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Corona-Transporte: Flugretter rüsten auf

Die Crew des Rettungshubschraubers muss auch infizierte Patienten aufnehmen. Dabei sollen die Einsatzkräfte geschützt werden.
Von Dr. Christian Eckl

  • Die EpiShuttles sollen die Besatzung der Rettungshubschrauber vor Infektionen schützen. Foto: EpiGuard
  • Ein EpiShuttle im Einsatz. Auch der Standort Regensburg soll eine solche Trage bekommen. Foto: EpiGuard

Regensburg.Dass die Lage ernst ist, das wissen die Menschen in Bayern spätestens seit der Verhängung von Ausgangsbeschränkungen. Doch gerade Einsatzkräfte sind schon seit vielen Wochen darauf vorbereitet, dass sie Menschen versorgen müssen, die möglicherweise ansteckend sind. Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und auch die Polizei sind besonders betroffen, wappnen sich mit Mundschutz und Handschuhen. Doch was, wenn die Erstversorgung von Intensivpatienten zur Gefahr wird? Die DRF Luftrettung betreibt in Regensburg einen wichtigen Standort. Jetzt wird aufgerüstet: Mit EpiShuttles sollen Patienten infektionssicher transportiert werden.

Bereits jetzt stattet die DRF Luftrettung zwei Standorte in Deutschland mit sogenannten EpiShuttles aus. Acht weitere Standorte werden folgen. Wie eine Sprecherin der Luftrettung gegenüber der Mittelbayerischen auf Anfrage bestätigte, wird auch Regensburg dazugehören. „Stand heute wird Regensburg zeitnah ausgestattet“, sagte die Sprecherin. Von der Uniklinik aus startet Christof Regensburg zu Notfalleinsätzen, bei denen es schnell gehen muss.

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Es können sich jedoch laut der Sprecherin, je nach Verlauf der Corona-Pandemie, Änderungen ergeben, „da wir die EpiShuttles nach Dringlichkeit an die Stationen ausliefern“. Regensburg sei sicher dabei, doch derzeit ist der Markt für solche Spezial-Transportliegen extrem leer gefegt. Man rechne aber damit, dass die Liegen innerhalb der kommenden 14 Tage geliefert würden und auch Regensburg eine erhält.

Regensburg ist derzeit noch keine Hochburg der Corona-Ausbreitung, wohl aber die nördliche Oberpfalz. Der Deutschen Luftrettung könnte dabei eine wichtige Rolle zukommen, denn mit dem Hubschrauber ist es möglich, Patienten, die intensivmedizinisch beatmet werden müssen, zu verlegen.

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Dort gibt es allerdings den Standort Weiden, an dem die DRF Luftrettung einen Rettungshubschrauber betreibt. Der Landkreis Tirschenreuth gilt als besonderes Krisengebiet, da dort die Kapazitäten der Krankenhäuser bereits an die Grenzen gestoßen sind. „In der nördlichen Oberpfalz bereitet man sich derzeit darauf vor, erstmals im Zuge der Corona-Krise Schwerkranke in andere Regionen zu verlegen, weil vor Ort die Behandlungskapazitäten und vor allem die Beatmungsplätze nicht mehr ausreichen, um alle beatmungspflichtigen Patienten bestmöglich zu versorgen“, sagte Innenminister Joachim Herrmann vergangene Woche nach einem Besuch in Weiden. Dennoch ist der Standort Regensburg mit einem Einzugsgebiet des Hubschraubers bis Neumarkt in der Oberpfalz und bis in den Bayerischen Wald für die Notfallversorgung wichtig.

Die hochmodernen Tragen sehen etwas nach Science-Fiction aus, doch schnell wird deutlich, warum sie so wichtig sind. „Die innovativen EpiShuttles erlauben es, den Patienten wie in einer Isolierstation zu transportieren: Die Person liegt unter einer durchsichtigen Abdeckung, kann über luftdichte Zugänge an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sowie zeitgleich überwacht und behandelt werden“ sagt der medizinische Leiter der DRF Luftrettung, Dr. Jörg Braun.

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„So fliegen wir Patienten schnell, absolut sicher und bestens überwacht in eine Klinik mit freiem Intensivbett mit Beatmung“, sagte Braun weiter. „Und unsere Crews sind vor einer Ansteckung noch besser als bisher geschützt und können ihre lebensrettenden Einsätze fortsetzen“, erklärt der medizinische Leiter. Das EpiShuttle kostet in der Anschaffung 40 000 Euro, für die zehn geplanten Einsatzorte, unter anderem also Regensburg, sollen demnach 400 000 Euro investiert werden.

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