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Politik

CSU zu Gesprächen mit Wolbergs bereit

Die Stadtratsfraktion der Christsozialen stimmt Sondierungsgesprächen zu. Der künftige OB Wolbergs nahm das Angebot der CSU amüsiert zur Kenntnis.
Von Josef Pöllmann und Claudia Böken, MZ

Sie werden sich bei Sondierungsgesprächen wieder treffen: der unterlegene CSU-Kandidat Christian Schlegl (links) und der künftige Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Die Stadtratsfraktion der Regensburger CSU ist offen für Sondierungsgespräche mit dem künftigen SPD-Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Das haben die Stadträte am Montagabend bei einer mehrstündigen Sitzung beschlossen. „Ja, es stimmt. Wir sind zu Gesprächen bereit“, kommentierte der Kreisvorsitzende Dr. Franz Rieger entsprechende Informationen der MZ.

Um 18 Uhr hatte sich die Stadtratsfraktion zur Aussprache und Wahlanalyse getroffen. Die ersten drei Stunden ging es nach Informationen aus Teilnehmerkreisen um Ursachenforschung für die desaströse Niederlage bei der Oberbürgermeister- und der Stadtratswahl. In der lebhaften Diskussion gingen die Argumente hin und her. Letztlich sahen die Stadträte unter anderem die Nachwirkungen des mehrjährigen Parteienstreits, die Attacken von OB Hans Schaidinger gegen den eigenen Kandidaten, die Wahlkampfstrategie und Vorschläge im Wahlprogramm, etwa den Bustunnel, als Gründe für die Schlappe. Auch die Aufkündigung der Großen Koalition fanden nicht alle Teilnehmer glücklich, weil das die Menschen nach sechs Jahren GroKo in Regensburg nicht verstanden hätten.

Ab 21 Uhr debattierte die CSU-Fraktion dann die Frage, ob die Christsozialen zu Sondierungsgesprächen mit der SPD bereit sind. Wie berichtet, hatte Wahlsieger Joachim Wolbergs angekündigt, alle Parteien zu solchen Runden einzuladen. Bei der CSU hatte er allerdings eine Einschränkung gemacht: Für ihn, sagte Wolbergs, sei nur Christian Schlegl sein Ansprechpartner für ein Vorgespräch, und nicht der künftige Fraktionschef Hermann Vanino oder Kreischef Franz Rieger. Wolbergs wörtlich: „Wen die dann zu Gesprächen mitbringen, ist deren Sache.“

Gegen 22.30 Uhr stand das Ergebnis der Beratung fest: Laut CSU-Kreisvorsitzendem Rieger ist seine Partei zu Sondierungsgesprächen mit dem Ziel der Bildung einer Großen Koalition bereit. Wolbergs könne den Termin mit Schlegl machen. Verhandlungsführer bei der CSU seien aber neben Christian Schlegl er selbst und Hermann Vanino. Das Ergebnis der Sondierung werde aber nicht die Fraktion abschließend entscheiden, sondern das sei Angelegenheit der Partei.

Ob es bei der Veranstaltung persönliche Angriffe gegen den Kandidaten Schlegl oder gegen ihn selbst gegeben habe, verneinte Rieger. Er sagte nur: „Es war eine offene und ehrliche Diskussion. Die Beschlüsse fielen einstimmig.“ Der Versuch von Wolbergs, die CSU wieder in Lager zu spalten, werde deswegen nicht gelingen.

Der künftige Oberbürgermeister Joachim Wolbergs nahm das Angebot der CSU amüsiert zur Kenntnis: „Ich bin von der Sprunghaftigkeit der CSU nicht mehr überrascht. Sie hat ihre Biegsamkeit im Wahlkampf mehrmals unter Beweis gestellt.“ Er selbst habe der CSU-Ankündigung, eine Fortführung der GroKo in der neuen Wahlperiode aufzukündigen, ohnedies keine Bedeutung beigemessen. Für Wolbergs bleibt aber nach wie vor klar: „Die Wähler wollten den Wechsel.“ Deshalb führe er – wie angekündigt – Gespräche mit allen Parteien. Sie seien bereits terminiert; die meisten fänden am kommenden Wochenende statt. Diese Vorgespräche führe er zunächst allein. Am Sonntagabend treffe sich dann erstmals die Verhandlungsdelegation der SPD, der Christa Meier, Margit Wild, Norbert Hartl, Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Dr. Thomas Burger angehören. Gemeinsam werde man festlegen, was die Knackpunkte der Fraktion für Koalitionverhandlungen sind. Ab kommender Woche würden dann Sondierungsgespräche mit allen Parteien geführt. Ansprechpartner bei der CSU, dabei bleibe er, werde zuvorderst Christian Schlegl sein.

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