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Den Bürgermeister zog es ins Büro

Joachim Wolbergs, OB-Kandidat der SPD, machte auch gestern Wahlkampf. Zeit für die Familie blieb nur beim Frühstück. Er besuchte die Hospizstation.
Von Hans Scherrer, MZ

Joachim und Anja Wolbergs gingen in Oberisling zum Wählen. Foto: Lex

Regensburg.„Wolli! Wolli!...“ riefen die Anhänger von Joachim Wolbergs, dem OB-Kandidaten der SPD, frenetisch und der Beifall wollte schier kein Ende nehmen. Es war 19.25 Uhr, als Wolbergs mit seiner Entourage im Leeren Beutel eintraf, vom vorläufigen Wahlerfolg sichtlich überwältigt. Und dann mahnte er seine Freunde sogleich, dass die Wahl noch nicht gelaufen sei. Jetzt gelte es, in den beiden kommenden Wochen noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren.

Ruhe hatte er sich schon am Wahlsonntag nicht gegönnt, von einmal ausschlafen bis um 7 (!) Uhr abgesehen. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Familie verteilte er anschließend vor drei Bäckereien kleine Schokos an die Kunden, dann suchte er die stationäre Hospizstation in Pentling auf, für die er sich früher schon engagiert hatte; dort pflanzte er symbolisch einen Baum.

Im Anschluss daran ging er mit seiner Ehefrau Anja zum Wählen und von dort aus schnurstracks zur jüdischen Gemeinde, „wo wir gemeinsam das Purimfest gefeiert haben“. Dort blieb er auch zum Mittagessen. „Da hat es sehr gute Sachen gegeben, alles koscheres Essen.“

Jetzt wäre eigentlich eine Mittagspause fällig gewesen. Doch Wolbergs ging in sein Büro im Alten Rathaus, wo er noch arbeitete. Und von dort aus zog es ihn dann in sein Wahlkampfbüro.

Doch, er sei nun ganz zuversichtlich, sagte er am Nachmittag. „O. k., etwas angespannt ist man schon, das ist doch natürlich, aber ich sehe dem Abend gelassen entgegen.“ Man habe schließlich nicht nur alles gegeben, sondern auch „eine enorm positive Zustimmung von den Menschen erfahren“. Und überhaupt könne man den Wahlkampf von heuer mit dem von vor sechs Jahren nicht vergleichen: „Alles total anders, viel besser. Die Stimmung ist eine ganz andere – einfach viel besser.“

Dass es zu einer Stichwahl kommen würde, daran hatte Wolbergs am Nachmittag nicht den geringsten Zweifel. Dass ihm dann lediglich 21 Stimmen fehlten, um schon im ersten Wahlgang das Rennen für sich zu entscheiden, das haute ihn am Abend dann doch fast um. Doch dann fing er sich rasch: „Jetzt geben wir halt noch einmal Vollgas!“

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