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Kino

Das Klima regiert die Kurzfilmwelt

Mit überarbeiteter App und heißem Programm geht die 26. Internationale Kurzfilmwoche am 11. März in Regensburg an den Start.
Von Michael Scheiner

Jasmine Thorn und Gabriel Fieger vom Team der Kurzfilmwoche freuen sich mit Leiterin Insa Wiese (v.l.) auf das Programm . Foto: MICHAEL Scheiner
Jasmine Thorn und Gabriel Fieger vom Team der Kurzfilmwoche freuen sich mit Leiterin Insa Wiese (v.l.) auf das Programm . Foto: MICHAEL Scheiner

Regensburg.„Geht ins Kino, statt durch streamen das Klima weiter anzuheizen“. Das ist kurz gefasst, die Botschaft von Insa Wiese. Die Leiterin der Internationalen Kurzfilmwoche schäumt über vor Begeisterung bei der Pressekonferenz, bei der sie zusammen mit Mitgliedern des Kufi-Teams und Nicole Litzel von der Stummfilmwoche Thema und Programm des diesjährigen Festivals im Leeren Beutel vorstellt. So kennt man die Ostfriesin: Leidenschaftlich, witzig und in einem Schnellsprechtempo, dass einem bedächtigen Bayer der Kopf zu schwirren beginnt.

Dazu kommen klare Worte, wenn es um das Klima geht. Das steht heuer mit den Begriffen „Natur und Nachhaltigkeit“ mittelbar ebenfalls thematisch im Fokus der Kurzfilmwoche. „Streamen, das wissen die Wenigsten“, erläutert Wiese ihr vehementes Plädoyer für kollektiven und häufigeren Kinobesuch, ist durch einen enorm hohen Stromverbrauch, „eine richtige CO2-Schleuder“ und verursache bereits heute mehr schädliche Klimagase als der gesamte, weltweite Flugverkehr. Sie habe sich, fasst sich die Festivalchefin selbstkritisch an die eigene Nase, „schon gefragt, ob ich meinen Job aufgeben“ müsse. Bei der Auswahl für das Programm habe sie viele Einsendungen und Kurzfilme ebenfalls per Streaming angeschaut.

Verschiedene Facetten der Natur

Nun kreist das Sonderthema keineswegs nur mit Klimakatastrophen. Quer durch die unterschiedlichen Programme und Wettbewerbe werden verschiedene Facetten der Natur präsentiert und dabei humorvolle, erotische, schaurige, aber auch kritische Aspekte zum Thema gezeigt. Passend dazu vergeben das Stadtwerk Regensburg und der regionale Energieversorger Rewag in diesem Jahr erstmals einen Nachhaltigkeitspreis.

Ausgestattet mit 1500 Euro, wird der Preis wettbewerbsübergreifend für eine Arbeit im deutschen oder bayerischen Wettbewerb vergeben. Über einen anderen Nachhaltigkeitsaspekt denke man nach, verwiesen Wiese und ihr Team auf andere größere Festivals, die bereits keine Kataloge mehr drucken lassen, um Papier zu sparen. Für Regensburg hat Michael Straßberger die App komplett überarbeitet, mit der die Kurzfilmwoche vor einem Jahr an den Start gegangen ist.

Die Veranstaltung

  • Programm:

    Vom 11. bis 18. März lädt das Kurzfilmfestival in die Donaustadt. An vier Spielstätten sind in rund 100 Einzelveranstaltungen 331 Kurzfilme aus 55 verschiedenen Ländern zu entdecken.

  • Gastfamilien:

    Für die Unterbringung von Gästen sucht das Kufi-Team noch Gastfamilien im Stadtgebiet. Alle Infos sind im Internet unter www.kurzfilmwoche.de und in der App zu finden.

Auch das diesjährige Filmland Ukraine hat seine Geschichte, wenn es um Nachhaltigkeit geht. An die Tschernobyl-Katastrophe Ende der 80er Jahre und die weitreichenden Folgen erinnern sich sicher noch viele in Ostbayern, gibt es doch bis heute Warnungen beim Verzehr von Wild. In drei Kurzfilmprogrammen und im Rahmenprogramm werden Einblicke in das vielfältige Filmschaffen und die kulturelle Eigenheiten des Landes im Osten geboten und Tschernobyl dabei nicht ausgelassen. Und mit Blick in die Ganghofersiedlung wird eine Brücke von der Ukraine zur Stadt Regensburg geschlagen.

Alte Märchen treffen auf Technik

Platz finden Donaustadt und Oberpfalz natürlich im Regionalfenster, heuer aber auch wieder in den „Digital Fairy Tales“. Hier werden die so ursprünglichen und bizarren Märchen von Franz Xaver von Schönwerth aus dem 19. Jahrhundert mit den technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts verbunden. Erika Eichenseer präsentiert neue Verfilmungen zu den schaurig schönen Texten. Faszinierend düster geht es auch in weiteren Programmen wie dem Donaublut, den Midnight Movies und den Formaten wie Plattenfilme und Poetry in Motion zu.

Im Zuge der Schulvorstellungen wird erstmals das Sonderprogramm „SchülerInnen-Lieblinge“ gezeigt. Auch gibt es einen neuen Schulfilm-Preis, der von der Sparkasse Regensburg gestiftet ist. Im W1 ist bis 18. März eine Ausstellung zu sehen, die das Thema Natur und Nachhaltigkeit in neuen Technologien verhandelt.

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