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Epidemie

Corona: Die Lage spitzt sich weiter zu

Die Regensburger Kliniken rüsten auf, beschränken gleichzeitig Besuchsrechte. Noch reicht die Schutzausrüstung fürs Personal.
Von Dr. Christian Eckl

Corona Container Uniklinikum
Corona Container Uniklinikum

Regensburg.Die Situation angesichts der Coronakrise hat sich bis zum Wochenende weiter verschärft. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ordnete am Freitag an, Veranstaltungen über 500 Personen gänzlich zu untersagen. Unter 100 Teilnehmer muss man nun eine Risikoeinschätzung an das Amt abgeben und dieses melden. Einrichtungen wie das Haus der Bayerischen Geschichte und etwa die Staatliche Bibliothek schlossen ganz. Auswirkungen hat die Situation auch auf den Busverkehr, hier wurde der Ticketverkauf im Bus eingestellt. Die Bäder der Stadtwerke schlossen. Dennoch wollte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Freitag auch beruhigen: „Wichtig ist mir, dass man in der gegenwärtigen Situation nicht in Panik verfallen muss.“

Für den Vollzug der Quarantäne ist das Gesundheitsamt zuständig. Dr. Walter Boeckh, Rechtsreferent der Stadt und Leiter des Krisenstabs der Stadt Regensburg sagte, wenn einer Quarantäne-Anordnung nicht nachgegangen werde, müsse man diese durchsetzen – im Zweifel auch polizeilich. Bislang seien aber keine Fälle bekannt, bei denen dies der Fall war. Boeckh betonte auch, dass die Stadt die Situation noch unterhalb des Katastrophenfalls einstufe. Dieser würde erst ausgerufen, wenn „eine unabsehbare Menge von Menschen an Leib und Leben bedroht sind“. Derzeit gehe man davon aus, dass die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden kann.

Krankenhäuser stellen sich auf Situation ein

Das Uniklinikum bestätigte, dass es derzeit auch einen Coronapatienten gibt, der stationär behandelt wird. „Aus diesem Grund ist es notwendig, sicherlich im Sinne aller Angehörigen und der übrigen Patienten, die Besuchsmöglichkeiten zum Schutz aller Beteiligten vorsorglich einzuschränken“, sagte ein Sprecher des Uniklinikums.

Derzeit plane man den weiteren Ausbau der außerhalb des Gebäudes eingerichteten Teststelle. „Dazu werden kurzfristig die notwendigen organisatorischen und personellen Voraussetzungen geschaffen“, sagt der Sprecher. Getestet werden dort Personen, bei denen der begründete Verdacht besteht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben.“ Dadurch würden Notaufnahmen und Ambulanzen entlastet. „Das Universitätsklinikum Regensburg ist auf eine steigende Zahl an Erkrankten vorbereitet. Die Labore arbeiten intensiv, um alle Coronavirus-Tests auszuwerten“, heißt es weiter. Noch stünden für das Klinikpersonal genügend Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel zur Verfügung.

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Auch bei den Barmherzigen Brüdern hat man die Besuchsregelungen „der momentanen Situation entsprechend angepasst, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen“, sagte eine Sprecherin. Man sei aber auf die Situation gut vorbereitet. „Wir haben durch die jährlichen Influenza-Epidemien gewissermaßen eine regelmäßige Übung mit einem größeren Anfall infektiöser und teils schwer erkrankter Patienten.“

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Im Josefskrankenhaus hat man die Patienten gebeten, ihre Besucher darauf hinzuweisen, dass nur ein Besucher pro Tag vorbeikommen soll. „Wir werden außerdem ab Montag auch eine Kontrollstation am Eingang der Zentralen Notaufnahme einrichten. Dort werden alle, die das Krankenhaus betreten befragt, um ein Risikoprofil zu erhalten“, sagte Dr. Sylvia Pemmerl die stellvertretende ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme und Ärztliche Leitung der Hygieneabteilung. Die restlichen Eingänge des Krankenhauses würden geschlossen.


Nur eine Stunde pro Kind Besuch

Besonders gefährdet sind nicht nur ältere Patienten, sondern auch Neugeborene und Kinder, die ernsthaft erkrankt sind. Auch die Kinderklinik St. Hedwig reagierte auf die Anordnung der Staatsregierung. Die Besuchszeiten wurden deshalb eingeschränkt auf eine Stunde pro Kind, die Besuche sollen zudem auf eine Person beschränkt bleiben, teilte das Krankenhaus mit.

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In einer besonderen Situation ist auch das Kreisklinikum Wörth, da man auf Pneumologie (Lungenheilkunde) einen Schwerpunkt hat. Corona ist ein Virus, das Entzündungen an Lunge und Bronchien verursacht. „Ich denke schon, dass sich die Situation in den kommenden Wochen verschärfen wird“, sagte Chefarzt Dr. Wolfgang Sieber. „Wir erwarten stationäre Aufnahmen wegen schweren Fällen von Corona-Erkrankungen und sind hier bezüglich unserer intensivmedizinischen Kapazitäten, Umkehrisolationen und medizinischen Vorhaltungen entsprechend gerüstet.“ Gänzlich einschränken wolle man die Krankenbesuche nicht, da dies wichtige „menschliche Maßnahmen“ seien. „Wir raten den Besuchern jedoch, diese Besuche auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken.“

Fallzahlen steigen

  • Diagnosen:

    Die Zahl der auf Corona positiv getesteten Regensburger ist weiter gestiegen. Bis Freitag (Stand 17 Uhr) gab es im Landkreis zwölf, in der Stadt sieben Fälle. Allen Patienten geht es aber gut, die meisten sind in Quarantäne. Ein Patient wird derzeit am Uniklinikum stationär behandelt. Die Uniklinik betonte, dass der Patient isoliert sei und keine Gefahr für andere Patienten und Mitarbeiter bestehe.

  • Patienten:

    Zu einem 61-jährigen Mann, der am Mittwoch im Stadtgebiet Regensburg positiv auf das Virus getestet wurde, kamen am Freitag weitere sechs Fälle in der Stadt hinzu. Dabei handelt es sich um eine 41-jährige Frau und einen 47-jährigen Mann sowie deren zwei Kinder, die sieben und 14 Jahre alt sind. Zudem wurde eine 48-Jährige und ein 51-jähriger Mann positiv getestet.

Dass die Kliniken vor einer besonderen Herausforderung stehen, macht auch deutlich, dass der erste diagnostizierte Fall in Regensburg als Pfleger am Uniklinikum arbeitet. Er war am Tag vor der Diagnose, die am vergangenen Freitag war, noch in einer Fortbildung, wie das Uniklinikum zudem einräumte. Alle Kontaktpersonen wurden auf das Virus getestet – und zwar negativ. „Die Infektion des Mitarbeiters erfolgte in dessen privatem Umfeld“, betonte eine Sprecherin des Uniklinikums. Für die Stadt gilt, das betonte Personalreferent Karl Eckert am Freitag, dass „Kontakte ersten Grades“, also Personen, die einem Infizierten nahe gekommen sind, „nicht mehr ins Amt dürfen“.

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