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Aktion

Demonstranten prangern hohe Mieten an

Die Initiative „Recht auf Stadt“ verschaffte sich in Regensburg Gehör. Die lautstarke Aktion sorgte am Samstag für Aufsehen.
von Daniel Steffen

Der „Miethai“ wurde bei der wohnungspolitischen Demonstration der Initiative „Recht auf Stadt“ auf der Sänfte getragen. Foto: Steffen
Der „Miethai“ wurde bei der wohnungspolitischen Demonstration der Initiative „Recht auf Stadt“ auf der Sänfte getragen. Foto: Steffen

Regensburg.Wie einen König trugen sie ihn am Samstagnachmittag mit der Sänfte durch die Stadt. Aus ihrer Sicht der Dinge wollten die mehreren Dutzend Demonstranten verdeutlichen, welch dominante Stellung der „Miethai“ in Regensburg hat. In der Rolle von führenden Politikern und Verwaltungsfunktionären der Stadt legten die Aktivisten Hand an, um es dem Miethai recht zu machen. Ihr Demonstrationszug bewegte sich vom Hauptbahnhof in Richtung Altes Rathaus, wo die Aktivisten zum Abschluss ihrer Aktion einen Antrag mit verschiedenen Forderungen rund um die Wohnungspolitik in den Briefkasten warfen.

Hohe Mieten auch für Studenten

Welche Forderungen dies sind, davon konnten sich Passanten an diverseren Stationen des Demonstrationszugs einen Eindruck machen. Zunächst legten die Aktivisten von der Initiative „Recht auf Stadt“ einen Stopp am Studentenwohnheim Keplerhaus ein. Vor Ort schilderten sie die schwierige Wohnsituation für Studenten in der Stadt. So seien das Luther- und das Keplerheim stadtweit die einzigen Orte, an denen eine studentische Miete unter 200 Euro möglich sei. Wohin die Tendenz gehe, verdeutlichten sie am Beispiel München, wo Studenten im Schnitt 564 Euro für ein WG-Zimmer zahlen müssten. Sie betonten: „Wir treten ein für eine solidarische Stadt, in der Häuser fürs Wohnen und nicht für den Profit gebaut werden.“

„Regensburg, die Bettenburg“

Auch die vielen Leerstände wurden bei der wohnungspolitischen Demonstration angeprangert. Allein in der Grasgasse und Schäffnerstraße gebe es davon einige, sagte Initiativen-Sprecher Kurt Raster vor Ort. „Stadtregierung und Stadtverwaltung lassen dies zu“, betonte er und forderte eine Zweckentfremdungssatzung, die Leerstände wirksam bekämpfe. Raster erinnerte daran, dass „Eigentum gegenüber der Gesamtheit verpflichtet“, wie es in der Bayerischen Verfassung verankert sei. „Die Häuser denen, die sie brauchen“, lautete an dieser Station der Demonstrationsspruch.

Die Kritik schloss auch das „Palais Karmeliten“ ein. Ein „Schuhschachtel mit Löchern drin“ sei dort entstanden, hieß es. Der einstige, repräsentative Prachtbau sei „als reines Anlageobjekt vermarktet“ worden –als „Betongold für Menschen, die gerne die Wertsteigerung in einer Boomtown wie Regensburg mitnehmen, aber doch bitteschön nicht in einem architektonischen Monster wohnen wollen“.

Zum Abschluss der Aktion trat der „Miethai“ in Aktion. Er spottete: „Mir gehört Regensburg, die Bettenburg. Mir gehört der Grund, der Boden kunterbunt. Mir gehört die Stadt, meine Beute, sie macht mich satt!“ Kaum waren seine Worte gesprochen, zwangen „Mietsklaven“ Politiker und Beamte, den Miethai mit einem Netz zu fangen, was auch gelang.

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