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Sport

Der Freie TuS geht neue Wege

Am Samstag verlässt der Sportverein die Schillerwiese und zieht für einen offenen Kreativ-Workshop ins Degginger.
Von Franziska Heinrich, MZ

Der Freie Turn- und Sportverein hat die einzige Bikepolo-Mannschaft in Regensburg.Foto: Lucas Jockel
Der Freie Turn- und Sportverein hat die einzige Bikepolo-Mannschaft in Regensburg.Foto: Lucas Jockel

Regensburg.Sportvereine gestalten das Leben in der Stadt und auf dem Land mit. Neben dem Sportangebot leisten die Vereine wichtige Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit. In Regensburg ist der „Freie Turn- und Sportverein“ (TuS) einer dieser Standbeine der Gesellschaft. Seit 1911 gibt es ihn, mit zwei Unterbrechungen: Während des Ersten Weltkrieges musste der Betrieb drei Jahre eingestellt werden, während des Zweiten Weltkrieges war er sogar verboten. Traditionsvereine wie der TuS haben auch heute schwer zu kämpfen – wenn auch aus anderen Gründen. Die Mitglieder schwinden, weniger Ehrenamtliche wollen sich engagieren und die Stätten müssen saniert werden. Der Vorstand des TuS will nun neue Wege gehen.

„Zeitgemäß“ soll er werden. Bei einem „offenen Kreativworkshop“ im Degginger in der Wahlenstraße sind sowohl die Mitglieder, als auch die Bürger gefragt: „Im Grunde geht es darum, den TuS als traditionsreichen Verein neu zu erfinden und mehr zu einem Breitensportverein zu machen“, sagt Thomas Kästle, zweiter Vize-Präsident. Ziel der neuen Vorstandschaft ist es, die älteren Sportarten wiederzubeleben und vielleicht auch neue auszuprobieren. Durch den Workshop am Samstag wolle man herausfinden, was sich die Menschen von einem Sportverein erwarten. Neue Mitglieder, Engagierte und Sponsoren sollen im besten Fall angelockt werden. „Viele wissen gar nicht, dass es den TuS gibt. Mit dem Projekt wollen wir auch Studenten und Zugezogene ansprechen“, sagt Kästle. Während zehn Stunden können Neugierige bei dem Workshop ihre Ideen frei einbringen. Der Künstler Florian Topernpong wird den Gedankenaustausch auf einer Leinwand aufzeichnen. „Graphic recording“ wird das genannt. Degginger statt Vereinsheim, „graphic recording“ statt Schriftführer – wie gefällt das den Vereinsmitgliedern? „Zu dem Workshop sind alle Mitglieder eingeladen. Wir wollen einen Austausch zwischen Verein und Externen schaffen, deshalb machen wir das nicht im Vereinsheim. Es soll signalisieren, dass wir für alle Ideen offen sind. Darüber hinaus können grundsätzlich immer alle Mitglieder ihre Meinung kundtun“, sagt Thomas Kästle.

Die Aufzeichnungen werden nach dem Workshop im Vereinsheim ausgestellt. Sie sollen als Impulsgeber dienen, sagt Kästle. „Natürlich kann man nicht alle Ideen sofort umsetzen, aber es soll eine schrittweise Realisierung geben. Wie und was das sein wird, das müssen wir am Samstag sehen.“

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Sportwerkstadt

  • Am Samstag

    findet im Degginger von 10 bis 20 Uhr der Kreativworkshop statt. Mitglieder sowie Nichtmitglieder des TuS sind eingeladen und können ihre Anregungen zu einem zeitgemäßen Verein einbringen. Künstler Florian Topernpong wird den Austausch grafisch festhalten.

  • Die Aufzeichnung

    wird im Vereinsheim ausgestellt. Nach und nach will der Verein über die Ideen abstimmen und versuchen, sie umzusetzen.

  • Der TuS

    hat 700 Mitglieder und sechs Abteilungen: Fußball, Ski, Kanu, Petanque, Kinderturnen und Bikepolo.

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