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Zukunft

Das MZ-Medienhaus ist eingeweiht

Das neue Verlagshaus der Mittelbayerischen Zeitung ist offiziell eingeweiht worden. Zur Veranstaltung kamen Gäste aus Politik und Gesellschaft.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

  • Vor dem neuen Verlagsgebäude: MZ-Geschäftsführer Martin Wunnike, Verleger und Herausgeber Peter Esser, Ministerpräsident Horst Seehofer und Chefredakteur Manfred Sauerer (von links); Foto: Lex
  • Die Einweihung war für Hans Schaidinger der letzte offizielle Termin als Oberbürgermeister. Foto: Lex
  • Das Verlagsgebäude hat nun auch kirchlichen Segen erhalten. Foto: Lex

Regensburg.Die Bürostühle sind schon eingesessen, auf den Schreibtischen haben sich die ersten Papierstapel gebildet: Vor knapp einem Jahr hat die Mittelbayerische Zeitung ihr neues Verlagsgebäude an der Kumpfmühler Straße 15 bezogen – nun wurde der Bau im Rahmen eines Besuches von Ministerpräsident Horst Seehofer offiziell eingeweiht. Von den rund 120 Festgästen gab es viel Anerkennung für das moderne Gebäude, das die Anforderungen der Medienbranche an die Zukunft erfülle. Und ausnahmsweise gab es bei den Festreden auch ein Lob für die Journalisten, was aus Politikermund eher selten der Fall sei, wie der scheidende Oberbürgermeister Hans Schaidinger einräumte. Dem Regensburger Verlagshaus müsse um die Zukunft jedenfalls nicht bange sein, sagte Ministerpräsident Seehofer. „Denn guter Journalismus wird sich immer durchsetzen. Und Sie liefern sehr gute Arbeit ab.“

Ein berufliches Zuhause geworden

Das „Haus mit den grünen Kacheln“, wie das MZ-Verlagsgebäude mittlerweile in der Stadt genannt wird, ist für die über 320 Mitarbeiter zu einem beruflichen Zuhause geworden. „Wir sind stolz, glücklich und wir fühlen uns hier sauwohl“, bedankte sich Verleger und Herausgeber Peter Esser bei den Architekten Steidle aus München, die das Gebäude in weniger als zwei Jahren an der Ecke Kumpfmühler Straße und Fritz-Fend-Straße errichtet haben. Der Bau, so erzählte Esser den Festgästen, sei von innen heraus von den Mitarbeitern erdacht worden und 1:1 nach den Vorschlägen der Architekten umgesetzt. „Das sorgte bei den Architekten durchaus für Verwunderung.“

Herzstück des neuen Verlagsgebäudes ist der Newsroom. Hinter gut sechs Meter hohen Fenstern dehnt sich ein Raum, der über zwei Etagen aufragt. Auf 740 Quadratmetern Fläche verarbeiten rund 80 Redakteure und Bild-Experten an Schreibtisch-Inseln oder an zwei wandfüllenden Touchscreen-Monitoren fast rund um die Uhr aktuelle Informationen. Print- und Onlineredaktion gehen dabei Hand in Hand. Am sogenannte Koordinationsdesk laufen alle journastischen Fäden zusammen.

Mit der neuen Zentrale wolle der Verlag demonstrieren, dass er zuversichtlich in die Zukunft schaue, sagte Esser. „Mit wirtschaftlichem Handeln und sozialer Verantwortung“ werde auf die dritte Verlegergeneration auch eine vierte folgen, zeigt er sich überzeugt. MZ-Geschäfsführer Martin Wunnike gab bei der Einweihungsfeier bekannt, dass die Zukunftsanstrengungen der Mittelbayerischen Zeitung auch mit einer besonderen Veranstaltung in der Stadt belohnt werden. 2015 wird der Verband deutscher Zeitungsverleger mit über 400 Vertretern hier beim Jahreskongress Zukunfsfragen erörtern und damit das 70. Erscheinungsjahr der MZ adeln.

Ein neues Regensburger Wahrzeichen

„Gelungen“, „hell“ und „modern“ – das waren Worte, die man auf den Gängen hörte, als sich die Gäste selbst ein Bild von den Räumlichkeiten machten. Das Haus stehe für „Aufbruch, Innovation und Leistung“, sei „Denkfabrik, Nachrichtenzentrale und Servicehaus“ – und werde sich zu einem weiteren Wahrzeichen von Regensburg entwickeln, sagte Seehofer.

Der Ministerpräsident ging in seinem Vortrag auch auf das oft schwierige Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern ein. „Ich freue mich nicht, wenn morgens aus der Zeitung Honig auf den Frühstückstisch fließt, ebensowenig, wenn daraus Blut tropft.“ Zeitungen stünden in der Verantwortung klare Informationen, Analysen und Meinungen zu verbreiten und so zur Meinungsbildung in der Gesellschaft beizutragen. Oberbürgermeister Hans Schaidinger sprach von einem „natürlichen Spannungsfeld zwischen Medien und Politikern“, dabei sei es in Wirklichkeit eine Symbiose. Denn ohne Medien blieben manche geniale politische Idee und so manches überirdische politische Talent völlig unentdeckt. Andersherum brauchten auch die Medien die Politik. „Gibt es denn etwas Schöneres für einen Journalisten als über eine grandiose politische Dummheit oder einen unerhörten Skandal zu berichten?“

Die geistlichen Vertreter – Diözesanbischof Rudolf Voderholzer und Regionalbischof Hans-Martin Weiss – stellten ihre Grußworte unter das Thema Wahrheit. In der vorgetragenen Lesung aus dem Buch Sacharia heißt es: „Sagt untereinander die Wahrheit“. Dies sollten sich auch die Journalisten stehts vor Augen führen, mahnten sie. Das Gebäude biete diese Möglichkeit durch seine hochkommunikative Struktur und fördere ein soziales Miteinander. Gemeinsam segneten die Bischöfe ein Kreuz aus Eichenholz, das nun den zentralen Veranstaltungsraum schmückt.

Mit dem neuen Medienhaus der Mittelbayerischen Zeitung hat die Verlegerfamilie Esser einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Ein Signal, dass Zeitung Zukunft hat, wie die Festgäste attestierten. OB Schaidinger würdigte, dass der Verlag sich nicht – wie andere Medienhäuser – auf eine grüne Wiese am Stadtrand zurückgezogen habe, sondern im Herzen der Stadt geblieben sei. „Dort gehören Journalisten hin.“ Und Ministerpräsident Seehofer stellte fest: „Sie sind ein Paradebeispiel für die Qualität von Medien und tragen zur Medienvielfalt in Bayern ganz entschieden bei. Der Verlag stelle sich mutig den Herausforderungen der digitalten Revolution.

Wie diese Zukunft der Medien aussehen kann, darüber haben sich vier junge Mitarbeiter des Verlagshauses ihre Gedanken gemacht. Sie produzierten einen achtminütigen Film, der bei der Veranstaltung erstmals gezeigt wurde. Ihr Fazit: „Die gedruckte Zeitung kann überleben – wenn sie sich den neuen Medien nicht verschließt.“ Und weil dieser Schritt ins neue Medienzeitalter viel Energie kostet, wurden unter den Festgästen Energy-Drinks verteilt, umrahmt vom Song „Happy“, den das Gerwin-Eisenhauer-Trio mit Sängerin Lisa Wahlandt zum Besten gab.

Für Ministerpräsident Horst Seehofer hatte MZ-Chefredakteur zusätzlich noch ein weiteres Geschenk vorbereitet. Er überreichte ihm einen von Modelleisenbahnbauer Wolfgang Sommer gestalteten Seehofer für seine Modelleisenbahn. Der sichtlich erfreute Ministerpräsident gab noch vor Publikum seine nächste Bestellung für die Eisenbahn im Maßstab 1:85 auf. „Herr Sommer, können Sie mir bitte noch die Bundeskanzlerin nachliefern? Sie muss maßstabsgetreu abgebildet werden, also kleiner sein als ich.“

Viel Zeit, um mit Modellbauer Sommer über seine Eisenbahn zu sprechen, hatte Seehofer allerdings nicht mehr. Er musste zur letzten Regensburger Stadtratssitzung mit Verabschiedung von Oberbürgermeister Hans Schaidinger.

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