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Helfen

Der „Ort des Glücklichseins“ wächst

Der Arbeitskreis KinderAIDShilfe Südafrika leistet seit 15 Jahren Hilfe. Das Kinderzentrum Elonwabeni steht dabei im Zentrum.
Von Angelika Lukesch, MZ

  • Die Kinder, die im Familien- und Kinderzentrum Elonwabeni leben, fühlen sich hier geborgen und sind glücklich. Fotos: Kinderaidshilfe Südafrika
  • Doris Pilhofer-Horsch mit dem kleinen Mädchen Floiky aus dem Familien- und Kinderzentrum Elonwabeni.

Regensburg. Die Südafrikanerin Denise Landes und ihr Mann Rolf lebten von 1996 bis 2007 in Regensburg. Jedes Jahr besuchte Denise Landes ihre Heimat und sah sich stets mit der grassierenden Aids-Problematik konfrontiert, bei der vor allem die Kinder die Leidtragenden waren. Die Südafrikanerin wollte helfen. Im Oktober 2001 formierte sich in Regensburg um sie der „Arbeitskreis (AK) Südafrika und Aids“, der sich das Ziel auf die Fahnen schrieb, von HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen.

„Denise Landes wollte in Deutschland ein Forum schaffen, in dem Menschen ihre Solidarität für die von Aids Betroffenen in Südafrika entwickeln und diese mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen können“, sagt Doris Pillhofer-Horsch, 2. Vorsitzende des Arbeitskreises. Von 2001 bis 2005 unterstützte der Arbeitskreis in Südafrika auch das Projekt Empilweni, eine kleine Organisation in Kapstadt, die Beratung und Therapie für traumatisierte Kinder anbietet.

Schulbus und Essenscontainer

Die KinderAIDShilfe ermöglichte durch eine einmalige finanzielle Unterstützung den Kauf eines Busses, um die zu betreuenden Kinder befördern zu können. Unterstützt wurde auch das Projekt Sinethemba, das sich vor Ort mit der Aidsproblematik beschäftigt. Unterstützung erfuhr zudem das Projekt TUAPb, das sich der Beratung und Betreuung von Aidsinfizierten sowie die Pflege von aidskranken Menschen verschrieben hatte.

Die KinderAIDShilfe Regensburg half auch bei der Eröffnung der ersten Grundschule in Heinz Park/Kapstadt mit. 2006 wurde ein Neubau fertig gestellt, an dem nun 1400 Schüler unterrichtet werden können. Die KinderAIDShilfe stellt der Schule einen Essenscontainer zur Verfügung, so dass die Schulspeisung erfolgen kann. Denise Landes kehrte 2007 nach Südafrika zurück und arbeitet seitdem als Projektleiterin für den AK.

Das Herzstück der Arbeit des AK KinderAIDShilfe Regensburg ist die Einrichtung eines Kinder-und Familienzentrums für Aids/HIV betroffene Kinder. „Bereits bei der Gründung des Arbeitskreises stand fest, dass für die vielen Aidswaisen in unserem Tätigkeitsbereich in Kapstadt ein Ort geschaffen werden muss, an dem sie Kinderschutz, Hilfe und Fürsorge erfahren…“, sagt Doris Pilhofer-Horsch. Im Sommer 2006 war es soweit. Mit Spendengeldern, die in Deutschland/Regensburg eingebracht wurden, konnte ein Haus in Kapstadt erworben werden. 2006 wurde nach der Renovierung das Kinder-und Familienzentrum Elonwabeni (Ort des Glücklichseins) eröffnet und die ersten Kinder aufgenommen. Elonwabeni musste sich aufgrund der großen Nachfrage stetig vergrößern. Hatte man 2006 mit sechs Kindern begonnen, so leben heute dort in vier Häusern 32 Kinder. Davon sind ein Großteil durch Alkohol-und Drogenkonsum der Mütter während der Schwangerschaft in der Entwicklung verzögert oder geistig und körperlich beeinträchtigt. Ein Teil der Kinder ist HIV-positiv.

Die Kinder in Ilona Sabine brauchen täglich medizinische Versorgung. Ein weiterer Grund für die Aufnahme in Elonwabeni ist der sexuelle Missbrauch an Kindern. Um eine gute, pädagogisch zufriedenstellende Arbeit mit den Kindern zu gewährleisten, werden maximal acht Kinder von je einer Hausmutter betreut.

Zehn Jahre Kinderzentrum

„Personen, die sich für unsere Arbeit engagieren, können jeweils für ein Jahr als freiwillige Helfer im Kinderzentrum mitarbeiten“, sagt Pilhofer-Horsch. Gastfamilien, so genannte Hostfamilies aus der Kirchengemeinde und der umliegenden Nachbarschaft nehmen die Elonwabeni-Kinder an den Wochenenden mit zu sich und machen so Familie erfahrbar.

Das Kinder-und Familienzentrum Elonwabeni feierte 2016 sein zehnjähriges Bestehen, der „AK KinderAIDShilfe Südafrika“ sein 15-jähriges. Beim Rückblick auf die zehn Jahre von Elonwabeni gibt es viele Erfolge zu bewundern. 60 Kinder, die vorübergehendend in Elonwabeni aufgenommen wurden, konnten ihre Familien zurückkehren; 41 Kinder haben bereits eine Schulausbildung abgeschlossen.

Um all diese Leistungen bewerkstelligen zu können und das Geld für den laufenden Betrieb des Kinder-und Familienzentrums aufbringen zu können (90 000 Euro jährlich), legen sich die Mitglieder des AK KinderAIDShilfe seit der Gründung 2001 schwer ins Zeug. Schulaktionen werden durchgeführt, Flohmärkte, Aids-Läufe, Flötenkonzert, Kunst im Garten, Ostengassenfest, Nacht der Solidarität, Aids-Tanzgala, Gottesdienste, Geburtstage, Vorträge und schließlich alle zwei Jahre eine Projektreise nach Südafrika.

Spendenkonto: „KinderAidshilfe SA“

EB Kassel IBAN DE91 5206 0410 0007 0101 09, BIC GENODEF1EK1

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