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Musik

Das Audimax, wie es singt und lacht

Beim 3. Mitsingkonzert der Regensburger Domspatzen machte das Publikum voller Freude mit. Domkapellmeister Roland Büchner war begeistert.
Von Angelika Lukesch, MZ

  • Die allerkleinsten Domspätzchen hatten es dem Publikum beim Mitsing-Konzert im Audimax besonders angetan. Foto: altrofoto.de
  • Das Mitsing-Konzert bereitete allen Besuchern große Freude. Foto: altrofoto.de
  • Domkapellmeister Roland Büchner hatte das Publikum im Griff. Foto: altrofoto.de

Regensburg. Der Sonntagnachmittag war ein Nachmittag der Freude. Zumindest für diejenigen, die beim 3. Mitsingkonzert der Regensburger Domspatzen im Audimax beisammensaßen. Anlass zur Freude gab es zuhauf. Da war die schöne Musik, die exzellenten Sänger des Domspatzen-Konzertchores, die absolut herzigen 170 Nachwuchs-Domspatzen aus den ersten bis vierten Klassen der Domspatzen Grundschule und der Vorchöre der Regensburger Domspatzen und vor allem die kleinen Buben der Vorchor-Spätzchen, die die Herzen der Zuhörer im vollbesetzten Audimax im Sturm eroberten.

Die allerkleinsten Domspätzchen (unter sechs Jahren) kamen elegant gekleidet in schwarzen Hosen und weißen Hemden, viele trugen kleine Krawatten und schwarze Fliegen. Die „echte“ Domspatzen-Sänger-Attitüde hatten sie noch nicht so richtig drauf, das bewundernswerte Still-stehen, der konzentrierte Gesichtsausdruck und die freudige Nonchalance, mit der der Applaus in Empfang genommen wird. Die Spätzchen mussten sich beim Singen schon mal zum Nachbarn umdrehen, klitzekleine Faxen machen, sich am Hemdsaum festhalten und fasziniert in diese Hunderte von Erwachsenengesichtern schauen, die sich ihnen entgegenreckten.

Die entzückenden „Spätzchen“

Mit viel Engagement sangen die Spätzchen mit ihren etwas älteren Sänger-Kollegen „Brüderlein, komm tanz mit mir“, „Ein Männlein steht im Walde“, „Der Knusperwalzer“, „Die Hexerei ist nun vorbei“, und schließlich auch „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“, ein Lied, in dem viele „u’s“ vorkommen, bei denen man ganz routiniert und profimäßig den Mund spitzen kann, wie dies die (meisten) Spätzchen auch ganz ehrgeizig taten. Das Publikum war hingerissen!

Begeistert war man auch darüber, dass in diesem Jahr zwei ehemalige Domspatzen, nämlich Max Rädlinger und Pille Artmann die Moderation des Mitsing-Konzerts übernahmen. Die beiden jungen Männer gaben nämlich an, dass sie am Beginn einer großen Karriere als Kabarettisten stünden und ihre Studien an der Kirchenmusikhochschule beziehungsweise an der Universität Regensburg eigentlich nur nebenbei absolvierten. Mit trockenem Humor führten die Moderatoren das folgsame Publikum durch zweieinhalb Stunden reinstes Sing- und Musikvergnügen.

Beim „Mitsingkonzert für die ganze Familie“ ging es darum, dass die Besucher, besser gesagt Teilnehmer (!) sich ein Herz fassten und einmal so richtig lossangen, vorzugsweise zusammen mit dem Konzertchor. Das hat schon in den vergangenen zwei Jahren sehr viel Spaß gemacht, und viele der Gäste haben das Mitsingkonzert aus diesem Grund schon in ihren Jahresablauf eingeschlossen. „Das macht einfach so viel Spaß“, sagte eine blonde, ältere Dame aus dem Landkreis Kelheim, die ihres Enkels wegen (ein Domspatz) extra zum Konzert gekommen war. Ohne Murren machte das Publikum auch die obligatorische Lockerungsübung mit, die Domkapellmeister Roland Büchner in jedes Mitsingkonzert einbaut. „Fasse deinen Kopf im Nacken/ziehe ihn ganz hoch hinauf/greife nach den fernen Sternen und trommle genüsslich auf den Bauch./Schwing dich frei, schwing hin und her, schwing die Arme hin und her“, lautete der Text des gemeinsam vom Publikum und Domchor gesungenen Liedes, dessen Inhalt natürlich als „Anweisung“ verstanden werden musste. Gut gelaunt machte das ganze Audimax mit, wohl wissend, dass man nach Absolvierung der Lockerungsübungen auch „richtig“ singen dürfe.

Natürlich wurde auch ein klein bisschen „Werbung“ für die Domspatzen gemacht. Domspatz Christoph Preiß erklärte, wieso er Domspatz geworden sei, und zeigte gleich darauf, dass er nicht nur singen, sondern neben vielem anderen natürlich (bei „Jugend musiziert“ hatte er die Höchstpunktzahl erreicht) die Sonate Op. 2, Nummer 1 für Klavier von Ludwig van Beethoven (Allegro) spielen kann.

Singen macht Freude

„Zum Tanz“ und „Heißa, Kathreinerle“ lauteten die Titel der nächsten zwei Lieder, die Männer und Frauen in ungewohnter und schönster Eintracht sangen. „Singing all together“ war ein Kanon von Thord Gummesson (geb. 1930), den sich das musikbegeisterte Mitsing-Publikum gerne vornahm. „From Rags o Ritz“ intonierte das Instrumentalensemble des Musikgymnasiums und wies damit auf die instrumentalen Fähigkeiten der Domspatzen hin. Dass die Beschreibung der Erfolge der Domspatzen auch in Naturwissenschaft (die Domspatzen erhielten den ersten Platz in Nanotechnologie beim Step Award 2013) vom Lied „Viva la Musica“ begleitet wurde, ließ, was die Hauptinteressen der Domspatzen anlangt, tief blicken.

Pille Artmann und Max Rädlinger unterhielten das Publikum bestens mit ihrem Musikkabarett „Punkt vor Strich/A Liedl lohnt sich“ und der Konzertchor begeisterte das Publikum mit „The Earth is my Mother“. Beim vielgeliebten Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ wurden die Augen mancher Zuhörer nass. Gemeinsam mit dem Publikum ließen die Domspatzen alles an Power aus sich heraus, was in ihnen steckt. „Gott hat alles recht gemacht“ und „Am Glander auf da Bruckn drobm“ schmetterten das Publikum und die Domspatzen gemeinsam in den Raum. Mit „Neigen sich die Stunden/Now it’s time to leave“ endete ein Mitsingkonzert, das jedem einzelnen Zuhörer Freude bereitete.

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