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Medizin

Das Notfallzentrum gipst jetzt mit Holz

Die Barmherzigen Brüder in Regensburg gehen neue Wege. Der Gips kann aber deutlich mehr, als die Umwelt zu schützen.
Von Isabelle Lemberger

Im Notfallzentrum der Barmherzigen Brüder in Regensburg wird jetzt mit Holz gegipst. Foto: Stephanie Tschautscher
Im Notfallzentrum der Barmherzigen Brüder in Regensburg wird jetzt mit Holz gegipst. Foto: Stephanie Tschautscher

Regensburg.Seit Anfang des Jahres wird im Notfallzentrum des Regensburger Krankenhauses ein neuer und ungewöhnlicher Gips getestet: Ein Gips aus Holz. Und das innovative Produkt überzeugte die Barmherzigen Brüder: „Alle beteiligten Mitarbeiter haben festgestellt, dass das Produkt nicht nur genauso gut, sondern in manchen Bereichen sogar besser ist“, sagt Dr. Felix Rockmann, Chefarzt des Notfallzentrums des Regensburger Krankenhauses. Jetzt gipsen die Barmherzigen Brüder in ihrem Notfallzentrum mit Holz.

„Primär wollen wir natürlich unseren Patienten etwas Gutes tun“, sagt Dr. Rockmann. Die Barmherzigen Brüder hatten bereits ein funktionierendes System. Doch der Gips aus Holz war noch besser. Jetzt könne man noch effektiver arbeiten und zusätzlich noch etwas für die Umwelt tun. Denn der neue Gips, der speziell für Unterarmfrakturen im Regensburger Krankenhaus eingesetzt wird, besteht aus Holzspänen und biologisch abbaubarem Kunststoff.

Patienten kommen zuerst

Der Holz-Gips wird von den Mitarbeitern liebevoll „Woodcast“ genannt. Wie das finnische Unternehmen Onbone Oy selbst schreibt, besteht der Woodcast aus einem ungiftigen, leicht formbaren und nachformbaren Material, das sich für alle Gipsanwendungen eignet.

Dr. Felix Rockmann, der Chefarzt des Notfallzentrums (rechts) und Hr. Thomas Richter, der Pflegerische Leiter des Notfallzentrums (links) zeigen den Gips aus Holz im Einsatz. Foto: Stephanie Tschautscher
Dr. Felix Rockmann, der Chefarzt des Notfallzentrums (rechts) und Hr. Thomas Richter, der Pflegerische Leiter des Notfallzentrums (links) zeigen den Gips aus Holz im Einsatz. Foto: Stephanie Tschautscher

Der Gips sei durch seine Zusammensetzung atmungsaktiv, röntgenstrahlendurchlässig und äußerst leicht. Durch die kleinen Löcher werde er zudem beweglich und angenehm zu tragen. „Das hat zuerst erstaunt, doch trifft alles zu“, sagt Dr. Rockmann. Darüber hinaus kann er mit bloßen Händen angefertigt und angelegt werden. Und das ohne Masken, Ablufthauben oder Wasserbäder. Denn das erwärmte Material „lässt sich wunderbar formen“, sagt Thomas Richter, Pflegerischer Leiter des Notfallzentrums. Noch dazu sei er im Gegensatz zum klassischen Weißgips nicht so bruchanfällig und reinigungsintensiv.

Umweltgedanke nicht unwesentlich

„Man muss wissen, dass alles, was man sonst in der Gipsversorgung verwendet, Sondermüll ist“, sagt Richter. Doch bei den Barmherzigen Brüdern in Regensburg ist es jetzt Biomüll. Einige Patienten können das noch nicht wirklich glauben: „Oft werde ich gefragt, ob man den Gips wirklich in den Bioabfall schmeißen oder verbrennen kann“, sagt der Pflegerische Leiter.

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Wie die Pressesprecherin des Universitätsklinikums Regensburg mitteilt, verwendet das Universitätsklinikum diese Art von Gips noch nicht. Die Barmherzigen Brüder planen bereits den Einsatz in weiteren Abteilungen des Krankenhauses, teilt der Chefarzt des Notfallzentrums der Mittelbayerischen Zeitung mit: „So können wir einen kleinen Beitrag für unseren Planeten leisten.“

Kleiner aber effektiver Beitrag

Sobald die Therapie erfolgreich abgeschlossen ist, kann der Gips verheizt oder als Bioabfall entsorgt werden. Oder, wie beispielsweise in der Unfallchirurgie, neu geformt werden. „Dadurch haben wir einen echten Kreislauf geschaffen“, sagt Dr. Rockmann. Denn der Gips wird nicht zum Müll, sondern zur Erde. Und dadurch wird die Umwelt tatsächlich geschont.

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