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Bilanz

Conti-Arena: „Erstes Erfolgskapitel“

Die Stadt ist mit dem ersten Jahr rundum zufrieden – obwohl heuer ein Defizit von 3,9 Millionen Euro erwartet wird.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Vom Eröffnungsspiel gegen Augsburg (Foto: MZ-Archiv) bis zum Aufstiegs-Knaller gegen VfL Wolfsburg II wollten mehr als 185 000 Zuschauer die Jahn-Spiele in der neuen Continental Arena sehen.
  • Die Mienen sind nicht gerade euphorisch, aber OB Joachim Wolbergs (Mitte), die Stadtwerke-Chefs Olaf Hermes und Manfred Koller (links und rechts daneben), Jahn-Boss Hans Rothammer (links) und Stadtwerke-Sprecher Martin Gottschalk sind mit der ersten Arena-Bilanz sehr zufrieden. Foto: Lösch

Regensburg.Bereits das erste Jahr in der neuen Continental Arena war nach Überzeugung der Hausherren und des Hauptmieters eine Erfolgsgeschichte, der weitere Kapitel folgen sollen. Das Stadion habe laut Oberbürgermeister Joachim Wolbergs seine „hohe Integrationskraft“ schon bewiesen, während sich Präsident Hans Rothammer völlig sicher ist, dass der Jahn ohne die neue Spielstätte „nicht den Hauch einer Chance im Profifußball“ hätte.

Die Stadt, die Badebetriebe als Betreiber und der SSV Jahn präsentierten am Montag bei einer Pressekonferenz die Bilanz des Premieren-Jahrs. Da waren zunächst einmal 25 Heimspiele des SSV Jahn mit rund 185.845 Besuchern. „Die Arena ist nicht nur architektonisch sehr gelungen, sie wird auch von den Menschen in der Region hervorragend angenommen“, resümierte Manfred Koller, Geschäftsführer der Regensburger Badebetriebe. Sein Geschäftsführungskollege Olaf Hermes ergänzte: „Nach einem Jahr zeigt es sich, dass wir es verstehen, uns schnell in einen komplett neuen Bereich einzuarbeiten. Die professionelle Vorbereitung von Veranstaltungen und das daraus resultierende positive Feedback von Veranstaltern spricht für die Kompetenz unseres Teams.“ Das Team, das sich um die Vermarktung und Organisation von Events außerhalb des Fußballs kümmert, sei mittlerweile auf sieben Köpfe angewachsen. Jährlich könne man bis zu 270 Veranstaltungen mit Teilnehmerzahlen von fünf bis 1000 stemmen.

Im ersten Jahr wurden bereits 210 Veranstaltungen im Business-Bereich der Arena gezählt, bei denen rund 42 800 Gäste betreut wurden. Das reichte von der Besprechung im kleinen Kreis in einer der Logen bis zur Personalversammlung der Stadt Regensburg mit 950 Mitarbeitern. Unter dem Strich fließt laut Olaf Hermes durch die Vermietung der bis zu 1000 Personen fassenden Business-Räume „eine Summe im oberen fünfstelligen Bereich“ in die Kasse der Betreiber. Die ist willkommen, sind doch ansonsten die Einnahmen spärlicher Natur. Der Jahn zahlt nämlich – auch jetzt in der 3. Liga – eine vergleichsweise geringe Miete von 5000 Euro je Spieltag.

„Wir hätten ohne das neue Stadion nicht den Hauch einer Chance im Profifußball. Nur damit kann das Ziel gelingen, den Jahn dauerhaft konkurrenzfähig zu machen.“

Jahn-Präsident Hans Rothammer

Für heuer erwarten die Betreiber ein hohes Defizit von um die 3,9 Millionen Euro. Der weitaus größte Anteil davon seien allerdings Abschreibungen. „Wir tragen damit sukzessive die Ausgaben für das Stadion ab“, erläuterte Stadtwerke-Geschäftsführer Hermes. Ob sich das auch in den Folgejahren in dieser Größenordnung fortsetzen wird, hängt wohl auch von der wirtschaftlichen Gesamtsituation der Stadt ab. Mittelfristig rechnet OB Wolbergs mit einem Defizit zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro pro Jahr. „Das ist uns das Stadion auch wert“, beschied der OB Kritikern, die von Anfang an nicht nur auf die hohen Ausgaben von 52,7 Millionen Euro, sondern auch auf die hohen Folgekosten verwiesen.

„Erst schäumte das Bier, dann die Volksseele.“

Stadtwerke-Chef Manfred Koller zu den Anlaufschwierigkeiten

„Erst schäumte das Bier, dann die Volksseele“: Mit dieser Beschreibung wollte Manfred Koller gewisse Anlaufschwierigkeiten beim Betrieb der Arena nicht verhehlen. Die habe es nicht nur beim Catering gegeben, sondern etwa auch beim Thema Verkehrsfluss. Dass bis zu 15000 Menschen innerhalb kürzester Zeit ins Stadion und nach Spielende schnell wieder nach Hause wollen, sei eine neue Herausforderung gewesen. Mittlerweile sei auch hier Organisation und Logistik optimiert, und für die Besucher gebe es weitere Verbesserungen – etwa ein freies WLAN-Netz. Koller sprach von einer „Lernkurve“; Prozesse würden weiter optimiert, an Stellschrauben werde weiter gedreht. Jahn-Boss Rothammer räumte ebenfalls ein, dass anfangs manches noch nicht rund gelaufen sei. Die sofortige Abstimmung mit den Beteiligten habe aber in vielen Fällen schnell für Abhilfe gesorgt.

Joachim Wolbergs sah in der Tatsache, dass die Arena für Konzerte und andere Großveranstaltungen im Innenraum nicht geeignet ist, durchaus ein gewisses Manko. Aber auch hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Bei der nächsten Anfrage prüfen wir, was geht“, so der OB.

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Die Conti-Arena in Zahlen

  • Das Stadion

    Auf einem Gesamtareal von 150 000 Quadratmetern steht die Continental Arena mit einer Kapazität für 15 224 Besucher. Das Spielfeld misst 105 mal 68 Meter. 28 Flutlichtmasten erhellen den Rasen. 1883 Auto-, 27 Bus- und 818 Fahrradstellplätze stehen zur Verfügung.

  • Der Business-Bereich

    Mehr als Fußball: Im Businessclub I finden auf 1000 Quadratmetern bis zu 1000 Personen Platz.Der Businessclub II fasst auf 300 Quadratmetern bis zu 260 Personen. Dazu gibt es vier Einzellogen mit 25 bis 50 Quadratmeter.

  • Vom Kongress bis zum privaten Fest

    Das Spektrum der Nutzungsmöglichkeiten im Funktionsgebäude reicht von Tagungen und Kongressen über Schulungen, Messen, Präsentationen, Betriebsversammlungen und Meetings bis hin zu Festen auch für Privatleute.

  • www.continental-arena.com

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