscheiden. Anlässlich dieses Jubiläums hatten die Luftretter zu einem Tag der offenen Tür auf das Gelände des Universitätsklinikums eingeladen, um über die Arbeit am Luftrettungszentrum Regensburg zu informieren, dem Standort des Airbus Helicopter Christoph Regensburg. Die zahlreichen Gäste standen Schlange, um an einem virtuellen Einsatzflug des Rettungshubschraubers teilnehmen zu können.

Bereits über 1000 Einsätze flog Christoph Regensburg im Jahr 2019. Foto: Angenvoort
Bereits über 1000 Einsätze flog Christoph Regensburg im Jahr 2019. Foto: Angenvoort

Die Angabe der Stadt Regensburg hinter dem Namen Christoph verweist darauf, dass die Maschine 24 Stunden im Einsatz ist, erklärte Notärztin Dr. Manuela Malsy: In Bayern gibt es derzeit nur drei solcher Hubschrauber. Der CR wird als Dual-Use-Hubschrauber rund um die Uhr eingesetzt, ist also zweifach im Einsatz: sowohl für Notfälle in einem Radius bis zu 50 Kilometer, als auch zum Intensivtransport von Patienten aus kleineren Versorgungsstufen in größere Krankenhäuser (Sekundäreinsätze).

Den Hubschrauber im Video sehen Sie hier:

Lebensretter feiern ihr 25-Jähriges

Bis zu 700 Kilometer kann man mit einer Tankfüllung in der Luft zurücklegen. Die technischen Details des CR sprechen für sich: „Wir sind sensationell gut ausgerüstet“, sagt Dr. Malsy. Bundesweit ist die Regensburger Station seit 2011 die zweite Luftrettungsstation, die Nachtsichtgeräte (Night Vision Goggles) verwenden darf. Christoph Regensburg ist zudem in das Projekt NOKI (Notarzt für Kinder) integriert.

Wie eine Familie

Im vergangenen Jahr wurden 1493 Einsätze geflogen, 2019 waren es nach Information von Dr. Malsy bisher bereits 1100. Bei Primär-Einsätzen startet der Rettungshubschrauber nach maximal drei Minuten: Die Crew muss also immer vollständig anwesend sein. Das wiederum funktioniert, da die jeweils Diensthabenden für die Zeit ihrer Schichten gemeinsam auf der Luftrettungsstation wohnen.

Die Luftrettung

  • Station:

    Die am 1. September 1994 gegründete Station ist Standort des Rettungshubschraubers Christoph Regensburg vom Typ H 145. Sie wird von der DRF Stiftung Luftrettung betrieben.

  • Personal:

    Die Station ist mit Piloten der DRF Luftrettung, Notärzten aus dem Universitätsklinikum Regensburg und Notfallsanitätern der DRF Luftrettung besetzt.

„Das Team ist wie eine Familie“, sagt Notfallsanitäter Maximilian Klaritsch. „Man kocht und isst zusammen, man tauscht sich aus.“ Miteinander zu reden ist ungemein wichtig, um die vielen Erlebnisse zu verarbeiten. Natürlich gebe es im Bedarfsfall psychologische Hilfe, sagt Rettungsassistent Andreas Ashauer, um sich „die Dinge von der Seele zu sprechen“. Im Berufsfeld der Notrettung zu arbeiten, ist weit mehr als ein Beruf; es ist „Berufung“. „Man muss immer das beste dafür tun, dass es den verletzten Menschen wieder gut geht“, sagt der 24-Jährige. Ashauer begann mit 14 Jahren als Schulsanitäter der Malteser und absolviert derzeit eine Weiterbildung zum Notfallsanitäter.

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Sein Kollege Klaritsch besitzt eine seltene Doppelqualifikation: Er ist Notfallsanitäter und Fachkrankenpfleger und hat als solcher insgesamt zehn Jahre intensive Ausbildung absolviert, um nun in seinem „Traumjob“ zu arbeiten. Als HEMS CT (Helicopter Emergency Medical Services Technical Crew Member) übernimmt er während der Einsatzflüge die Navigation, gibt das Kartenmaterial ein und hält den Funkkontakt zur Leitstelle, so dass sich der Pilot „ganz auf das Fliegen konzentrieren kann“, sagt er. Stationsleiter und Pilot Christian Hackl flog seinen ersten Einsatz im Jahr 2005.

Als Notarzt muss man mindestens drei Jahre Erfahrung vorweisen können, bevor man fliegt. Räumliches Denken, Teamfähigkeit, physikalisches Verständnis, Besonnenheit: Das sind nur einige der Fähigkeiten, die einen Piloten auszeichnen.

Helfen statt Gaffen

Gelassenheit brauchen die Luftretter immer häufiger, wenn sie an einen Einsatzort kommen und die Zuschauer erst einmal auf die Seite schieben müssen. „Die Leute sollen sich trauen, vor Ort Hilfe zu leisten“, sagt Hackl: „Fotos vom Unglück anderer zu machen, das geht in die falsche Richtung!“

Beim Tag der offenen Tür herrschte großer Andrang. Foto: Angenvoort
Beim Tag der offenen Tür herrschte großer Andrang. Foto: Angenvoort

Auch Prof. Bernhard Graf, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Vorsitzender des Rettungszentrums Regensburg, stellt eine Art von „Verrohung“ fest: Die Empathie der Gesellschaft gehe zunehmend verloren. „Vor 30 Jahren war man in Uniform sicher. Heute gibt es Gewalt gegen Einsatzkräfte.“

Rückblick

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Und doch es gibt immer wieder Menschen, die helfen. So konnten auch in diesem Jahr durch das Rettungszentrum Regensburg drei Rescu-Preise an private, professionelle und ehrenamtliche Lebensretter verliehen werden. Die Preisgelder dafür waren vom BMW Werk Regensburg, Charivari Regensburg und der Mittelbayerischen zur Verfügung gestellt worden.

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