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Sucht

Crystal-Meth-Hotline bleibt erreichbar

Crystal-Meth-Abhängige und Angehörige können aufatmen: Die Finanzierung der Regensburger Hilfs-Hotline ist vorerst gesichert.
Von Anna Jopp

Auch in Zukunft können Abhängige sich anonym an die Hotline wenden. Foto: Marc Müller/dpa
Auch in Zukunft können Abhängige sich anonym an die Hotline wenden. Foto: Marc Müller/dpa

Regensburg.Gute Neuigkeiten für die bayernweite Crystal-Meth-Beratungs-Hotline in Regensburg: Nachdem die bisherige Förderung durch das bayerische Gesundheitsministerium Ende Juni ausgelaufen wäre, hat sich das Ministerium kurz vor Ablauf der Frist dazu entschieden, das Projekt ab Ende Juni um zunächst sechs Monate zu verlängern.

Damit wird der gemeinnützige Regensburger Verein „Drugstop“ auch weiterhin in der Lage sein, Abhängigen der Droge Crystal und deren Angehörigen eine telefonische Anlaufstelle zu bieten.

Die synthetische Droge Crystal Meth macht sehr schnell abhängig. Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa
Die synthetische Droge Crystal Meth macht sehr schnell abhängig. Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa

Seit dem ersten Juli 2014 ist die Hotline unter der Nummer (0941)569582901 zu erreichen. Die bayerische Gesundheitsministerin, Melanie Huml, betonte dazu am Freitag in einer Mitteilung des Ministeriums: „Die Crystal-Hotline soll ihre gute Arbeit fortführen. Sie bietet sowohl Konsumenten als auch Angehörigen und Fachkräften wichtige Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Suchthilfeeinrichtung an.“

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Erste Hilfe für Anhängige und Angehörige

Neben der Hotline bietet Drugstop Abhängigen und Angehörigen in Regensburg auch persönliche Beratung und organisiert im sogenannten „Kontaktladen“ Unterstützung in Form gemeinsamer Frühstücke, Duschen, aber auch – in Kooperation mit der Regensburger Aids-Beratungsstelle – Spritzentausch an. Der Verein versteht die Crystal Hotline als „Erste Hilfe am Telefon“. In einem Gespräch im Januar erklärten die Organisatoren, die Zahl der Anrufer nehme stetig zu: Im Jahr 2018 habe die Hotline 130 Anrufe in nur sechs Monaten verzeichnet, eine Steigerung um 45 Prozent im Vergleich zu 2017. Beim Großteil der Anrufer handele es sich um Angehörige, die oft großen Redebedarf hätten und die Anonymität der Telefongespräche zu schätzen wüssten.

Ein neues Konzept soll folgen

Bis die Förderung zum Jahresende erneut ausläuft, will das Ministerium gemeinsam mit dem Trägerverein ein Konzept für die Folgezeit vereinbaren. In der Pressemitteilung betonte Ministerin Huml, es sei oberstes Ziel, die Zahl der Drogentoten in Bayern weiter zu senken. Insgesamt investiert der Freistaat jährlich fast sechs Millionen Euro für Maßnahmen zur Suchtprävention und Suchthilfe.“

Die Zahl der Drogentoten in Bayern war zuletzt deutlich zurückgegangen: Von 308 im Jahr 2017 sank sie auf 235 im Jahr 2018.

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