MyMz
Anzeige

Landtagswahl

CSU liegt im Landkreis deutlich vorn

Die Spitzenkandidatin der Christsozialen im Stimmkreis 304 Regensburg Land-Ost, Sylvia Stierstorfer, räumte fast die Hälfte aller Erststimmen ab.
Von Norbert Lösch, MZ

Die CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer hat in ihrem Heimatort Griesau bei Pfatter gewählt. Foto: Biederer

Regensburg. Die politischen Fronten im Landkreis sind so klar wie lange nicht mehr: Bei den gestrigen Landtagswahlen räumte die CSU-Spitzenkandidatin im Stimmkreis 304 Regensburg Land-Ost, Sylvia Stierstorfer, fast die Hälfte aller Erststimmen ab. Die 50-jährige Abgeordnete aus Pfatter zieht damit sicher nach 2003 und 2008 zum dritten Mal in den Landtag ein.

Platz zwei verbuchte mit 18,44 Prozent Tanja Schweiger von den Freien Wählern. Sie ließ die SPD, für die diesmal Rainer Hummel ins Rennen gegangen war, erneut alt aussehen. Während sich Schweiger deutlich nach oben von den Zweitstimmen und noch klarer vom Landestrend absetzen konnte, blieb Hummel unter 15 Prozent und damit deutlich unter dem Landesergebnis. Von den restlichen Parteien schaffte allenfalls noch Brigitte West von den Grünen mit rund fünf Prozent Erststimmen einen kleinen Achtungserfolg; alle anderen Kandidaten blieben weit unter der Fünf-Prozent-Marke.

Vom Landes-Ergebnis überrascht

Dafür, dass sie als unerwartet klare Siegerin aus dem ungleichen politischen Dreikampf mit den Freien Wählern und der SPD hervorgegangen war, blieb die Freude bei Sylvia Stierstorfer eher verhalten. „Ich habe auch nicht mit dem überragenden Ergebnis für meine Partei gerechnet“, bekannte sie am Wahlabend im Landratsamt, nachdem sich das Landesergebnis gefestigt hatte und die lokalen Ergebnisse aus rund 30 von 38 Landkreis-Gemeinden feststanden.

Dass sie gegenüber ihrem Ergebnis von 2008 (41,2 Prozent) deutlich zulegen konnte, wollte sich Stierstorfer nicht alleine auf die Fahnen schreiben. „Ich habe ein gutes Wahlkampfteam hinter mir gehabt, das mich in einem sehr aktiven Wahlkampf mit 150 Veranstaltungen voll unterstützt hat“, sagte die Abgeordnete. Bei den Bürgern habe sie offensichtlich mit einem breiten Spektrum an Themen wie Bildung, Sozialpolitik und Wirtschaft gepunktet.

Während die CSU-Politikerin sicher sein konnte, wieder im Landtag vertreten zu sein, war die Lage bei ihrer stärksten Konkurrentin am späten Abend noch unklar. Tanja Schweiger von den Freien Wählern (FW) setzte angesichts von nur 18 Mandaten für ihre Wählergruppe auf Hilfe von außen. „Ich hoffe, dass es für mich als Listenführerin in der Oberpfalz mit den Zweitstimmen aus der Stadt Regensburg reichen wird“, so Schweiger.

Ihr Ergebnis von rund 18,5 Prozent wertete sie durchaus als persönlichen Erfolg. „Wir sind im Landkreis die zweitstärkste Kraft nach der CSU geblieben“, resümierte die Abgeordnete aus Pettendorf. Das sei durchaus respektabel, „wenn man sieht, wie stark die CSU insgesamt ist“. In ihrer Heimatgemeinde hatte sie die CSU-Mitbewerberin sogar mit 39,6 zu 32,5 Prozent hinter sich gelassen.

Enttäuschung pur bei der SPD

Gar nicht freuen konnte und wollte sich am Wahlabend Rainer Hummel von der SPD. Der Kreisvorsitzende aus Kallmünz traute seinen Augen nicht, als die ersten Ergebnisse aus den Gemeinden auf der Leinwand auftauchten. Nach vier von 38 ausgezählten Kommunen lag er immer noch unter der Zehn-Prozent-Marke, und als bereits 18 Gemeinden die Erstimmenverteilung gemeldet hatten, konnte er knapp zwölf Prozent für sich verbuchen. „Mir ist das unerklärlich“, sagte der SPD-Kreisrat in Gesprächen mit Parteifreunden und Journalisten immer wieder. Hummel sollte mit seiner Befürchtung, Stimmung und Gesichtsausdruck würden im Lauf des Abends kaum mehr besser werden, Recht behalten. Am Ende schloss er aber mit einem Erststimmenanteil von knapp 15 Prozent doch noch zur FW-Kandidatin Schweiger auf. Damit blieb er auch nur knapp unter dem Partei-Ergebnis der SPD von rund 17 Prozent im Landkreis.

Zufriedener schaute da schon Landrat Herbert Mirbeth drein. Er freute sich nicht nur über das „überragende Ergebnis“ der CSU im Land und in „seinem“ Landkreis, sondern auch über die hohe Wahlbeteiligung. „Dass fast zwei Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben und damit zeigen, dass die Politikverdrossenheit doch nicht so weit verbreitet ist wie immer behauptet wird, freut mich persönlich sehr und ist einer gewachsenen Demokratie würdig“, so Mirbeth. Als gegen 22 Uhr alle 38 Landkreis-Gemeinden ihr vorläufiges Ergebnis durchgegeben hatten, errechnete der Computer eine Wahlbeteiligung von 65,84 Prozent – weitaus mehr als in der Stadt und auch deutlich mehr als noch 2008 (60,4 Prozent).

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht