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Wirtschaft

Der Mini-Basar verschwindet ins Internet

Nach 14 Jahren schließt Ramin Morady seinen kleinen Trockenfrüchteladen in der Brückstraße. Der Miete wegen – die hätte sich verdoppelt.
Von Mathias Wagner, MZ

Regensburg.Noch steht Ramin Morady Tag für Tag in seinem kleinen Laden in der Brückstraße. Zwischen vielen Schalen mit Früchten und Gewürzen wähnt man sich auf einem persischen Basar – inmitten in der Regensburger Altstadt. Seit 14 Jahren verkauft der 60-jährige Iraner dort Trockenfrüchte, Gewürze und Nüsse aus aller Welt. Für Passanten hat Morady immer eine kleine Kostprobe parat – auch ein Grund, warum der Laden in der Regensburger Altstadt so beliebt ist. Doch Ende Januar wird „1001 Frucht“ schließen.Im Schaufenster, vor dem Morady und seine Frau Nasi im Sommer die Passanten regelmäßig mit kleinen Leckereien begrüßen, hängt inzwischen ein großes Plakat, das den Ausverkauf ankündigt.

„Unser Pachtvertrag läuft aus. Und da haben wir uns mit dem Vermieter zusammengesetzt. Der wollte den Laden sanieren und danach die doppelte Miete kassieren“, sagt Ramin Morady junior, der Sohn des Geschäftsinhabers. Für die Moradys war klar: Das lässt sich nicht mehr finanzieren. „So teuer könnte man Trockenfrüchte und Nüsse gar nicht verkaufen“, sagt Morady junior verbittert. Sein Vater, der bereits 1990 nach Deutschland kam, hat vor 20 Jahren angefangen, Trockenfrüchte in Regensburg zu verkaufen. Zuerst noch an einem einfachen Stehtisch auf dem Haidplatz. Danach in einem Laden in der Kepler- und später in der Ludwigstraße. Seit 1999 befindet sich „1001 Frucht“ in der Brückstraße – die letzte Station des Ladens, der am 25. Januar endgültig schließt. „Wir verkaufen dann nur noch im Internet“, sagt Morady wehmütig. „Und einmal im Monat gibt es vielleicht einen Lagerverkauf.“

Die Kunden sind enttäuscht. Die Geschäftsaufgabe ist Thema Nummer eins im Laden. Morady ist gespannt, was mit dem Räumen nach der geplanten Sanierung passiert. „Die Regensburger Altstadt können sich inzwischen nur noch Unternehmensketten leisten“, sagt er enttäuscht. Erst vor wenigen Tagen kam der gleiche Satz aus dem Mund von Rick Prokein. Er ist Inhaber des Teeladens schräg gegenüber von „1001 Frucht“. Auch er sperrt sein Geschäft Ende des Jahres zum letzten Mal von außen ab. Seine Miete hätte sich im kommenden Jahr verdreifacht.

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