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Politik

CSU-Kreischef Peter Aumer wirbt für sich

In einem Brief an die Mitglieder informiert er über seine Kandidatur. Konkurrent Lerchenfeld: Er nutzt da seine Position aus.
Von Christof Seidl, MZ

CSU-Kreischef Peter Aumer will nach vier Jahren Pause zurück in den Bundestag.
CSU-Kreischef Peter Aumer will nach vier Jahren Pause zurück in den Bundestag. Foto: Schmid

Regensburg.Der Bundestagswahlkampf innerhalb der Landkreis-CSU nimmt Fahrt auf. In einem Brief hat Aumer die Mitglieder des CSU-Kreisverbands diese Woche über den Fahrplan der Bundestags-Kandidatenkür informiert. Im selben Brief teilt der Kreis-Vorsitzende aber auch das mit: „Ich bin nach vielen Gesprächen mit unseren Mitgliedern zu der Überzeugung gekommen, dass ich meine erfolgreiche Arbeit im Deutschen Bundestag für unsere Region fortführen möchte.“ Im selben Absatz teilt Aumer mit, dass auch Philipp Graf von und zu Lerchenfeld sein Interesse an einer Kandidatur bekundet.

Was Aumer nicht mitteilt, ist, dass Lerchenfeld der amtierende direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg ist und dass er selbst vor drei Jahren auf diesen Posten verzichtet hat, um – vergeblich – als Landrat zu kandidieren.

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld ist der amtierende direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg. Foto:
Philipp Graf von und zu Lerchenfeld ist der amtierende direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg. Foto: Archivfoto: altrofoto.de

Lerchenfeld sagte auf Anfrage unserer Zeitung, als Kreisvorsitzender nutze Aumer die Möglichkeit, derartige Schreiben an die Mitglieder zu verfassen. „Er versucht eben, sich dadurch in eine bessere Position zu bringen.“ Wenn Aumer für den Bundestag kandidieren wolle, müsse er sich aber auch fragen lassen, was er in seinen vier Jahren in Berlin geleistet habe. Innerhalb des CSU-Kreisverbands werde er auf den Brief nicht reagieren, sagte Lerchenfeld.

Aumer selbst kann an der Mitteilung seiner Kandidatur nichts Fragwürdiges erkennen. Er habe seine Absicht, erneut für den Bundestag zu kandidieren, bei der Kreisvorstandssitzung im März offiziell mitgeteilt. Er sehe es als seine Pflicht und Verantwortung als Kreisvorsitzender an, dies auch allen CSU-Mitgliedern im Kreisverband mitzuteilen. Aumer: „Ich habe einen neutralen Brief geschrieben.“

Zur politischen Motivation für seine erneute Kandidatur und zu seinen Zielen als Bundestagsabgeordneter wollte sich Aumer gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. „Das werde ich zu gegebener Zeit tun.“ Wenn Lerchenfeld sich darüber hätte informieren wollen, hätte er nur zu der Kreisvorstandssitzung kommen müssen. Dies habe er aber nicht getan.

In den Reihen der Landkreis-CSU stößt die Kandidatur Aumers nicht überall auf Zustimmung. Mitglieder stellten im Gespräch mit unserer Zeitung die Frage, warum er jetzt wieder als Bundestagskandidat antreten wolle, obwohl die CSU mit Lerchenfeld über einen Abgeordneten verfüge, der gute Arbeit leiste und gerne in Berlin bleiben wolle. Aumer habe das Mandat damals schließlich aus freien Stücken abgegeben. Andere sehen darin eher ein Argument für Aumer. Er sei von der Kreis-CSU zur Landratskandidatur gedrängt worden, deshalb müsse sie ihm nun auch bei einer Rückkehr nach Berlin helfen.

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