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CSU: REWAG soll Strom und Gas für Arme billiger machen

Steigende Energiepreise verknappen die Kassen stark einkommensschwacher Bürger: Darauf will die CSU in ihrem Antrag reagieren. Foto: dpa

Die stadteigene Tochter REWAG soll Bedürftigen einen Strom-Sozialtarif gewähren und prüfen, ob dieser Sozialrabatt auch bei Gaskunden möglich ist. So sieht es ein Antrag der CSU-Stadtratsfraktion an den Oberbürgermeister vor. Antragsberechtigt sind Menschen, die von Rundfunk- und Fernsehgebühren befreit sind. Die Regelung soll ab Januar 2008 gelten und für Berechtigte gewährt werden, die mindestens drei Jahre Kunden der REWAG sind.

Die REWAG will den Antrag der CSU-Stadtratsfraktion in ihren Gremien prüfen lassen, das teilte gestern Marion Brasseler auf Anfrage mit. „Wir sind offen dafür“, so die REWAG-Sprecherin.

Alfred Damberger, Leiter der allgemeinen Sozialberatung der Caritas und Schuldnerberater, begrüßte den Vorstoß der CSU als Lebens-Erleichterung für Bedürftige. „Die Energiepreise stiegen schneller als die Regelsätze.“

Die Grundgebühr erlassen

Das Thema ist akut. Caritas und Diakonie waren die Auslöser für eine Vorbild-Aktion mit der e.on Bayern. Grund: Immer mehr Menschen mit Energieschulden kommen zur Schuldnerberatung. Nach Angaben von e.on-Sprecher Josef Schönhammer schaut der Sozialtarif so aus, dass den Antragsstellern die Grundgebühr von ungefähr 100 Euro im Jahr erlassen wird. Inzwischen haben knapp 5000 Kunden den Antrag gestellt. Die Aktion wird im kommenden Jahr wieder aufgelegt und ist mittlerweile auf alle Versorgungsgebiete von e.on ausgedehnt worden.

Der monatliche Strom-Rabatt für die e.on-Kunden beträgt ca. neun Euro pro Monat. Caritas-Berater Damberger: „Wenn man den Regelsatz für einen allein stehenden ALG II-Empfänger von 347 Euro betrachtet, ist das eine Menge.“

Die CSU-Fraktion will die e.on-Sozialaktion nun auch auf Regensburg übertragen. Sie begründete ihren Antrag mit einer EU-Richtlinie, „dass besondere Maßnahmen schutzbedürftige Kunden vor dem Ausschluss von der Stromversorgung bewahren sollen“. In der Tat zwickt die REWAG jährlich um die 900 Stromzähler ab. Bei einer Anzahl von 127800 Zählern, durch die REWAG-Strom läuft, entspricht dies einem Anteil von unter einem Prozent. Die Kosten für den Sozialtarif werden nicht auf andere Kunden umgelegt, versichert Brasseler. In Regensburg ist die REWAG der Grundversorger. Im Landkreis müssen Anträge an die e.on gestellt werden. Die CSU will diese Aktion auch auf Gasabnehmer erweitern.

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