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Fussballstadion

Der Sieger und die Mitbewerber


Von Norbert Lösch, MZ

  • Der Sieger-Entwurf von BAM Sports stammt zwar aus dem Büro agn Niederberghausen & Partner GmbH aus Ibbenbüren, das auch den Umbau des Millerntorstadions in Hamburg bewältigte. Die Details der Architektur erarbeitete aber das Regensburger Büro Vockerodt Architekten.. Texte/Fotos: Lösch
  • Das Dinslakener Bauunternehmen Hellmich reichte einen Entwurf ein, der gewisse Ähnlichkeiten mit dem Konzept von BAM Sports hat, das den Zuschlag erhalten hat. Auffälligster Unterschied sind die nicht ganz offenen Ecken, von denen aus schräg stehende Flutlichtmasten die Arena beleuchten sollten.
  • Im Rennen war zunächst auch ein Bieter aus der Region: Die Max Bögl GmbH & Co. KG aus Neumarkt präsentierte einen geschlossenen Baukörper mit metallisch glänzender Fassade. Charakteristisch sind außerdem vier „Stadionfenster“ in den Diagonalen, die Ein- und Ausblicke erlauben.
  • Eine rote Fassade, ein weißes Dach – und fertig ist das Jahn-Stadion? Das Konzept der Bremer AG aus Paderborn hat durchaus noch mehr zu bieten. Viel Transparenz zum Beispiel, durch große, durchgängige Glasflächen an allen vier Seiten. Das Gebäude wirkt insgesamt größer und wuchtiger als der Sieger.
  • Dieses Stadion könnte auch einem gestandenen Bundesligisten gefallen: geschlossene Konstruktion mit einer kompakten Form, die fast etwas gedrungen wirkt, in jedem Fall großzügig. Die Fassade setzt auch bei diesem Entwurf der Alpine Bau Deutschland auf starke Vereins-Identifikation durch die Farben Rot und Weiß.

Ehre, wem Ehre gebührt: Dem Sieger-Entwurf für das neue Fußballstadion hat die Stadt in der aktuellen Ausstellung im Neuen Rathaus deutlich mehr Platz eingeräumt als den nicht berücksichtigten Konkurrenten. Unter diesen war mit der Alpine Bau Deutschland AG aus Eching bei München ein Bieter, der es bis in die Endverhandlungsphase geschafft hatte. Die deutsche Tochter des österreichischen Mutterkonzerns Alpine war laut OB Hans Schaidinger „in letzter Minute abgesprungen“. Hintergrund: Die Alpine Holding GmbH ging trotz kräftiger Finanzspritzen pleite. Laut dem Handelsblatt ist der Niedergang des Bauunternehmens die größte Insolvenz Österreichs seit 1945.

„Stadion-Papst“ mischte mit

Schadenfroh braucht der Sieger, die BAM Sports GmbH, auf keinen Fall sein. Denn das Düsseldorfer Unternehmen hatte sich für die Bewerbung in Regensburg viel Fachkompetenz ins Boot geholt, was dem Entwurf nach Expertenmeinung gut getan hat. Er stammt nämlich von der agn Niederberghausen & Partner GmbH, einem Konstruktionsbüro in Ibbenbüren, das mit Dr. Stefan Nixdorf einen ausgewiesenen Fachmann in Sachen Stadionbau als Berater hat. Nixdorf hat unter anderem einen Stadion-Atlas veröffentlicht und wurde vom Deutschen Fußballbund als Experte berufen.

„Stadion-Papst“ Nixdorf wiederum hat in den vergangenen Monaten enge Beziehungen nach Regensburg geknüpft. Der jetzige Auftragnehmer BAM hatte nämlich das örtliche Architekturbüro von Christoph Vockerodt als Partner für die Detailplanungen engagiert. Damit ist klar: Das neue Regensburger Stadion trägt auch die Handschrift eines Regensburger Architekten.

Vockerodt, der mit zwei Partnern das Büro Coopia in der Ludwigstraße betreibt, bestätigte gegenüber der MZ die Kooperation: „Ja, wir haben uns zusammen mit Dr. Nixdorf Stadien in Mainz, Augsburg, Dresden und auch auf Schalke angeschaut und in neun Monaten ein maßgeschneidertes Konzept für Regensburg entwickelt.“ Das Vergabeverfahren und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung lobt er als „seriös und strukturiert“. Vockerodt wird im Auftrag der BAM wohl auch den Antrag auf Baugenehmigung bei der Stadt einreichen. Über diesen muss entschieden sein, bevor es in Oberisling richtig losgehen kann.

Der Auftragnehmer „sagt nichts“

Die noch am vergangenen Donnerstag, nach der Vergabesitzung des Stadtrats, per Fax mit dem Bau der Arena beauftragte BAM Sports GmbH gibt sich derweil noch zugeknöpft. Nach einer Reaktion auf die Auftragsvergabe gefragt, hieß es aus der Düsseldorfer Zentrale des Sportstättenbauers, Geschäftsführer Axel Eichholtz befinde sich im Urlaub und man gebe generell keine Auskunft zum jetzigen Zeitpunkt. „Wir haben die Anweisung, nichts dazu zu sagen.“ Das sei mit der Stadt Regensburg so abgesprochen, verlautete aus dem Vorzimmer des Geschäftsführers.

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