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Arena

Der erste Baustein für das neue Stadion

Mit der Grundsteinlegung fiel der Startschuss für den Hochbau. Ab April wachsen die Tribünen rund um das schon erkennbare Spielfeld in die Höhe.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Jahn-Spieler signierten ein Trikot. Foto: altrofoto.de
  • Architekt Stefan Nixdorf erläuterte die Alleinstellungsmerkmale der Arena. Foto: altrofoto.de

REGENSBURG.In Pavillons gab es Stärkung und Fanartikel, Live-Musik stimmte die Gäste ein, und Jahn-Profis inspizierten schon mal das künftige Spielfeld: Die Grundsteinlegung für das neue Stadion geriet am Freitag zu einer lockeren Veranstaltung bei herrlichem Frühlingswetter. Fans wähnten sich bei einem „Jahrhundertereignis“, während OB Hans Schaidinger den Ball flach hielt und von einer „einmaligen Baumaßnahme für die nächsten 40 Jahre“ sprach.

„Straßen, Schulen und Kindergärten bauen wir öfter – ein Stadion nicht“, sagte Schaidinger vor knapp 200 Gästen auf der 20 Hektar großen Baustelle. Was bis Juni 2015 in Oberisling nach den Vorgaben des Stadionhandbuchs der Deutschen Fußball-Liga (DFL) entstehe, werde „ein Leuchtturm sein für ganz Ostbayern“, denn nördlich von München und östlich von Nürnberg gebe es keine weitere Arena. Und kein anderes Stadion sei so nahe an der Autobahn; der Standort sei ausgesprochen werbewirksam – sowohl für die Stadt als auch für Sponsoren. Über einen möglichen Namenssponsor schwieg sich der OB erneut aus: „Ich sage Ihnen kein Wort dazu.“ Allerdings seien Verhandlungen darüber „schon ziemlich weit“ gediehen.

Neue Heimat für die Fanclubs

Nostalgikern, die dem alten Jahnstadion aus dem Jahr 1926 nachtrauern, und Kritikern, die das Projekt insgesamt infrage stellen, prophezeite das Stadtoberhaupt: „Wenn es steht, werden alle sehen, welche Vorteile es bietet. Es wird neue Zuschauergruppen anziehen und eine völlig neue Infrastruktur bieten – von den Toiletten bis zu den Veranstaltungsräumen.“ Den Fanclubs, die die alte Gaststätte „Jahn-Tribüne“ vermissen werden, stellte er einen neuen Treffpunkt in Aussicht: Es werde im neuen Stadion auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten für Fans zugängliche Räume geben.

„Stark, rot und rund“: Diese drei Attribute werden mit der Regensburger Arena verbunden sein. Zumindest sei dies die Philosophie der Planer, sagte Architekt Dr. Stefan Nixdorf. Wie schon in einem exklusiven MZ-Interview verwies Nixdorf auch am Freitag vor Ort auf die Alleinstellungsmerkmale des Stadions, die selbst bei Fernsehübertragungen einen hohen Wiedererkennungswert hätten. Das sei zum einen die „sehr expressive Dachform“ mit den flügelförmigen roten Tribünendächern, aber auch die 28 an den Längsseiten in den Himmel ragenden „Flutlichtfinger“. „Das ist eine neue Geometrie, die bislang einzigartig ist.“

Gerade ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von rund 15000 Zuschauern sei für Planer durchaus eine Herausforderung. Nixdorf: „Diese Größenordnung ist in Deutschland eine völlig neue Kategorie. Ein Stadion wie das Regensburger muss alle Funktionen bieten wie große Arenen für 50000 oder 60000 Zuschauer.“

„Ein Stadion hat viele Funktionen“

Johannes Baumeister, kaufmännischer Geschäftsführer des Jahn, räumte ein, dass man eine Verantwortung gegenüber den Bürgern und Steuerzahlern spüre. Fußball sei aber selbst in der dritten Liga nicht bedeutungslos für eine Stadt, sagte Baumeister und verwies auf ein riesiges Medienecho. Das neue Stadion mache die Stadt und den Jahn auf jeden Fall noch bekannter. Neben der Sportfunktion habe es eine Freizeit- und Unterhaltungsfunktion sowie eine soziale Funktion. Fußball verbinde Generationen und verschiedene Gesellschaftsschichten, schaffe Identität und könne ein starker Markenbotschafter sein. „Es kann nur dann ein Erfolgsprojekt werden, wenn alle Beteiligten intensiv kommunizieren und kooperieren“, so der Jahn-Finanzchef.

In die Höhe wachsen soll der Neubau ab April. Dann werden an der Nordostecke die ersten Betonfertigteile auf die Fundamente gesetzt. Einen ersten „Baustein“ gibt es seit Freitag ebenfalls: den Grundstein, der am Standort des künftigen Funktionsgebäudes zugemauert wurde. Zuvor hatte der OB eine Kupferhülse reingelegt – gefüllt mit der ersten Projektskizze des Architekten, aktuellen Zeitungen, einer Kopie der Baugenehmigung, einer Urkunde, Geldmünzen und einem von den Jahn-Profis unterschriebenen Trikot.

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